Fortsetzung Lange Autofahrt mit Katzen

Fortsetzung Lange Autofahrt mit Katzen

Lange Autofahrt mit Katzen Teil 2

Im ersten Teil habe ich über die Vorbereitungen geschrieben. Von Transportboxen bis zu Wohndecken. Alles wichtige Bausteine, die für Katzensicherheit und Wohlbefinden sorgen sollten. Eine Freundin meinte, dass sie mit Ihren Kindern auch so viel Arbeit hatte ;-). Rocky und Romeo fühlten sich schnell sehr wohl am Urlaubsort.

Wir Menschen sollten uns vor Augen halten, dass für Katzen das Verreisen nicht mit Freude verbunden ist.  Auch nicht alle Hunde reisen gerne. Aus meinen persönlichen Erfahrungen weiß ich, dass das Verlassen der Tiere ebenfalls sehr unangenehm ist, und zwar für Tier und Mensch.

Ich möchte meiner Verantwortung den Katzen gegenüber gerecht werden. Der Spagat zwischen Tierwohl und dem menschlichen Bedürfnis nach Urlaubs-Erholung bedarf einiger Vorbereitungen. Diese Vorbereitungen sind im ersten Teil ausführlich beschrieben.

Die Autofahrt

Die erste Viertelstunde war die Hölle wegen Rocky. Rocky war laut und beklagte sich jämmerlich. Er hechelte stark. Romeo war stumm. Beide lagen die ganze Fahrt überwiegend ruhig in der Box. Nur Romeo drehte sich öfter und stand auch auf, um eine neue Position einzunehmen. Die Größe der Transportbox ist deshalb wichtig. Die Katzen müssen sich bewegen können. Ob sie es dann tun, ist eine andere Frage.

Ich habe es nicht riskiert, in Pausen die Transportbox nach Draußen zu stellen, oder gar mit Leine ein Tier in die Wiese zu lassen. Das Katzengeschirr hatten sie um. Sie gehen bei uns nicht vor die Türe. Es sind reine Wohnungskatzen. Wie groß muss die Angst sein, sie ausgerechnet jetzt einer Parkplatzsituation auszusetzen?

Rocky wurde nach 15 Minuten Fahrt still, das Hecheln hörte auf und später fielen ihm einfach die Augen zu. Stress erschöpft. Genau wie bei Romeo. Bei Pausen haben wir die Türen aufgemacht für eine ordentliche Lüftung. Die Klimaanlage war auf 21 Grad und der Luftzug auf die niedrigste Stufe eingestellt. Fenster wurden während der Fahrt nicht geöffnet, um jeden Durchzug zu vermeiden.

Futter und Wasser hatten wir dabei, aber nichts davon stieß auf Begeisterung. Ein vorbereitetes kleines Klo wurde nicht benutzt. Wir hatten die Boxen geöffnet, natürlich bei geschlossenen Autotüren, aber keine Katze kam heraus. Sie holten das alles nach bei Ankunft.

auf der Rückbank

auf der Rückbank

 

ANKUNFT: Fressen, Saufen, Klo – in dieser Reihenfolge

Wir waren nur froh, dass Rocky und Romeo ziemlich schnell zur Tagesordnung übergingen. Fressen und trinken abwechselnd. Das Kaklo wurde von jeder Katze zweimal hintereinander aufgesucht in den ersten beiden Stunden.

Wir haben unsere Sachen gar nicht ausgepackt. Erst die Tiere. Alles aufgestellt. Dann die Boxen geöffnet. Sie kamen heraus, schauten sich kurz um und liefen anschließen sofort auf die Futternäpfe zu.

Im Hintergrund des Bildes erkennt ihr auch die Felle und Liegeplätze. Alles gleich hingelegt. Je mehr Gerüche aus dem Zuhause, desto besser für die Katzen. Die Transportboxen ließ ich zunächst für 4 Tage stehen, um sie später auf dem Balkon zu deponieren.

Den Ankunftstag und am darauffolgenden Vormittag blieben wir im Appartement.

Felle und Liegeplätze

Felle und Liegeplätze

Schon am anderen Tag schienen sie erholt von der strapaziösen Reise zu sein.

Die beiden Kater liefen herum und waren neugierig. Imme wieder schauten sie bei uns vorbei. Gaben Laute von sich und suchten Blickkontakt. Etwas scheu noch hier und da, vor allem bei ungewohnten Geräuschen. Am dritten Tag gab es das übliche Gerangel der beiden und am Morgen die Rufe nach Futter. Aufs Bett kamen sie sofort in der ersten Nacht, als wenn nichts gewesen wäre. Wir sind in den folgenden Tagen unseren üblichen Urlaubsaktivitäten nachgegangen. Wenn wir Heim kamen, fanden wir Rocky und Romeo auf unserem Bett, wie zuhause. Meistens haben wir die Betten offengelassen.

Immer noch erschöpft aber es geht ihnen gut

Immer noch erschöpft aber es geht ihnen gut

Vorsicht bei Balkonen

Unser Balkon im Erdgeschoss war zwar schön für uns, aber unsere Fellnasen haben wir selten rausgelassen und nur, wenn wir mit größter Aufmerksamkeit dabei waren. Die Kater waren gerne bei uns auf dem Balkon. Aber hier war keine Absicherung wie zuhause. Da ich das mit dem geöffneten Fenster schon kannte und wusste, wie schnell Katzen beim Erschrecken vor irgendwas in die falsche Richtung springen können, stand ich derart unter Strom, dass ich es bevorzugte, die Balkontür geschlossen zu halten. Eine Alternative für uns, aber für Romeo und Rocky sicherlich kein Trost: Der Kratzbaum stand im Fenster. Abwechselnd wurde er von Rocky und Romeo belegt.

Im Foto sieht man auch den Liegeplatz, der von Rocky belegt ist. 

Romeo Kratzbaum und Rocky am Boden auf Liegeplatz

Romeo Kratzbaum und Rocky am Boden auf Liegeplatz

Würde ich mit Katzen noch einmal in den Urlaub fahren?

Ja, Ja, Ja. Rocky und Romeo haben am Abend der Ankunft begonnen zu fressen und Wasser zu trinken. Sofort. Klo war als erste Aktion aufgestellt und wurde nach Fressen gleich aufgesucht. Das ging die folgenden 2 Stunden so weiter. Fressen, Saufen, Klo. Wir sind am Nachmittag um 15.00 Uhr angekommen und den ersten Tag nicht fortgegangen. Erstens wollten wir beobachten, was die Katzen so treiben und wie es ihnen geht und natürlich auch, um die beiden mit unserer Anwesenheit sicherer zu machen. Eines kann ich jetzt wirklich behaupten. Da wo wir sind, sind auch die Katzen zuhause. Sie brauchen genauso lange wie wir, um sich an einen neuen Ort zu gewöhnen. Ich denke, sogar weniger Zeit der Eingewöhnung.

Fressen und Putzen nach Ankunft

Fressen und Putzen nach Ankunft

Wo sind die Haken?

Reisen mit Katzen, oder auch nur mit einer Katze, ist grundsätzlich anstrengend. Vorbereitungen sind rechtzeitig zu treffen. Transportboxen würde ich nur noch im Handel vor Ort kaufen (Geruchs-Internet gibt es nicht!). Man muss sich damit abfinden, dass es weitergeht mit zusätzlicher Arbeit am Urlaubsort. Unterkünfte mit „Tiere erlaubt“ bedeutet noch nicht, dass auch Katzen erlaubt sind. Das unbedingt vorher kommunizieren und sich schriftlich (per E-Mail) bestätigen lassen.

Nun hatten wir ein solches Appartement, aber dort gab es nichts, was einen Katzenaufenthalt angenehmer machte. Wir nahmen alles von zuhause mit.

Wenn ich diesbezüglich einen Wunsch habe, dann der nach mehr Katzenfreundlichkeit. Für Hunde gibt es alles Mögliche. Dabei überwiegen zahlenmäßig die Katzenhaushalte die Hundehaushalte.

Das Abdecken des Sofas hat sich als nützlich erwiesen. Ich hatte für die beiden Katzen die gewohnte Ikea-Vase laughing mitgenommen. Das Katzengeschirr habe ich später abgenommen, aber für die Rückfahrt wieder angebracht.

Anzahl der Katzen in deutschen Haushalten

Laut Statitsta.com lebten im Jahr 2020 in Deutschland 15,7 Millionen Katzen. Hunde dagegen nur 10,7 Millionen. Warum gehen die Anbieter der Unterkünfte mit der potenziellen Katzen-Kundschaft so sträflich um? Ich gebe zu, vielleicht auch deshalb, weil mit Katzen nicht oft verreist wird. Lohnt sich nicht, aber doch nur, weil wir Katzenfreunde uns nicht trauen mit den Tieren zu reisen.

Nach dieser Reise überlege ich mir ernsthaft, ein Appartement zu kaufen, das ich von Vorn bis Hinten katzengerecht einrichte und nur an Katzenbesitzer mit ihren Tieren vermiete. Leider sind Immobilien augenblicklich einfach zu teuer. Aber der Gedanke an einer gemeinschaftlichen Investition von Katzenfreunden geht mir nicht aus dem Kopf.

Rückfahrt und wie war´s dann wieder zuhause?

Sofort als wir ankamen, stürzten sich die zwei auf das Katzengras und das vorbereitete Futter von unserer Freundin, die für die Balkonblumen sorgte und den Briefkasten leerte.

Die Rückfahrt war fast so wie die Hinfahrt. Rocky war nur viel stiller und hörte bereits nach 5 Minuten auf zu jammern. Beide schliefen und als ich sie aus ihren Boxen ließ, war alles wie immer. Als wenn sie nie fort gewesen wären.

Ist die Katze gesund freut sich der Mensch – vor allem im Urlaub

Fazit

Ich würde es jederzeit wieder machen. Keine Angst vor panikmachenden Aussagen, die vor Reisen mit Katzen warnen. Meine Katzen sind jedenfalls ohne Psychosen wieder zurückgekommen.

Allerdings reise ich nicht unter 2 Wochen. Aufwand und der Stress für die Katzen sollten im richtigen Verhältnis stehen. Für 3 Nächte mute ich den Stress weder meinen Tieren noch mir selbst zu. Meine Tiere bleiben für Wochenendausflüge in ihrer gewohnten Umgebung mit entsprechender Katzenpflege. Sollte ich eine Unterkunft finden an meinen Lieblings-Urlaubsorten die katzengerechter ausgestattet ist, fahren mein Mann und ich jedes Jahr mit unseren Tieren in den Urlaub für eine sehr viel längere Zeit. Rocky und Romeo haben das super überstanden und waren Ruckzuck eingelebt. Mal ehrlich: zwei Wochen Urlaub sind doch ordentlich, oder?

Mein Mann und ich waren jedenfalls entspannter als sonst, weil wir die Sorge um unsere beiden Lieblinge nicht hatten.

ist die katze gesund freut sich der mensch - vor allem im Urlaub

Ist die Katze gesund freut sich der Mensch – vor allem im Urlaub

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Lange Autofahrt mit Katzen

Lange Autofahrt mit Katzen

Lange Autofahrt mit 2 Katzen – 800 Kilometer unterwegs – Erfahrungsbericht

Unmöglich? Im Auto? Mit Katzen im Auto zu reisen ist schwierig und dann noch für 800 Kilometer. Das ist Quälerei und unmöglich. Dachte ich auch. Mit einer ordentlichen Portion Respekt habe ich mich an dieses tierische Urlaubsprojekt gewagt und behaupte: Alles halb so wild und nur eine Sache der guten Vorbereitung. Romeo und Rocky haben die Reise und das Urlaubsappartment gut überstanden und waren genauso gut drauf wie immer.

In diesem Beitrag liest du über meine Erfahrungen, mit 2 Katzen über 800 Kilometer im Auto zu reisen, meine Vorbereitungen für diese spezielle Reise und was am Urlaubsort im Appartement geschah.

Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat’s einfach gemacht.

Unbekannter Autor

Warum die Katzen in den Urlaub mitnehmen?

Schön öfter bin ich in den Urlaub gefahren und die Katzen blieben beaufsichtigt zuhause. Als meine Eltern noch  aufpassen konnten, war das gar kein Problem. Meine Katzen kannten den elterlichen Haushalt. Sie wurden dort gehätschelt bis zum Abwinken. Nun kam irgendwann der Moment, dass kein Elternteil mehr zur Verfügung stand.

Eine Freundin, ebenfalls Besitzerin von zwei Perserkatzen und nur 5 Gehminuten entfernt von unserer Wohnung, erklärte sich bereit für eine Woche morgens und abends zu füttern, zu streicheln und auch spielen. Eine andere Freundin blieb sogar für den Nachmittag 3 Stunden in unserer Wohnung, nur um sich um die zwei Fellnasen zu kümmern. Das für eine Woche Urlaub.

Protestpinkeln bei den Katzen und schlechtes Gewissen bei unsereiner

Grundsätzlich lief es gut, aber…immer ein ungutes Gefühl im Urlaub, die Zwei allein gelassen zu haben. Jeden Morgen wachte ich auf und dachte:“ Hoffentlich geht alles gut. Hoffentlich vermissen sie mich nicht zu sehr.“ Vor allem Nachts werden wir belagert. Regelrecht zum Schmusen werden wir beim Fernsehen aufgefordert.  Angesagt sind Haarbürste für ausgiebiges Striegeln und Druckmassagen zwischen den Augen und an der Stirn. Glaubt ihr auch, dass Katzen menschenbezogen sind?

 

Bei unseren Katzen ist das auf jeden Fall so. Da wo mein Mann und ich sind, fühlen sich unsere Katzen wohl. Dabei wird immer gesagt, dass es die Örtlichkeiten sind, die wichtiger sind als der Bezug zum Menschen. Ich habe dazu andere Beobachtungen gemacht.

 

Protestpinkeln am sechsten Tag

Am sechsten Tag war es soweit. Pinkeln neben dem Klo anstatt hinein. Größer konnte für meinen Geschmack der Protest über unsere Abwesenheit gar nicht sein. Der Hilfeschrei war unüberhörbar. Für mich stand fest. Entweder gar nicht mehr in Urlaub, solange die Tiere lebten, oder nur noch mit Katzen in den Urlaub.  Zumindest für Abwesenheiten über 3 Nächte. Mein Entschluss stand fest, bei 14 Tagen Urlaub kann ich Rocky und Romeo nur mitnehmen und alles dafür tun, die Reise so angenehm wie möglich zu gestalten. Ganz nebenbei habe ich dann auch Urlaub.

 

Ich taumelte zwischen Begeisterung und DAS KLAPPT NIE

Bedenken, Bedenken und nochmals Bedenken. Bin ich verantwortungslos, wenn ich den Katzen eine so lange Autofahrt zumuten würde? Rocky kommt aus Murcia/Spanien und Romeo aus Teneriffa. Beide Tiere mussten lange Transportwege überstehen. (Ich weiß, es gibt genug deutsches Tierleid, aber die beiden waren bereits hier angekommen.)

Sollte ich den Berichten im Internet glauben?

Bekanntlich wird in vielen Berichten immer wieder darauf hingewiesen, wie doof unseren geliebten Katzen das Autofahren finden. Teilweise wird sogar ein richtige Panikmache verbreitet. Bloß nicht. Die Tiere sind anschießend neurotisch und total gestresst. Mit Katzen zu reisen geht niemals gut. Katzen am besten an ihrem gewohnetn Ort belassen und ein Katzensittung organisieren.

Rocky ließ immer in den ersten 15 Autofahrt keinen Zweifel daran, dass es ihm miserabel geht. Jede Tierarztfahrt Katzengejammer. Romeo war dagegen immer sehr ruhig. Kein grundsätzliches Geschreie, aber die Augen sprachen Bände.

 

Warum ausgerechnet vom Südwesten in den hohen Norden für 800 Kilometer

Die Reise war gebucht und wegen Corona öfter verschoben worden. Außerdem planen wir einen wochenlangen Mini-Ausstieg. Wir müssen die beiden Kater, Romeo und Rocky, auf jeden Fall mitnehmen. Wir können überall arbeiten und die Luft am Meer tut meiner Gesundheit so gut. Unsere Überlegung war, jetzt für 14 Tage einen Test mit den Tieren zu starten. Gleich richtig ausprobieren und nicht viel herumexperimentieren. Wie bekommt die Reise den beiden Katzen? Wie schnell werden sie sich einleben am Urlaubsort? Fragen, die eine Antwort suchten.

 

Das brauchte ich für die Reise und  am Urlaubsort

Versteht sich von selbst, dass ich viele Informationen  einholte. Damit du dir ein Bild von den Utensilien und Vorbereitungen machen kannst, schreibe ich alles auf. Zunächst nur eine Liste und weiter unten beschreibe ich ausführlicher.

 

  1. Eine ausreichend große Transportbox. Die Katzen müssen aufstehen und sich drehen können. Eine Öffnung von oben und eine Öffnung an einer Seite. Für Futter- und Wasserschale sollte noch Platz übrig sein.
  2. Etwas Futter und Leitungswasser – falls sie überhaupt etwas davon nehmen wollen. Auch gleich an den ersten Tag am Urlaubsort sollte das gewohnte Futter zur Verfügung stehen. Wir sind Sonntags gereist, auch wegen weniger LKW-Verkehr
  3. Ein Katzenklo/Schaufel und Streu
  4. Zylkene – schon 2 Wochen vor dem Urlaub beginnen.
  5. Feliway – für das Appartement
  6. Feliway-Spray – für die Transportboxen und Auto-Innenraum
  7. Halsbänder mit Leine
  8. Klebefolie/Haushaltsfolie um Möbel, Stühle etc. vor Kratzorgien zu schützen
  9. Einen Kratzbaum
  10. Eine Kratzmatte
  11. Lieblings-Liegeplätze
  12. Wohndecken
  13. Alte Handtücher, Wischlappen etc. für eine eventuelle Reinigung der Boxen, wenn ein Malheur passiert.

Transportboxen

Erst einmal haben wir ausgemessen, was unsere Rückbank im Auto verträgt. 120 cm insgesamt, also zwei Transportboxen zu jeweils 60 cm. Die Transportboxen standen nebeneinander. Boxen sind ein absolutes MUSS.  Sie sind auch Versteck am Urlaubsort. Von der Sicherheit im Auto ganz zu schweigen. Die Tiere niemals im Auto frei herumlaufen lassen. Stelle dir nur einmal vor, du musst eine Vollbremsung machen und dein Tier ist unten im Fußraum.

Leitungswasser und Futter

Wasser in einer kleinen Flasche und etwas Trockenfutter standen zur Verfügung, wurden aber nicht angerührt. Ich habe das verstanden. Wer denkt an Fressen, wenn sich alles so stressig und mühsam anfühlt. Ich versichere euch, alles wurde nachgeholt noch am gleichen Abend der Ankunft im Appartement. 

Katzenklo

Wir haben aus Platzgründen ein kleineres Ka-Klo gekauft. Das war ein Fehler. Ich empfehle ein größeres, obwohl beide Kater auch auf das kleine Katzenklo gingen, so fliegt doch zu viel Streu daneben. Ich war ständig am Fegen und vor allem am Ausputzen der Katzentoilette. Morgens, Mittags und Abends. Einfach mühsam.

Zylkene

Vorher ausprobieren, ob die Tiere Zylkene vertragen. Da ich bereits gute Erfahrungen mit Zylkene gemacht hatte, griff ich natürlich darauf zurück. Bei der Zusammenführung von Romeo und Rocky habe ich die Empfehlung von der Tierpsychologin bekommen. Hier der Beitrag zu diesem Thema

Feliway-Stecker

Genauso wie mit Zylkene verhält es sich mit Feliway. Ich finde es sehr teuer, aber ehrlich gesagt, wenn wir 2 Wochen in ein Appartement fahren können, dann muss dieser Betrag für die Tiere übrig sein. Der Stecker kam gleich in die Stromdose bei Ankunft und auch noch zuhause nach unserer Rückkehr. Hält 4 Wochen.

Feliway Spray

Schon 3 Tage vorher in die Boxen einmal am Tag Innen gesprüht. So wie im Beipackzettel beschrieben. Die Boxen waren die letzten Tage vor der Abreise Bestandteil der Wohnung. Teilweise haben sich die Katzen schon hineingelegt. Ich hatte den Eindruck, dass sie sich nach dem Beduften mit dem Feliway gleich wohl fühlten. Diese Transportboxen empfehle ich nur wegen der Größe, der Stabilität trotz Leichtigkeit und der Handhabung. Ansonsten stinken die Transportboxen wie die Pest. Ich habe sie 3 Wochen auf dem Balkon ausdünsten lassen. Dann war es in Ordnung. Vielleicht sind die teureren Transportboxen besser.  In Zukunft kaufe ich vor Ort.

Halsbänder mit Leine

Das war weniger mühsam als ich erwartet hatte. Die Halsbänder waren die preiswertesten, die ich bekommen konnte. Hals- und Brustband. Schließlich sollten sich im Falle eines Falles die Tiere nicht erhängen. Sie dienen lediglich der Sicherheit während des Transportes. Ich wollte auf jeden Fall verhindern, dass die Tiere beim Öffnen der Boxen, oder der Autotüren, plötzlich entwischen. Ein Albtraum, wenn die an der Raststätte ausbüxen. Das Geschirr habe ich eine Woche vorher angelegt, damit zum Autofahrstress nicht zusätzlich ein Leinenstress dazu kam. Die Gewöhnungsphase war rasant schnell.  

Klebefolie

Die Klebefolie schütz Polsterecken und andere Möbel vor Kratzattacken. Ich hatte die Folie schon in meinem eigenen Haushalt ausprobiert, weil trotz genügend anderer Kratzangebote, immer wieder eine Polsterecke so unwiderstehlich war zum Kratzen. Ich kann nur sagen: WIRKT. Diese Kleberei gefällt den Katzen nicht. Die Folie lässt sich gut wieder abziehen. Sie riecht nicht. (Vorsichtig sein beim Abziehen.) Nun hatte ich nicht genug Folie am Urlaubsort. Nach zirka 10 Tagen fing Romeo an, „sein Eigentum hervorzuheben“ nach dem Motto „hier bin ich und hier bleibe ich“. Abhilfe habe ich gefunden in Klarsichtfolie und Alu-Folie. Funktioniert ganz hervorragend. Beide Haushaltsfolien sind nicht attraktiv für Katzen. Vielleicht nehme ich beim nächsten Mal nur diese Folien mit, die man auch in jedem Laden kaufen kann. 

Kratzbaum

Vom gezeigten Kratzbaum haben wie zwei Stück. Einer konnte nur mit. Auseinandergenommen passte dieser Kratzbaum ins Auto. Das haben wir vorher ausprobiert. Der Kratzbaum wurde stark frequentiert und ich hätte den anderen auch mitnehmen sollen. Beide haben jedenfalls ihr Kratzbedürfnis an dem Kratzbaum ausgelassen.

Kratzmatte

Was immer eure Katzen als Kratzmatte nehmen. Mitnehmen wenn möglich. Auch ein Stück Teppichfliese ist großartig, könnte ich mir vorstellen. Mein Rocky hat irgendwann eine Gymnastikmatte zerlegt. Derartig zerkratzt, dass ich ihm diese überlies. Ich habe ein gutes Stück davon abgeschnitten und mitgenommen in den Urlaub. Was hatte Rocky für eine Freude damit.

Liegeplätze

Irgendwann einmal habe ich für die alten, leider etwas zu kleinen Plastiktransportboxen, weiches Liegematerial gekauft. Genau diese Liegeplätze habe ich mitgenommen, wie auch zwei ältere Ikea-Felle, die ständig als Liegefläche in der Wohnung in Benutzung waren. Sie dienten bei der Autofahrt als weiche Auspolsterung der Transportboxen. Später im Appartement habe ich sie im Zimmer auf dem Boden verteilt und ehe ich mich versah, waren außer der Platz auf meinem Schoß auch die Fellplätze ständig belegt.

Wohndecken

Darauf kam ich ziemlich zum Schluss unserer Reisevorbereitungen. Mit den Decken habe ich das Sofa abgedeckt. Zuhause haben wir Leder und kein Haar bleibt dort hängen. Außerdem riecht es mehr nach Zuhause für die Tiere, wenn wir unsere Wohndecken ausbreiten. Am Urlaubsort war das ein Volltreffer. Sehr praktisch auch beim Aufräumen. Decke zusammenfalten und alles sieht aus wie neu auf dem Sofa.

Handtücher etc. nur für die Autofahrt

Denke unbedingt daran, die Transportboxen schnell säubern zu können. Stelle dir vor, wie die sonst so reinlichen Tiere sich fühlen in einer stinkenden Transportbox. Pieseln und erbrechen kann schließlich bei so einer Autofahrt passieren. Ich hatte Glück!

Wie ging es weiter? Was geschah am Urlaubsort?

In einem zweiten Teil berichte ich ausführlicher über meine Erfahrungen und wie es Romeo und Rocky ergangen ist. Die Bilder in der Galerie lassen schon erahnen, dass beide Kater die Reise gesund überstanden haben, ohne größere psychische Schäden. Keiner der beiden hatte später irgendwelche Marotten oder war übernervös.

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Erst nach 36 Monaten wurden meine 2 Kater Freunde

Erst nach 36 Monaten wurden meine 2 Kater Freunde

Erst nach 36 Monaten wurden meine 2 Kater Freunde

 Am 21, Juli 2018 haben wir Rocky in Empfang genommen. Damals hieß er noch Orejon, das spanische Wort für Knickohr. Es sollte ein schwieriger Weg werden für die Kater Romeo und Rocky. Erst nach 36 Monaten wurden meine 2 Kater Freunde.  Hier liest du über die Vergesellschaftung von zwei Kater, die Schwierigkeiten und warum es sich lohnt, auch fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen. 

Ich gehe nicht ein auf die immer fortwährende Frage, ob Wohnungskatzen nun besser alleine sein sollten, oder doch mit einem Artgenossen ihr Dasein fristen. 

 

Um die zwei Kater geht es:

ROCKY

Maincoon

ca. 9 Jahre

 

ROMEO

EKH, Hauskatze

ca. 10 Jahre

Im Juli 2018 war es so weit. Wir konnten Rocky abholen.

Zunächst wollten wir beide Kater getrennt voneinander halten, um die Gewöhnung langsam vorzunehmen. Ich hatte meinen Romeo gut in Erinnerung anläßlich einer kurzen Pflegschaft einer anderen Katze. Da wurde aus meinem so liebevollen Charmeur ein wilder Tiger. Ist aber alles gut gegangen.

Diesmal sollte es schonender für Romeo von statten gehen. Rocky wurde im Wohnzimmer aus seinem Transportkorb frei gelassen. Ein bischen dünn und etwas zerrupft sah er aus. Ganz anders als Maincoon´s so aussehen. Neugierig ging er gleich los wie ein Rocker. Breiter Pfotenstand, könnte man sagen, irgendwie ungelenk. Futter nahm er sofort an, Wasser wurde ebenfalls sofort genommen. Er lief mutig überall entlang. Von verstecken keine Spur. Eine Namensänderung drängte sich angesichts seines Verhaltens auf: Rocky der Rocker. Das Bild rechts entstand ca. 10 Wochen später. Er hat sich ziemlich schnell erholt. Das der Rocker Rocky seinem Namen alle Ehre machte, konnten wir zu diesem Zeitpunkt nicht einmal erahnen.

 

Maincoon Rocky im September 2018

Der Sprung aus dem Fenster in die Wiese

wiese unter dem wohnzimmerfenster

Wiese unter dem Wohnzimmerfenster

Nun, es war heiß im Sommer 2018. Ihr könnt Euch erinnern? Superheiß. Unser Wohnzimmerfenster blieb geschlossen. Bis Besuch kam. Wir hatten zwar darüber berichtet, dass ein neuer Katzenmitbewohner im Wohnzimmer Einzug gehalten hat, aber trotzdem öffnete dieser Besucher das Fenster.  Er hatte schlicht nicht damit gerechnet, dass dieser doch fremde Kater gleich auf die Fensterbank springt.

Ich war kurz in der Küche. Zurück ins Wohnzimmer sah ich nur noch wie Rocky am Fenster sitzt und sich erschreckte. Mit einem Riesensatz sprang er aus dem Fenster in die Wiese. Wir wohnen Hochparterre.

 

Schock und große Sorgen

Ich kann euch mit Worten nicht beschreiben, was ich in diesem Moment empfand. Kalt und heiß fuhr es gleichzeitig in meine Glieder. Erstarrt vor Schreck. Ich weiß nicht mehr, wie ich zum Fenster gelaufen bin. Ich sah an meiner neuen rothaarige Katerschönheit gerade noch die Schwanzspitze. Ein Kater, der gerade mal ein paar Stunden in einer völlig neuen Umgebung garantiert keine Wurzeln geschlagen hatte. Wie sollte der Kater zurückfinden?

Wir sind sofort los und haben gesucht. Er wurde noch einmal kurz gesehen an den Garagen vorbei Richtung Feld. Keine Chance, ihn zu ergreifen. So klobig wie er zunächst aussah, so schnell war er nun unterwegs.

Ich habe sofort eine Anzeige Bei Tasso aufgegeben. Es dauerte auch nicht lange, dass „Tierisch Happy“ anrief. Tierisch Happy war die Vermittlungsstelle in Bad Camberg. Was ist passiert? Ausgebüxt? Sie hatte es gleich durch die Tasso Vermisstenmeldung mitbekommen. Die Vermittlerin von Tierisch Happy war klasse. Sie hat mir gleich Hilfe angeboten und sich sehr gekümmert.

 

Nächtliche Suchhilfe

Mitten in der Nacht bekamen wir weitere Unterstützung für das Suchen. Eine ehrenamtliche Mithelferin von Tierisch Happy kam samt Lebenspartner und bot Suchhilfe an. Mit Taschenlampen bewaffnet gingen wir los. Leider ohne Erfolg. Er kann doch nicht weit sein, oder? Die Fantasie spielt Streiche und alle Horrorszenarien nisteten sich in unserm Kopfkino ein. Das war eine schlimme Nacht.

 

Der Futternapf brachte ihn morgens um 4 Uhr zurück

Die junge Frau empfahl uns, einen Futternapf dorthin zu stellen, wo Rocky runtergesprungen ist. Das taten wir. Da wir Hochparterre wohnen, haben wir einen sehr guten Überblick auf das Wiesengelände vor unserem Wohnzimmerfenster. Dank der lauen Sommernacht blieb ich auf unserem Balkon die ganze Nacht wach. Was ich da alles zu sehen bekam. Ein Igel machte sich über mein Katzenfutter her. Okay, ich habe ihn fressen lassen. Als das Schmatzen nicht mehr zu hören war, füllte ich den Napf wieder auf. Das war auch gut so, denn morgens um 4.00 Uhr sehe ich ihn, den Rotschopf. Er lebte. Gott sei Dank. Insgesamt war Rocky nur 12 Stunden verschollen.

Ich habe ihn einfangen können, um die Geschichte an dieser Stelle zu kürzen. Nicht aufgeben und sich helfen lassen von erfahrenen Menschen. Sie helfen und trösten und habe wirksame Tipps auf Lager.

 

Tierpsychologin nach nächtlichen Attacken von Rocky

Ich habe lange überlegt, ob eine Tierpsychologin etwas übertrieben ist. Gott sei Dank investierte ich richtig an dieser Stelle. Meine anfängliche Skepsis wich schnell. Frau Asmuß kam und klärte mich auf. Einige Videos von den nächtlichen Attacken seitens Rocky, sendete ich ihr zuvor zu. So konnte sie sich einen Eindruck von dem Problem verschaffen.

Rocky machte seinem Namen alle Ehre. Er drosch auf meinen Romeo ein. Der arme Romeo. Der wehrte sich zwar, aber ich wollte diesem Treiben nicht ohne weiteres zuschauen. Ich beobachtete nämlich, wie Romeo sich veränderte. Er wurde zunehmend schreckhafter und  mir und meinem Mann gegenüber sehr zurückhaltend. Ich hatte ein schlechtes Gewissen. Dabei meinte ich es nur gut. Romeo war vorher auch mit einem Kater zusammen und nie alleine. Es konnte so nicht weitergehen. Ich brauchte mehr als gute Ratschläge aus den Internetforen und von Katzenfreundinnen.

 

Guter Rat ist teuer, aber er nützt auch etwas

Die Psychologin war professionell aufgestellt. Spieltherapie für einen hyperaktiven Kater stand an. Ja, richtig Arbeit war das und alles andere als ich ursprünglich geplant hatte.

Ich erfuhr, dass jede Attacke vom NEUZUGANG Rocky, gar nicht so böse gemeint ist. Die Begutachtung der Videos ließ diese Interpretation zu. Rocky ist einer der überaktiven Kater, die eine entsprechende Auslastung benötigen. Und ja, er wurde ruhiger, nicht nur durch eine Spieletherapie.

 

3 Jahre später ist Rocky angekommen und von Romeo akzeptiert

Drei Jahre später, läuft es auf ein Verhältnis des gegenseitigen Respektes hinaus. Es wird sich geprügelt zweimal am Tag (1 mal morgens und 1 mal abends). Aber auch Nachlaufen ist angesagt.  Die Kater gehen sich überwiegend aus dem Weg, nur beim Futtern entwickeln sie Gemeinsamkeiten, tauschen auch schon mal den Fressnapf. Der Gang auf die Katzentoiletten ist immer friedlich, selbst wenn beide gleichzeitig das KaKlo aufsuchen müssen.

Was mich besonders freut am Abend: Da wollen beide bei mir sitzen und manchmal kommen sich die Kater dabei richtig nahe. So wie auf der Fensterbank unseres Balkons.

 

Kurzbeschreibung: was machen die beiden heute?

Rocky ist nicht nur ein Name, sondern Programm. Dieser Kater ist ein Rocker. Er spielt wie ein Rocker, er läuft wie ein Rocker.

Wie ein Halbstarker. Das „Knickohr“ ist äußerlich zu sehen, aber innen ist Rocky alles andere als geknickt. Sehr selbstbewusst, das Knickohr. Rocky ist Besuch egal, er bleibt auf seinem Platz, blinzelt mal hoch und läßt sich auch anfassen. Auf keinen Fall läuft er fort oder versteckt sich.

Romeo ist auch selbstbewusst, aber insgesamt viel ruhiger. Außer in seiner Lautgebung. Romeo ist eine Sprechkatze. Nichts bleibt unkommentiert. An der Art des Miauens erkenne ich schon, ob es sich einfach mal meldet, oder ob er etwas einfordert. Er liegt ständig bei mir und läßt sich von mir immer anfassen. Romeo mag Besucher gar nicht. Er ist sehr, sehr wählerisch. Meistens mag er die Frauen mehr als die Männer. Er läuft fast immer fort, wenn jemand schellt.

Mut für mehr Geduld

Ich hatte immer Glück mit einem Mehrkatzenhaushalt. Das es auch anderes sein kann, habe ich versucht zu schildern. Ich hätte niemals gedacht, dass einige Dinge so viel Zeit brauchen. Zeit bedeutet manchmal mehrere Monate und wie bei uns fast 2 Jahre. Selbst heute noch gibt es Mini-Fortschritte und immer wieder mal Überraschungen. Gott sei Dank positive Überraschungen.

Wie ahnungslos ich war und wie gut, dass es so fähige Menschen gibt, die sich für unsere Haustiere engagieren.

Danke an dieser Stelle für alle mir zu Teil gewordenen Hilfen von Tierisch Happy (Bad Camberg) und Frau Asmuß (Darmstadt)

Tierische Grüße von Romeo und Rocky
und menschliche Grüße Othmar und Barbara

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