Bittere Erfahrungen an der Börse haben mich nicht geläutert

Bittere Erfahrungen an der Börse haben mich nicht geläutert

Bittere Erfahrungen an der Börse

Der schnöde Mammon Geld. Was habe ich darüber schon geflucht. Es gab eine Zeit, da habe ich über Geld nicht gesprochen. Obwohl ich es gemusst hätte. Darüber sprechen, nein, auf keinen Fall, denn es war keines da und außerdem, über Geld spricht man nicht.

Eine Vogel-Strauss-Politik, die sich in Sachen Geld  immer rächen wird. Es bringt nichts, sich keine Gedanken über Geld zu machen. Selbst philosophisch betrachtet, kann ich der Aussage „Geld macht nicht glücklich“ zwar im Grunde zustimmen, aber Geld zu haben empfinde ich als außerordentlich sexy. Leider ist noch ein anderer wichtiger Grund für „Geld haben“ hinzugekommen: Unser Gesundheitssystem. Ich habe es bereits am eigenen Leib erfahren, was der Extra-Euro bewirken kann.

Vor allem hier in Deutschland begegnen wir noch einem anderen Phänomen. Wer Geld hat ist suspekt. Da werden viele GRÜN vor Neid. Das Menschen mit Geld so vielen Vorurteilen ausgesetzt sind, hat Gründe.

Diesem Thema habe ich versucht mich zu nähern. Lese den Beitrag Deutschland ist Neid-Weltmeister

Ich war gut an der Börse

 

Es gab Zeiten in meinem Leben, da glaubte ich immer aus dem VOLLEN schöpfen zu können. Irgendwie bildete ich mir ein, dass es so weitergeht. Damals war ich an der Börse investiert, wie man so sagt. Ich war gut. Ich habe aus ein paar Euro ein paar tausend Euro gemacht. Gleich umgesetzt in eine Goldkette und auch andere Luxusgüter. Es sollte sich später herausstellen, dass manches was ich mir leistete, eine gute Investition war. Man kann mit Köpfchen Geld ausgeben. Leider habe ich zuwenig Gold gekauft. wink

Emotionen und Zukunft

Die Börse und das Thema um Investitionen an der Börse ist bei mir mit starken Emotionen besetzt. Emotionen sind in Geldangelegenheiten noch nie ein guter Berater gewesen. Aber wo sonst werden Emotionen gehandelt? Ja, wo? An der Börse. Nirgendwo geht es paradoxer zu als an der Börse, oder? Börsengurus berichten davon.

 

Und nicht nur Emotionen spielen eine Rolle. Zu allem Überfluss wir auch die Zukunft gehandelt. Sie haben richtig gelesen. Die Zukunft wird gehandelt. Ich wette heute auf die zukünftige positive Entwicklung einer Firma. Wenn diese Firma ihre Quartalsberichte und Zahlen vorlegt und die auch wie erwartet gut sind, sollte man doch meinen, dass sich der Aktienkurs noch weiter nach oben bewegt oder wenigstens stabil bleibt. Überraschung! Waren die Zahlen wie erwartet gut, wurde der Titel abverkauft und der Kurs sank. Die Zukunft war vorbei und die war gut. Jetzt wird erst mal Kasse gemacht. Viele der Großanleger denken ganz anderes als unsereiner und wir, die kleinen Anlegen, ziehen regelmäßig die A…karte.

Ich habe alle Bücher verschlungen.

 

Mein angeeignetes Wissen praktizierte ich so gut ich konnte. Tag für Tag saß ich vor dem Computer-Bildschirm. Meine Fantasien gingen teilweise so weit, dass ich mir vorstellen konnte, ein nennenswertes Einkommen als Day-Traderin zu generieren.

Ich las weiter Bücher rauf und runter. Ob von Dirk Müller (Mister Dax, den man ebenfalls sehr häufig in Talk-Shows sieht), oder Kostolany, der verstorbene Börsenguru, den ich noch live erleben dürfe, oder ein Buch von Markus Koch, (habe sogar eine signierte Ausgabe beim persönlichen Kennenlernen in Frankfurt erhalten). Markus Koch ist ein Gesicht, dass mich lange begleitete und immer noch begleitet. Ich habe seinen YouTube-Kanal abonniert. Er ist für n-tv einer der Berichterstatter an der New Yorker Wall Street und das seit 1996.

 

Im Jahr 2008 verließ mich der Mut an der Börse

 

Meine nennenswerten Erfolge an der Börse haben mich damals beflügelt. Einen Dämpfer bekam ich erst im Jahr 2008. Also davor, in 2001 gab es auch einen Crash wegen dem Attentat in New York. Damals hielt ich mich in Kanada auf. Eine schlimme Situation. Das habe ich allerdings börsentechnisch gut überstanden. Ich zog mich etwas zurück mit meinen Investments. Grundsätzlich glaubte ich an die Börse als zusätzliches Instrument, Geld ordentlich zu vermehren. Dann kam das Jahr 2008. Größere Verluste zwangen mich in die Knie und es verließ mich mein Mut.

 

Zurück zu den Sparerwurzeln – zur Belohnung gibt´s Strafzinsen

 

Ich sparte wieder ganz getreu den elterlichen Ratschlägen. Blöd. Irgendwie blöd. Ich weiß doch, wie blöd diese dumme Sparerei ist. Dann auch noch die Niedrigzinsphase. Als ich einen Kontoauszug prüfte und ich ein paar Euro Abzug entdeckte, wurde mir schlecht vor Wut. Mein Adrenalinspiegel schoss unter die Zimmerdecke.

Was war passiert? Wofür wurde ich jetzt wieder bestraft?

Strafzinsen auf das Guthaben in Höhe von 0,4 Prozent. Das muss man sich mal vorstellen. Das ist doch eine verkehrte Welt. Mein Mann lachte und meinte es gut, als er mir in seiner Funktion als Volkswirt, die Wirtschaft erklären wollte.

Dank unserer Zinspolitik und den diversen Enteignungsverfahren unserer jeweiligen Regierung (sind alle gleich), wird dieses angesparte Geld erheblich angeknabbert. Ich fühle mich einerseits verarscht und anderseits ärgere ich mich über mich selbst, weil ich doch die Freiheit besitze, es anders zu machen. Selbstverantwortung in jeder Beziehung war und ist meine Maxime. Also warum mache ich diesen Spar-Unsinn mit? Mit Strafzinsen!!!

Ein Werbebrief trat mich ins Mark

 

Ich bekam Werbung von Herrn Knauff?  Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie ihn schon einmal gesehen haben, ist gar nicht so gering. Mir war er bekannt aus dem Fernsehen. Na klar.

Knauff & Schmitt machen Sie börsenfit. Aktien für alle. Dieser Werbebrief traf mich ins Mark, vor allem vor dem Hintergrund der Strafzinsaktion. Manche Dinge müssen offensichtlich so sein.

Das gefiel mir. Ich las mal wieder Zeile für Zeile und vieles Geschriebene im Werbebrief war mir bekannt. Mensch, ich kenne das doch alles, sprach ich in mich hinein und schüttelte innerlich den Kopf über meine Geldanlagelethargie.

Ich bestellte diesen Börsenbrief. 

 

Höre endlich auf zu sparen und lege dein Geld ordentlich an.

 

Muss ja nicht so sein wie damals. Damals legte ich Geld an in der höchsten Risikostufe, nicht immer und nicht alles Geld, aber ein wenig „Kamikaze“ hatte ich schon drauf. Weshalb ich auch Geld verloren hatte. Gott sei Dank nur das Geld, dass ich selbst nie erarbeitet hatte. Hätte ich für diese Verluste richtig arbeiten müssen, wäre ich verzweifelt. So hielt sich meine Frustration über höhere Verluste in Grenzen. 

Ich eröffnete ein Flatex-Konto. Das war mal der erste Schritt und ich wunderte mich, dass dieser Akt der Kontoeröffnung schon eine Hürde für mich darstellte. Lag das am Alter, oder was ist los mit mir?

Der bestellte Börsenbrief „Aktien für Alle“, kam jeden Monat mit der Post.  Irgendwie gefiel mir das. Allein die Postzusendung. So herkömmlich, gar nicht reißerisch und richtig seriös. Eben langsamer, nicht so schnelle und nicht so viele Informationen auf einen Haufen. Investierte aber noch nicht. Dieses Mal wollte ich besonnen investieren. 

 

Der Aufmacher in der Ausgabe 10/2018 

„Sehen Sie die Börse mit anderen Augen“

Na gut, dachte ich, mache ich jetzt mal. Es sollte jetzt endlich aufzuwachen und aktiv werden. Ja, ausgerechnet jetzt, wo die Börse doch schon so gut gelaufen ist. Aber es geht mir grundsätzlich darum, überhaupt mal endlich aus dem Geld-Anleger-Tiefschlaf zu erwachen. Das darf auch etwas langsamer geschehen – Hauptsache ich werde wach.

Mit welchen Augen soll ich die Börse denn betrachten, wenn es nach Herrn Knauff und Herrn Schmidt geht? Auf den Punkt gebracht und mit anderen Worten: Die Politik kann nicht mit Geld umgehen, aber es gibt genügend Unternehmen, die es seit Jahrzehnten beweisen, dass sie es können.

Zitat  „Sie (Anmerkung – die besten Unternehmen) investieren in Wachstum und Expansion und steigern so Umsatz und Gewinn in teilweise bewundernswerter Kontinuität. Und uns Anlegern steht dabei die Möglichkeit offen, uns genau daran zu beteiligen – Miteigentümer einer solchen Gesellschaft zu werden. Wenn man das einmal verinnerlicht hat, sieht man die Börse mit anderen Augen.“ Zitat Ende.

Diese Zeilen haben gesessen.

Meine Sicht auf die Börse als mehr oder weniger „Casino“, bekam wieder ein neues Gesicht. Wenn Anleger sich verhalten wie Spieler, wie Kamikaze-Flieger, oder Hasardeure, dann ist das eine ganz persönliche Herangehensweise.

Weitermachen mit Sparen wie bisher geht nicht mehr

Das lasse ich erst einmal so wirken. Ich muss zukünftig wieder lesen. Ich will mich schlau machen und ein Gefühl bekommen für die Wirtschaft. Nur dieses Mal wird es anders werden. Ich bin älter geworden. Vielleicht auch weiser, keine Ahnung, aber bestimmt werde ich jetzt vernünftiger handeln und das bedeutet nicht einfach weitersparen wie bisher. Das funktioniert doch nicht mehr.

Ich hoffe auf meine jetzigen „alten Jahre“, doch noch das eine oder andere Investment zu tätigen, dass mir mehr ein paar Prozente Gewinn bringt. Ich hoffe, kein Geld zu verlieren. Wer will das schon? Vielleicht finde ich auch noch einmal daran Gefallen, einen winzigen Teil meines Ersparten, in die hoch riskanten Titel zu stecken. Ich werde berichten.

Das bedeutet auch, Hausaufgaben zu machen. Börsenhausaufgaben.

Frage

Viel Erfolg in Sachen Geld und Mut, neue Wege in der Geldanlage zu beschreiten, das wünsche ich Dir. Und vielleicht schreibst du in den Kommentaren, welche Einstellung du zu Geld hast? Hast du schon einmal an der Börse spekuliert, vielelicht sogar investiert?

Wieviel Sterne vergibst du?
 
Summary
Neid und Geld – Deutschland ist Neidweltmeister

Neid und Geld – Deutschland ist Neidweltmeister

Neid und Geld – Deutschland ist Neidweltmeister

Vor allem dann, wenn es um das Geld geht.

 

Neidgefühle sind so alt wie die Menschheit, so menschlich im Zusammenhang mit Geld. Und natürlich ist ein Millionär Anlass für mich, diesen Artikel zu verfassen.

Mit der Kandidatur von Friedrich Merz in 2018 ist Deutschland um eine Neiddebatte reicher geworden- und da sieht man mal wieder was passiert, wenn man sich nicht an die Regel hält: Über Geld spricht man nicht. Mir wurde einmal geantwortet auf die Frage, warum man nicht über Geld spricht. Antwort der jungen Frau: „…weil man beim Finanzamt anonym angezeigt werden kann“. Ja, leider ist das in unserem Lande so. Denunzieren konnten wir schon immer gut.

Auch gruselig ist eine Aussage, entdeckt in den „sozialen Medien“: „… wer sein Gehalt wegen des Finanzamts nicht offen preisgibt, ist wohl ein Steuersünder und bescheißt das Gemeinwesen damit.“

Solche und andere Dummheiten ertrage ich immer weniger, je älter ich werde. Ich habe gedacht, ich werde gelassener.

Warum spricht man nicht über Geld?

Ich glaube für mich zu wissen, warum man nicht über Geld spricht. Zumindest kann ich den einen Umstand erklären, der mir so richtig deutlich gemacht hat, warum es anscheinend so wichtig ist, nicht über Geld zu sprechen. Ich blicke auf mein bescheidenes Leben zurück.

 

Der erste große Übeltäter in meinen Augen

Es ist einfach nur Neid. Blanke Missgunst. In allen Facetten kommt sie daher. Mal versteckt, mal mal offen zeigt sie ihre hässliche Fratze bei Groß und Klein, Alt und Jung, durch alle Gesellschaftsschichten. Auf meine Recherche zum Thema Neid, stieß ich auf einen Artikel: https://www.spektrum.de/news/psychologie-warum-wir-neidisch-sind/1571020

Ehrlich gesagt, zum Thema Neid musste ich richtig lesen, denn ich bin noch nie wirklich neidisch gewesen. Wirklich noch nie? Ich kenne dieses Gefühl nicht außer das neidische Gefühl, wenn meine Freundin es schafft mal wieder 3 Kilo abgenommen zu haben und ich nicht. Eigentlich beflügelt es mich, jetzt endlich auch meine Ernährung besser zu gestalten und mehr Sport zu treiben.

 

Der zweite Übeltäter

Verschleierungstaktiken der Wirtschaft. Der betriebliche, oder auch gesellschaftliche, Frieden ist angeblich in Gefahr. Die Geheimnisse um unsere Einkommen sind so gewollt, damit die großen Ungerechtigkeiten nicht deutlich werden. Das ist billiger für die Unternehmen.

Die Schweigepflicht dient dem Betriebsfrieden

In jungen Jahren wusste jeder vom anderen, wie hoch die Ausbildungsvergütung ausfällt. Nach der Ausbildung änderte sich das schlagartig. Das Gehalt meiner Kollegen ging mich nichts an. Hauptargument: Wir wollen den Betriebsfrieden waren. Die Schweigepflicht bezüglich des Einkommens war sogar im Arbeitsvertrag verankert.

Eine starke Konditionierung erklärt hier den selbstverordneten Maulkorb in den späteren Jahren. Ich habe so gut wie nie über die Höhe meines Gehaltes gesprochen.

Worüber ich mir Gedanken machte, war das Wort betrieblicher Friede im Zusammenhang mit Geld. Im Umkehrschluss bedeutete das für mich ganz banal, dass mein Kollege wahrscheinlich so viel mehr verdiente, dass ich das nie erfahren darf. Denn wüsste ich darüber, könnte ich zornig werden. Der Betriebsfrieden steht damit tatsächlich auf Kippe. Das war selbstverständlich kein Trost für mich und brachte mich schon damals im zarten Alter von 20 Jahren auf die Palme.

Da war mal was mit “gleicher Lohn für gleiche Arbeit“

Wir alle wissen, dass irgendwann trotzdem über die Höhe der Gehälter gesprochen wird und große Ungerechtigkeiten empfunden werden. Allen voran den Frauen spielt man übel mit.  Das soll an dieser Stelle nicht das Thema sein, aber ich frage mich nach 40 Berufsjahren, warum die Frauen nicht so richtig auf die Barrikaden gehen. Dafür lassen wir uns das Gendern auf die Augen drücken. Damit werden wir abgespeist.

Vorschlag: Frauen verweigern unisono ihre Arbeit zu machen, wenn nicht gleicher Lohn für gleiche Arbeit gezahlt wird. So wie damals die Heinze-Frauen aus Gelsenkirchen

 

Die Schweden legen ihr Einkommen offen

Mit dieser völligen Transparenz wie in Schweden fühlte ich mich auch nicht wohl.  Aber für mich vorstellbar wäre eine Transparenz in den Firmen. Quasi ein Aushang am schwarzen Brett. Neben einem Bild des Mitarbeiters und anderen berufsrelevanten Infos, wäre die Angabe des Jahreseinkommens ganz nett. Transparenz gegen Ungerechtigkeiten. Das dürfe vor allem die Frauen interessieren.

Wieviel Geld läßt Du in Dein Leben?

Lassen wir unserer Fantasie mal freien Lauf. Stelle dir vor, du verdienst 250.000 Euro im Jahr.  Und? Wird dir schlecht? Es gibt auch Menschen, die erst bei der Vorstellung um 500.000 Euro Zuckungen bekommen. Deren „Setpoint“ liegt wahrscheinlich genau dort.

Wo liegt dein finanzieller Setpoint? Bekommst du weiche Knie und schwitzige Hände, wenn du über deine inneren Blockaden hinweg bestimmte Geldsummen in dein Leben läßt?

1 Millionen Euro jedes Jahr Einkommen ist doch klasse, oder? Nach Abzug aller Steuern und anderen Abgaben bleibt dir immer noch 500.000 Euro. Das wären im Monat nach Adam Riese und Eva Winzig 41.666 Euro, die dir zur Verfügung stünden. Was machst du damit Monat für Monat? Mit Sicherheit wirst du andere Probleme haben als heute.

 

Bleibe eine arme Sau in deiner geistigen Komfortzone

Wenn du in der Vorstellung lebst, Geld zu haben sei unanständig, wirst du niemals zu Geld kommen, auch nicht zu kleinen Summen, was immer das für dich persönlich bedeutet. Du willst nicht unanständig sein.  Also bleibst du lieber eine arme Sau in deiner geistigen Komfortzone.

Ist dir Geld nicht wichtig, dann beschwere dich nicht. Du bekommst genau das Geld, das du in dein Leben lässt. Kein Geld.

Geldsprüche

Geld ist unanständig. Wer Geld hat, der betrügt und überhaupt, große Gehälter und Geldbeträge sind niemals ehrlich verdientes Geld. Die wenigen Frauen, die nennenswerte Einkünfte erzielen, haben wahrscheinlich mit allen Vorgesetzten zuvor Sex gehabt. Tja, manchmal könnte ich kotzen.

Jahrzehntelange Konditionierung auf die Schlechtigkeiten von Geld hat ein derartig angespanntes Verhältnis zu Geld, Besitz und den Menschen dahinter geschaffen, dass es kaum noch aufgelöst werden kann. Jeder einzelne von uns kann mal selbst prüfen, wann er einen dieser nachfolgend aufgezählten Sprüche gehört hat:

  • Geld macht unglücklich
  • Geld verdirbt den Charakter
  • Wer Geld hat, geht über Leichen
  • Wer Geld hat, hat das niemals ehrlich verdient, sondern andere betrogen
  • Ehrlich verdientes Geld gibt es nicht

und so weiter…

Wer Geld hat, ist hierzulande suspekt.

Ich höre die Stimmen in den Nachrichten, die Friedrich Merz als Kandidat für den CDU-Vorsitz keine Chancen einräumen, weil er zu viel Geld hat. Könnte man nicht denken, dass gerade dieser Umstand ihn befähigt, besonders über den Dingen zu stehen, dass er das Amt nicht braucht, um seine Rente aufzubessern? Könnte man ihm nicht unterstellen, dass er als besonders erfolgreicher Geschäftsmann nun in der Politik das Rad drehen kann?

Ich verlinke zu diesem Thema Friedrich Merz einen Artikel aus Süddeutsche Zeitung: https://www.sueddeutsche.de/politik/friedrich-merz-millionaer-reich-cdu-vorsitz-1.4220852

Ich glaube, dass ein Millionär sehr wohl in der Lage ist, sich in ärmere Menschen hinein zu versetzen.  Auch der Herr Merz kann das. Ist es nicht vielmehr so, dass Politiker zu Marionetten des Kapitalismus und der Lobbyisten geworden sind? Politiker wissen um die Ungerechtigkeiten. Wollten sie die aus der Welt schaffen, müssten sie einigen wahren Entscheidern in diesem Land auf die Zehen treten. Denken wir mal an die deutschen Autobauer!

Es könnte auch den Wahlsieg kosten. Herr Schröder – die SPD – die Agenda 2010. Mal ehrlich. Seitdem verblüht die SPD und ist bald nur noch ein Schatten ihrer selbst. Die meisten Politiker denken immer nur von einer Wahlperiode bis zur nächsten. Was dabei herauskommt, wenn man eine Politik á la Schröder verordnet, sehen wir ja jetzt. Sie werden von ihren Wählern nicht mehr gewählt. Davor hat jede Partei Angst.

Die Deutschen sind Neidweltmeister

Woher kommt diese Missgunst? Warum gönnen wir den Menschen nicht ihren Verdienst in xfacher Höhe. Dazu finde ich den etwas akademischen Artikel der Welt „Wir Deutschen sind Neidweltmeister“ passend.

Als Arbeiterkind hatte ich alle Chancen mich zu bilden.

Ich habe viele Gelegenheiten beim Schopfe ergriffen, besser zu sein und mehr Geld zu verdienen. Nur so viel, wie ich vertragen habe. Ich habe genau das bekommen, was meinen Gedanken zuließen. Ein normales feines Einkommen, damit ich mir ausser Miete und Nahrung, auch noch Kosmetik und Kultur leisten konnte. Ich fand es noch nie witzig, nur für ein hohes Einkommen, 16 Stunden am Tag zu arbeiten. Arbeiten adelt nicht, sondern Arbeit macht müde. Ich suchte nach Möglichkeiten für den Weg des geringsten Widerstandes, um mit wenig Einsatz das Bestmögliche herauszuholen. Das ist mir meistens nicht gelungen und ich habe sehr oft bis zum Umfallen gearbeitet. Vor allem in meiner selbständigen Tätigkeit habe so viel gearbeitet wie in keinem Angestelltenverhältnis zuvor.

 

Mein Vater, tiefroter Genosse und Gewerkschafter

„Jeder ist seines Glückes Schmied. Alles ist möglich, du musst es nur tun. Fang an. Bewege dich. Treffe Entscheidungen, aber trage auch die Konsequenzen aus deinen Entscheidungen. Übernehme Verantwortung“.

Meistens kam danach ein Basta (da gab´s zwar Schröder schon, aber noch nicht in der Politik). Ich bin im Ruhrpott groß geworden. Damals war ich 16 Jahre jung. Danach habe ich immer gelebt. Ich war nie neidisch, außer auf die Freundin mit 3 Kilo weniger. Das ist wohl eher meiner Zickigkeit und Eitelkeit geschuldet als dem Neid.

 

Zum Himmel stinkende Ungerechtigkeiten haben nichts mit Neid zu tun 

Bestimmte Verhältnisse in unserem schönen Lande sind einfach nur zum Himmel stinkende Ungerechtigkeiten. Verdienst ist eine Entschädigung für geleistet Arbeit. Denken wir an Pflegekräfte und Krankenschwestern. Leisten die weniger Arbeit? Auch schon vor Corona bildeten auch sie die Säulen unserer Gesellschaft.  Wie viel ist welche Arbeit wert?

Warum verdienen die einen Menschen so viel Geld an einem Tag, wie andere Menschen in zwei Jahren nicht an Einkommen verdienen? Geschweige von den Pensionsansprüchen der Politiker nach relativ kurzer Zeit der Zugehörigkeit im Club schon Ansprüche haben. Warum eigentlich? Sind Politiker die besseren Menschen?

Über Fußballer rege ich mich am meisten auf

Wie gut muss ein Fußballer Fußball spielen, um mehrere Millionen im Jahr zu verdienen? Zur Erinnerung: Verdienst ist eine Entschädigung für geleistete Arbeit.

Tut mir leid, Polemik ist nicht angebracht, aber ich konnte es mir nicht verkneifen. Ich weiß natürlich, welche Mechanismen werkeln, um diese und andere Verdienst-Entgleisungen zu ermöglichen.

Es geht nur um Fußball spielen. Ihr da draußen, die Fußballticketbezahler zahlen sehr hohe Eintrittspreise für ihre Fußballer. Ich komme aus Dortmund und weiß, was Fußballfans zu leisten im Stande sind. Ein arbeitsloser Fan bringt seinen letzten Euro in das Stadion für ein bisschen Spaß.

Mensch Mann, da unter kicken die Millionäre und du zahlst diese Eintrittsgelder?

Das hat nichts mit NEID zu tun. Das finde ich einfach nur blöd.

Sei nicht neidisch, sondern übernehme Verantwortung

Wenn´s um das Geld geht, hängen die meisten Menschen ihre Selbstverantwortung an den Nagel. Die geringe Bereitschaft für das eigene Leben Selbstverantwortung zu übernehmen, ist in meinen Augen tatsächlich einer der Gründe, warum es so viele Neiddebatten gibt. Der Staat soll´s regeln und verteilen.

Ich bin ein ausgesprochener Fan von Selbstverantwortung. Leider fühle ich mich von der Politik immer mehr bevormundet und gegängelt. Selbstverantwortliches Handeln wird ständig bestraft. Wer in diesem Lande für sich selbst sorgt, bekommt viele Ohrfeigen in Form von zusätzlicher Verantwortung für das „Gemeinwohl“. Das äußert sich in Zusatzbeiträgen, Zusatzsteuern oder allgemeinen Steuerlasten. Auch der Umstand keine Kinder zu haben, übrigens egal aus welchen Gründen, zahlt eben mehr in die Pflegekasse. Bekomme ich auch etwas dafür, meinen Job 3 Jahre an den Nagel gehängt zu haben, weil ich meine Mutter pflegte? Ach so, ich bin verheiratet. Dann zählt das nicht. Es macht keinen Sinn in diesem Beitrag näher darauf einzugehen. Ich zahle das gerne und habe deswegen kein Brot weniger.

Aber eine Frage sei gestattet vor diesem Hintergrund eines so fürsorglichen Staates: Wer hat eigentlich noch Lust, viel Geld zu verdienen? Dieser Sozialstaat ist derart schlecht gemanagt, dass ich ihm am liebsten jegliche Zahlungen verweigern möchte. Hier wird mit meinen Ressourcen sorglos und verschwenderisch umgegangen. Dürfen die das, ohne dafür die Konsequenzen zu übernehmen? Offensichtlich schon, denn sie werden von uns gewählt.

Die ständige „Staatsfürsorge“ bringt keine mündigen Bürger hervor. Der Staat soll es regeln und natürlich gerecht verteilen. Tut er aber nicht. Schon gar nicht gerecht.

Sei nicht neidisch auf die Geld-Menschen, sondern schau hinter ihre Geschichten zum Geld

Ob wir Geld haben oder nicht. Ob wir auskommen mit unserem Einkommen, oder nicht. Muss es wirklich peinlich sein, wenn jemand mit seinem Geld prahlt? Ich fände es nicht unangenehm, sondern würde diesen Menschen zum Erfolg gratulieren. Wie ist diese Person dazu gekommen, so viel Geld zu verdienen? Mich interessieren Erfolgsgeschichten hinter dem Geld.

Ich kenne keine erfolgreichen Menschen mit viel Geld, die irgendwann vor dem großen Einkommen missgünstig auf andere Menschen gewesen wären. Wer keinen dieser Geld-Menschen in seinem Dunstkreis kennt, liest mal Erfolgsgeschichten, zum Beispiel von Steve Jobs oder Bill Gates. Kostolany tut´s auch. Übrigens auch eine lesenswerte Erfolgsgeschichte liefert Arnold Schwarzenegger.

 

Neid ist destruktiv und hilft dir nicht zu Erfolg und Wohlstand.

Neid kann bestenfalls ein Ansporn sein, alles dafür tun, auch so erfolgreich zu werden, wenn man das unbedingt anstrebt. Eine gewisse Motivation. Aber reden wir dann noch von Neid?

Ist die schwedische Lösung der finanziellen Transparenz sinnvoll? Zumindest sollte mal darüber nachgedacht werden. Sie kann in Teilen auf jeden Fall Ungerechtigkeiten aufdecken. Vielleicht hören dann diese unsinnigen Neid-Debatten auf und über Geld wird normaler geredet. Ich glaube, ich fange jetzt an zu träumen. Ich träume von Diskussionen in der Bevölkerung über gleichen Lohn für gleiche Arbeit, Mindestlohn und gerechten Lohn in der Dienstleistung. Übrigens für beide Geschlechter, sehr nützlich für das spätere Rentenniveau und ein Schritt weg von der Altersarmut.

Ich meine ja nur – so als Vorschlag.

Alle Gute und viel Erfolg in Sachen Geld.

Wieviel Sterne vergibst du?
 
Summary