Es lebe der Sport

Bei diesem Ausspruch kommt wahrlich nicht bei Jedem Freude auf. Sehr viele halten es mit Churchill: NO SPORTS! Ehrlich gesagt, es gab auch in meinem sportlichen Dasein Situationen, in denen ich genau á la Churchill dachte. Irgendeine Sportverletzung zwang mich zum Stillstand. Siehste, hättest du kein Sport gemacht, würde es dir jetzt bessergehen.

Diese wenigen Augenblicke waren höchst selten und so schnell wieder vorbei wie sie kamen.

Ab meinem dreiundzwanzigsten Lebensjahr begleitet mich Sport. Davor war ich eine sehr faule Socke. Mein Gott, mein Angstwort damals war „Bundesjugendspiele“ und „Sportunterricht“. Mit abgrundtiefer Verachtung umging ich jede Möglichkeit mich zu bewegen. Vor allem dieser Gruppenzwang. Furchtbar. Sport an und für sich war schon schrecklich genug, und das dann auch noch in der Gruppe war der Gipfel der Unmöglichkeiten.

Wie kam ich trotz dieser Abneigung zum Sport mit 23 Jahren?

In meinem früheren Leben war ich Zahnarzthelferin. Ein Studium für mich war geplant. Meine Eltern planten das. Ich hatte keine Lust. Schule war langweilig und ich wollte einen eigenen Haushalt gründen, d.h. weg von zuhause. Geld verdienen und selbständig sein.

Ich bin eine Quasseltüte und liebte schon immer die Kommunikation. Ich stellte mir die Arbeit als Zahnarzthelferin richtig nett vor. Außerdem bot sich für die Jahrgänge der höheren Schulausbildung an, die Ausbildung in Turbogeschwindigkeit zu absolvieren. 

Nach 2 Jahren bereits meldete sich mein Rücken. Die Stuhlassistenz forderte ihren Tribut. Außerdem lag eine nicht behandelte Skoliose vor.  Der 4 Lindenwirbel begann sich zu verabschieden. Sehr schmerzhaft. Mein damaliger Chef konnte das Elend nicht mehr mit ansehen und schickte mich höchst privat zu einem Düsseldorfer Orthopäden (sein Freund). Ohne diesen Arzt würde ich vielleicht im Rollstuhl sitzen. Ich vergesse nie, was mir dieser Orthopäde damals empfahl: „Ich garantiere dir Mädchen, wenn du nicht anfängst deinen Körper zu trainieren, wirst du mit 40 Jahren körperlich am Ende sein“.

Er zählte mir meine Degenerationen auf

und gab mir unmissverständlich zu verstehen, was ich zu tun habe, damit dieser Krankheitsverlauf gestoppt, geheilt und so gut wie eben geht wieder in einem positiven Gesundheitszustand geführt wird.

„Stärke dein natürliches Muskelkorsett“ und dann zeigte er mir an meinem Körper und an einem Modell, welche Muskeln es am dringlichen gilt zu trainieren. Später dann alle Muskeln, damit ich im Leben weiter aufrecht gehen könnte.

Ich muss nicht erklären, welche Panik mich ereilte und wie ernst es für wurde. Ich setzte alles daran, dass mein natürliches Muskelkorsett wuchs und gedeihte.

Fortan trainierte ich in den Mucki-Buden,

die Anfang der 1980 Jahren meistens nur Männer besuchten. Damals keine eleganten und schicken Wellness-Oasen und Lady-Fitness-Studios, sondern schweißriechende Männerdomänen. Die Testosteron geschwängerte Luft war stickig. Die Blicke, die mich trafen, waren misstrauisch und verwundert. Mitte der 1980 Jahre gewöhnten sich die Männer daran, dass die eine oder andere Frau mit trainierte. Es gab wirklich tolle Ratschläge von diesen Supermännern. Niemals ist mir irgendeine Art von Belästigung, oder blöder Anmache widerfahren. Im Gegenteil.

Es waren freundliche und hilfsbereite Männer, wenn ich vor einem Berg von Eisen stand, der erst mal abräumt werden musste, damit ich mit meinen paar 15 Kilo meine Langhantel schwingen konnte. Klar, gefrotzelt haben sie manchmal die Arnold´s und die Jean-Claude Van Damm´s. „Pass auf, überheb dich nicht!“

Heute gibt es fast nur Training bei mir zu Hause. Ein Fitness-Studio besuche ich hin und wieder, wenn ich einige Monate mal wieder Abwechslung brauche. Meine allerliebste Trainingsumgebung ist heute die Natur. Den Sport habe ich nach einer fast 3 jährigen Pause wieder entdeckt, weil die Kilos schwinden sollten. Nun, einfach wird das nicht werden.

Sportliche Vorbilder können motivieren

Ich bin ein Arnold Schwarzenegger Fan. Ich liebe Science Fiction und Fantasy-Filme. Arnie als Androide aus der Zukunft im Terminator. Herrliche Erinnerungen an´s Popcorn-Kino.

Es gibt einige Bücher zum Thema Body Building von Herrn Schwarzenegger. Am besten allerdings finde ich das letzte Buch von ihm: Total Recall – die wahre Geschichte meines Lebens. Ein sehr interessanter Lebensweg und vor allem, Arnold lässt tief blicken. Es hat Gründe, so erfolgreich zu sein. Wie erfolgreiche Menschen ticken, was sie ausmacht und wie der Ehrgeiz weiterbrennt, kann man sich von ihnen abschauen. Da ist nichts dem Zufall überlassen. Ziemlich zum Schluss in diesem über 600 Seiten Wälzer schreibt Arnold Schwarzenegger über Arnold´s Regeln. Eine davon lautet: „Verwandle deine Mankos in Vorzüge“. 

Die Hollywood-Agenten wollten keinen mit diesem Akzent und diesem Körper und diesem Namen. Mit dem Adjektiv „Bizarr“ beschrieben sie, was sie von Herrn Schwarzenegger hielten.

Das war nur die Aufforderung für Arnold Schwarzenegger, an seinem Akzent und den schauspielerischen Fähigkeiten zu arbeiten. Ich erspare mir die Einzelheiten zu seiner Karriere. John Milius, Regisseur von Conan der Barbar: „Wenn wir Schwarzenegger nicht gehabt hätten, hätten wir uns einen wie ihn basteln müssen.“ 

Gerade die Eigenschaften, die eine Rolle verhinderten, habe ihn zum Star in Hollywood gemacht.

Zum Schluss mein Lieblingsspruch

Es gibt noch einen Ausspruch von Arni, für den ich absolut stehe, weil ich ebenfalls diese Erfahrung gemacht habe:

„Disziplin ist nur eine Frage der Zielbewusstheit. Wer seine inneren Bilder klar vor Augen hat, kann seine nächste Handlungsgelegenheit gar nicht abwarten.“

Ja, wer sein Ziel kennt, braucht nicht herumzuirren. Mein Ziel war allerdings nicht unbedingt nur ein gesunder Rücken, sondern ganz nebenbei auch Gewichtsverlust. Schlank sein – fast um jeden Preis! Die Vernunft kehrte aber ein und mit dem Sporttraining brauchte ich fortan keine Diät mehr, um mein Gewicht zu halten.

Viel Erfolg beim Ziele formulieren und Dranbleiben.

 

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