Lange Autofahrt mit Katzen

Lange Autofahrt mit Katzen

Lange Autofahrt mit 2 Katzen – 800 Kilometer unterwegs – Erfahrungsbericht

Unmöglich? Im Auto? Mit Katzen im Auto zu reisen ist schwierig und dann noch für 800 Kilometer. Das ist Quälerei und unmöglich. Dachte ich auch. Mit einer ordentlichen Portion Respekt habe ich mich an dieses tierische Urlaubsprojekt gewagt und behaupte: Alles halb so wild und nur eine Sache der guten Vorbereitung. Romeo und Rocky haben die Reise und das Urlaubsappartment gut überstanden und waren genauso gut drauf wie immer.

In diesem Beitrag liest du über meine Erfahrungen, mit 2 Katzen über 800 Kilometer im Auto zu reisen, meine Vorbereitungen für diese spezielle Reise und was am Urlaubsort im Appartement geschah.

Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat’s einfach gemacht.

Unbekannter Autor

Warum die Katzen in den Urlaub mitnehmen?

Schön öfter bin ich in den Urlaub gefahren und die Katzen blieben beaufsichtigt zuhause. Als meine Eltern noch  aufpassen konnten, war das gar kein Problem. Meine Katzen kannten den elterlichen Haushalt. Sie wurden dort gehätschelt bis zum Abwinken. Nun kam irgendwann der Moment, dass kein Elternteil mehr zur Verfügung stand.

Eine Freundin, ebenfalls Besitzerin von zwei Perserkatzen und nur 5 Gehminuten entfernt von unserer Wohnung, erklärte sich bereit für eine Woche morgens und abends zu füttern, zu streicheln und auch spielen. Eine andere Freundin blieb sogar für den Nachmittag 3 Stunden in unserer Wohnung, nur um sich um die zwei Fellnasen zu kümmern. Das für eine Woche Urlaub.

Protestpinkeln bei den Katzen und schlechtes Gewissen bei unsereiner

Grundsätzlich lief es gut, aber…immer ein ungutes Gefühl im Urlaub, die Zwei allein gelassen zu haben. Jeden Morgen wachte ich auf und dachte:“ Hoffentlich geht alles gut. Hoffentlich vermissen sie mich nicht zu sehr.“ Vor allem Nachts werden wir belagert. Regelrecht zum Schmusen werden wir beim Fernsehen aufgefordert.  Angesagt sind Haarbürste für ausgiebiges Striegeln und Druckmassagen zwischen den Augen und an der Stirn. Glaubt ihr auch, dass Katzen menschenbezogen sind?

 

Bei unseren Katzen ist das auf jeden Fall so. Da wo mein Mann und ich sind, fühlen sich unsere Katzen wohl. Dabei wird immer gesagt, dass es die Örtlichkeiten sind, die wichtiger sind als der Bezug zum Menschen. Ich habe dazu andere Beobachtungen gemacht.

 

Protestpinkeln am sechsten Tag

Am sechsten Tag war es soweit. Pinkeln neben dem Klo anstatt hinein. Größer konnte für meinen Geschmack der Protest über unsere Abwesenheit gar nicht sein. Der Hilfeschrei war unüberhörbar. Für mich stand fest. Entweder gar nicht mehr in Urlaub, solange die Tiere lebten, oder nur noch mit Katzen in den Urlaub.  Zumindest für Abwesenheiten über 3 Nächte. Mein Entschluss stand fest, bei 14 Tagen Urlaub kann ich Rocky und Romeo nur mitnehmen und alles dafür tun, die Reise so angenehm wie möglich zu gestalten. Ganz nebenbei habe ich dann auch Urlaub.

 

Ich taumelte zwischen Begeisterung und DAS KLAPPT NIE

Bedenken, Bedenken und nochmals Bedenken. Bin ich verantwortungslos, wenn ich den Katzen eine so lange Autofahrt zumuten würde? Rocky kommt aus Murcia/Spanien und Romeo aus Teneriffa. Beide Tiere mussten lange Transportwege überstehen. (Ich weiß, es gibt genug deutsches Tierleid, aber die beiden waren bereits hier angekommen.)

Sollte ich den Berichten im Internet glauben?

Bekanntlich wird in vielen Berichten immer wieder darauf hingewiesen, wie doof unseren geliebten Katzen das Autofahren finden. Teilweise wird sogar ein richtige Panikmache verbreitet. Bloß nicht. Die Tiere sind anschießend neurotisch und total gestresst. Mit Katzen zu reisen geht niemals gut. Katzen am besten an ihrem gewohnetn Ort belassen und ein Katzensittung organisieren.

Rocky ließ immer in den ersten 15 Autofahrt keinen Zweifel daran, dass es ihm miserabel geht. Jede Tierarztfahrt Katzengejammer. Romeo war dagegen immer sehr ruhig. Kein grundsätzliches Geschreie, aber die Augen sprachen Bände.

 

Warum ausgerechnet vom Südwesten in den hohen Norden für 800 Kilometer

Die Reise war gebucht und wegen Corona öfter verschoben worden. Außerdem planen wir einen wochenlangen Mini-Ausstieg. Wir müssen die beiden Kater, Romeo und Rocky, auf jeden Fall mitnehmen. Wir können überall arbeiten und die Luft am Meer tut meiner Gesundheit so gut. Unsere Überlegung war, jetzt für 14 Tage einen Test mit den Tieren zu starten. Gleich richtig ausprobieren und nicht viel herumexperimentieren. Wie bekommt die Reise den beiden Katzen? Wie schnell werden sie sich einleben am Urlaubsort? Fragen, die eine Antwort suchten.

 

Das brauchte ich für die Reise und  am Urlaubsort

Versteht sich von selbst, dass ich viele Informationen  einholte. Damit du dir ein Bild von den Utensilien und Vorbereitungen machen kannst, schreibe ich alles auf. Zunächst nur eine Liste und weiter unten beschreibe ich ausführlicher.

 

  1. Eine ausreichend große Transportbox. Die Katzen müssen aufstehen und sich drehen können. Eine Öffnung von oben und eine Öffnung an einer Seite. Für Futter- und Wasserschale sollte noch Platz übrig sein.
  2. Etwas Futter und Leitungswasser – falls sie überhaupt etwas davon nehmen wollen. Auch gleich an den ersten Tag am Urlaubsort sollte das gewohnte Futter zur Verfügung stehen. Wir sind Sonntags gereist, auch wegen weniger LKW-Verkehr
  3. Ein Katzenklo/Schaufel und Streu
  4. Zylkene – schon 2 Wochen vor dem Urlaub beginnen.
  5. Feliway – für das Appartement
  6. Feliway-Spray – für die Transportboxen und Auto-Innenraum
  7. Halsbänder mit Leine
  8. Klebefolie/Haushaltsfolie um Möbel, Stühle etc. vor Kratzorgien zu schützen
  9. Einen Kratzbaum
  10. Eine Kratzmatte
  11. Lieblings-Liegeplätze
  12. Wohndecken
  13. Alte Handtücher, Wischlappen etc. für eine eventuelle Reinigung der Boxen, wenn ein Malheur passiert.

Transportboxen

Erst einmal haben wir ausgemessen, was unsere Rückbank im Auto verträgt. 120 cm insgesamt, also zwei Transportboxen zu jeweils 60 cm. Die Transportboxen standen nebeneinander. Boxen sind ein absolutes MUSS.  Sie sind auch Versteck am Urlaubsort. Von der Sicherheit im Auto ganz zu schweigen. Die Tiere niemals im Auto frei herumlaufen lassen. Stelle dir nur einmal vor, du musst eine Vollbremsung machen und dein Tier ist unten im Fußraum.

Leitungswasser und Futter

Wasser in einer kleinen Flasche und etwas Trockenfutter standen zur Verfügung, wurden aber nicht angerührt. Ich habe das verstanden. Wer denkt an Fressen, wenn sich alles so stressig und mühsam anfühlt. Ich versichere euch, alles wurde nachgeholt noch am gleichen Abend der Ankunft im Appartement. 

Katzenklo

Wir haben aus Platzgründen ein kleineres Ka-Klo gekauft. Das war ein Fehler. Ich empfehle ein größeres, obwohl beide Kater auch auf das kleine Katzenklo gingen, so fliegt doch zu viel Streu daneben. Ich war ständig am Fegen und vor allem am Ausputzen der Katzentoilette. Morgens, Mittags und Abends. Einfach mühsam.

Zylkene

Vorher ausprobieren, ob die Tiere Zylkene vertragen. Da ich bereits gute Erfahrungen mit Zylkene gemacht hatte, griff ich natürlich darauf zurück. Bei der Zusammenführung von Romeo und Rocky habe ich die Empfehlung von der Tierpsychologin bekommen. Hier der Beitrag zu diesem Thema

Feliway-Stecker

Genauso wie mit Zylkene verhält es sich mit Feliway. Ich finde es sehr teuer, aber ehrlich gesagt, wenn wir 2 Wochen in ein Appartement fahren können, dann muss dieser Betrag für die Tiere übrig sein. Der Stecker kam gleich in die Stromdose bei Ankunft und auch noch zuhause nach unserer Rückkehr. Hält 4 Wochen.

Feliway Spray

Schon 3 Tage vorher in die Boxen einmal am Tag Innen gesprüht. So wie im Beipackzettel beschrieben. Die Boxen waren die letzten Tage vor der Abreise Bestandteil der Wohnung. Teilweise haben sich die Katzen schon hineingelegt. Ich hatte den Eindruck, dass sie sich nach dem Beduften mit dem Feliway gleich wohl fühlten. Diese Transportboxen empfehle ich nur wegen der Größe, der Stabilität trotz Leichtigkeit und der Handhabung. Ansonsten stinken die Transportboxen wie die Pest. Ich habe sie 3 Wochen auf dem Balkon ausdünsten lassen. Dann war es in Ordnung. Vielleicht sind die teureren Transportboxen besser.  In Zukunft kaufe ich vor Ort.

Halsbänder mit Leine

Das war weniger mühsam als ich erwartet hatte. Die Halsbänder waren die preiswertesten, die ich bekommen konnte. Hals- und Brustband. Schließlich sollten sich im Falle eines Falles die Tiere nicht erhängen. Sie dienen lediglich der Sicherheit während des Transportes. Ich wollte auf jeden Fall verhindern, dass die Tiere beim Öffnen der Boxen, oder der Autotüren, plötzlich entwischen. Ein Albtraum, wenn die an der Raststätte ausbüxen. Das Geschirr habe ich eine Woche vorher angelegt, damit zum Autofahrstress nicht zusätzlich ein Leinenstress dazu kam. Die Gewöhnungsphase war rasant schnell.  

Klebefolie

Die Klebefolie schütz Polsterecken und andere Möbel vor Kratzattacken. Ich hatte die Folie schon in meinem eigenen Haushalt ausprobiert, weil trotz genügend anderer Kratzangebote, immer wieder eine Polsterecke so unwiderstehlich war zum Kratzen. Ich kann nur sagen: WIRKT. Diese Kleberei gefällt den Katzen nicht. Die Folie lässt sich gut wieder abziehen. Sie riecht nicht. (Vorsichtig sein beim Abziehen.) Nun hatte ich nicht genug Folie am Urlaubsort. Nach zirka 10 Tagen fing Romeo an, „sein Eigentum hervorzuheben“ nach dem Motto „hier bin ich und hier bleibe ich“. Abhilfe habe ich gefunden in Klarsichtfolie und Alu-Folie. Funktioniert ganz hervorragend. Beide Haushaltsfolien sind nicht attraktiv für Katzen. Vielleicht nehme ich beim nächsten Mal nur diese Folien mit, die man auch in jedem Laden kaufen kann. 

Kratzbaum

Vom gezeigten Kratzbaum haben wie zwei Stück. Einer konnte nur mit. Auseinandergenommen passte dieser Kratzbaum ins Auto. Das haben wir vorher ausprobiert. Der Kratzbaum wurde stark frequentiert und ich hätte den anderen auch mitnehmen sollen. Beide haben jedenfalls ihr Kratzbedürfnis an dem Kratzbaum ausgelassen.

Kratzmatte

Was immer eure Katzen als Kratzmatte nehmen. Mitnehmen wenn möglich. Auch ein Stück Teppichfliese ist großartig, könnte ich mir vorstellen. Mein Rocky hat irgendwann eine Gymnastikmatte zerlegt. Derartig zerkratzt, dass ich ihm diese überlies. Ich habe ein gutes Stück davon abgeschnitten und mitgenommen in den Urlaub. Was hatte Rocky für eine Freude damit.

Liegeplätze

Irgendwann einmal habe ich für die alten, leider etwas zu kleinen Plastiktransportboxen, weiches Liegematerial gekauft. Genau diese Liegeplätze habe ich mitgenommen, wie auch zwei ältere Ikea-Felle, die ständig als Liegefläche in der Wohnung in Benutzung waren. Sie dienten bei der Autofahrt als weiche Auspolsterung der Transportboxen. Später im Appartement habe ich sie im Zimmer auf dem Boden verteilt und ehe ich mich versah, waren außer der Platz auf meinem Schoß auch die Fellplätze ständig belegt.

Wohndecken

Darauf kam ich ziemlich zum Schluss unserer Reisevorbereitungen. Mit den Decken habe ich das Sofa abgedeckt. Zuhause haben wir Leder und kein Haar bleibt dort hängen. Außerdem riecht es mehr nach Zuhause für die Tiere, wenn wir unsere Wohndecken ausbreiten. Am Urlaubsort war das ein Volltreffer. Sehr praktisch auch beim Aufräumen. Decke zusammenfalten und alles sieht aus wie neu auf dem Sofa.

Handtücher etc. nur für die Autofahrt

Denke unbedingt daran, die Transportboxen schnell säubern zu können. Stelle dir vor, wie die sonst so reinlichen Tiere sich fühlen in einer stinkenden Transportbox. Pieseln und erbrechen kann schließlich bei so einer Autofahrt passieren. Ich hatte Glück!

Wie ging es weiter? Was geschah am Urlaubsort?

In einem zweiten Teil berichte ich ausführlicher über meine Erfahrungen und wie es Romeo und Rocky ergangen ist. Die Bilder in der Galerie lassen schon erahnen, dass beide Kater die Reise gesund überstanden haben, ohne größere psychische Schäden. Keiner der beiden hatte später irgendwelche Marotten oder war übernervös.

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