Hast du Angst, dass dein Körper im Alter nicht mehr so mitmacht?

Hast du Angst, dass dein Körper im Alter nicht mehr so mitmacht?

Hast du Angst, dass dein Körper im Alter nicht mehr so mitmacht?

 

WARUM hast du Angst?

Es geht um das Thema Älter werden und egal wie jung du bist, oder lebenserfahren, es schadet nicht, dich früh mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Am besten begegnest du deiner Angst auf zwei Ebenen: auf mentaler Ebene und auf der körperlichen Ebene. In diesem Beitrag gehe ich zunächst auf die mentale Ebene ein.

 

Wir alle möchten fit und leistungsfähig bleiben

 

Vielen Menschen ist ein fitter und gesunder Zustand im Alter verwehrt. Wenn ich sehe, wie ein älterer Mensch ziemlich fit an mir vorbei radelt, wundere ich mich und frage insgeheim, was dieser Mensch so anderes macht.  Warum ist das so? Was kann ich tun, damit das bei mir auch so ist, wenn ich mal richtig alt bin?

Weißt du, dass deine Lebenserwartung nur zu 30 Prozent genetisch bedingt ist?

Ich kenne auch nicht „die Wahrheit“ von der es bekanntlich immer viele gibt. Ich weiß aber, dass du im Leben viel mit einer Geisteseinstellung beeinflussen kannst. Die körperliche Ebene kann man trainieren mit Laufen, Krafttraining im Fitstudio, Radfahren und so weiter. Aber wie trainiert man den Geist, wie erlangt man eine andere Geisteseinstellung und welche Einstellung muss es denn sein?

 

Den Geist trainieren? Wie geht das?

 

Vorweg: Mit Kreuzworträtseln kommst du nicht wirklich weiter.

Es geht schon damit los, dass ältere Menschen jetzt abwinken. Ich lerne doch nicht mehr. In meinen alten Kopf will das nicht mehr hinein.

Ich kenne noch den Spruch „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“.

So ein Glaubenssatz verleitet uns dazu, das Lernen im Alter aufzugeben. Dabei kommt jetzt die beste Zeit. Ab 60 ist deine beste Zeit für das Planen, Träumen, LERNEN, Neugierig sein.  Ich kann alles das aufzählen, was schon vor 30 Jahren Gültigkeit hatte. Das gilt jetzt erst recht.

 

Wie denkst du über das Altern?

 

Wenn du denkst, dass du im Alter nicht mehr Bergwandern wirst und auch kein Tennis mehr spielen kannst, dann wird es so kommen. Wie wir mit dem Altern umgehen, hat sehr viel mit der Art des Denkens über unser Altern zu tun. Es gibt Glaubensätze, die haben sich so eingeprägt in deine Gehirnwindungen, dass du dir nicht mehr vorstellen kannst, dass alles ganz anders kommen könnte. Du bekommst genau das, was du glaubst bekommen zu müssen. Ich spreche aus eigener Erfahrung.

Wenn es deine Weltanschauung ist, dass das Altern ganz schlimm sein wird, dann wird es so sein. Wenn du glaubst das mit 60 Jahren die Krankheiten kommen werden (Mutter hat das immer gesagt), dann passiert das genauso. Heute habe ich Asthma und ein Hautleiden. Leider habe ich auch diese Erfahrung gemacht. Ich wurde fast zum 60. Geburtstag krank. Eine Punktlandung. Als wenn jemand den Schalter umgelegt hätte. Ich musste einiges neu erlernen seit diesem Geburtstag. Und immer noch lerne ich weiter.

Programmierungen und Glaubenssätze

 

Dann fange ich mal an aufzuzählen. Es sind nicht alles meine Glaubenssätze, aber zwei auf jeden Fall:

  • Im Alter werde ich auf´s Abstellgleis gestellt.
  • Keiner interessiert sich mehr für mich.
  • Die Knochen werden immer steifer
  • Ich fange doch jetzt nicht mit Sport an, das nützt nichts mehr
  • Osteoporose bekomme ich bestimmt
  • Bestimmt werde ich auch so krank wie … (Name hier gedanklich eintragen)
  • Ich werde fett werden (ist mir passiert, purer Unsinn)
  • Wenn das in meinem Alter noch so einfach wäre…
  • Mich nimmt doch keiner mehr…
  • Am schlimmsten „dafür bin ich zu alt“

Führe weitere Glaubenssätze an dieser Stelle fort. Was fällt dir noch ein?

 

Bitte übernehme nie den Ausspruch „dafür bin ich zu alt“

 

und übernehme nie die Massenhypnose á la „warte ab, wenn du alt bist, dann wirst du auch stöhnen und krank werden…“, oder „komme du erst einmal in mein Alter!“ Na, wiedererkannt?

Glaube mir, es ist nicht einfach dieser Programmierung im Laufe eines Lebens zu entkommen, selbst wenn du es besser weißt, oder noch so jung bist, dass dich das alles gar nicht interessiert. „Komme du erst in mein Alter“ habe ich schon mit Mitte zwanzig gehört.

Meistens übernehmen wir diese Denkweisen von unseren Eltern. Unser Unterbewusstsein ist allzeit bereit auch den größten Unsinn aufzunehmen. Unsere Eltern wussten es nicht besser. Dein Umfeld ist häufig ebenfalls nicht positiver aufgestellt.

Deine mentale Einstellung bestimmt dein Alter.

 

Wenn du hörst, dass in deiner Nachbarschaft Herr Müller mit knapp 59 Jahren gestorben ist, dann wirst du wie fast alle Menschen, das als zu früh empfinden. Aber was wäre der Tod mit 68, wenn Nachbar zuvor kein Durchschnittsleben gehabt hätte, sondern ein super-duper, aufregendes und erfülltes Leben.

Nicht die Anzahl der Jahre entscheidet über ein gutes Leben, sondern wie du es verstehst, deine Zeit zu nutzen.

 

Die wirkliche Angst ist nicht die Angst vor Krankheit und Tod

 

Überlege einmal. Ist die Angst nicht viel größer davor, nie wirklich gelebt zu haben? Irgendwann spüren wir, dass wir an

wie eine marionette fuehlen

Marionettenfäden hängen. Wir werden gelebt und manipuliert bzw. lassen das zu, dass es so ist. Selbstbestimmung ist ein häufiger Wunsch, der sich meistens nicht erfüllt.

Ich will mein Ding machen. Ich möchte endlich leben hört man sehr häufig von Männern und Frauen, die in den Fünfzigern angekommen sind. Die psychische Krise in der Lebensmitte meldet sich. Meistens passiert wenig.  Außer den typischen Scheidungen, um wenige Jahre später in der gleichen Beziehungskiste mit einem anderen Partner zu sitzen.

Wenn wir zurückblicken, werden einige von uns feststellen, dass wir in Wirklichkeit nie unser eigenes Ding gemacht haben. Die wenigsten von uns hatten den Mut etwas Neues zu beginnen, oder gegen den Strom zu schwimmen. Selbst wenn wir uns trauten, haben viele bei Gegenwind aufgegeben.

 

Die Jungen können schneller rennen, aber die Alten kennen die Abkürzungen

 

Wenn du lebenserfahrener bist, kannst du vielleicht nicht mehr so schnell laufen wie deine Kinder. Deine körperlichen Reaktionen können langsamer werden und deine Kräfte lassen nach. Davor haben viele Angst. Musst du aber nicht haben, denn überlege doch einmal: Warum solltest du so viel Energie wie ein Dreißigjähriger benötigen?

Mein Mann, 70 Jahre, hat seit langem schon einen guten Spruch parat. Wenn´s passt, dann sagt er: „Die Jungen kennen schneller rennen, aber die Alten kennen die Abkürzungen“. Dabei lächelt er wie ein Schelm. Ein gelber PostIt Zettel mit diesem Spruch klebt an seinem PC-Monitor.

In einem Satz wird so deutlich, wie du mit Hilfe deiner Lebenserfahrung und deiner Weisheit, die Aufgaben schneller und effizienter umsetzten kannst. Wozu brauchst du so viel Energie, wenn Weisheit und Lebenserfahrungen die Abkürzungen kennen. Deine Erfahrungen altern nicht. Auch nicht dein Charakter und dein Glaube. Die werden nicht älter. Also was ist schlimm daran, nicht mehr stundenlang Radausflüge machen zu können, oder Tennis zu spielen? Dann gehst du den Berg eben langsamer hoch – aber gehe ihn hoch.

 

Die Jahre eines Menschen beginnen wir erst zu zählen, wenn in seinem Leben sonst nichts mehr zählt. (Zitat Emersen)

Dein Körper ist wichtig, aber kümmere dich um deinen Geist zuerst

 

Ich habe jedes Altersziel aufgegeben. Mir ist es egal, wie alt ich werde. Ich lebe jetzt, hier und heute. Mache ich heute alles richtig nach bestem Wissen, dann ist die Zukunft automatisch gut für mich. So denke ich. Solange ich lebe, werde ich jeden Tag morgens vor dem Spiegel stehen und sagen: „Ich bin leistungsfähig, ich bin fit, ich bin sportlich. Körperlich und geistig geht es mir gut. Ich habe ein schönes Alter. (So habe ich nicht immer gedacht).

 

Affirmationen helfen ich mir

 

Affirmationen, die ich öfter am Tag im Geiste zu mir sage. Alles was ich hinter „ICH BIN“ setze, erlebe ich auch, also: 

  • Ich bin kraftvoll
  • Ich bin fit
  • Ich bin konsequent
  • … großartig
  • … wunderbar
  • … schön
  • … klug
  • u.v.m

Affirmationen helfen ich mir

Je nachdem welche Defizite ich verspüre, wähle ich meine Glaubenssätze. Immer in der Gegenwart, nie in der Vergangenheit und auch nicht die Zukunftsform sprechen. Ich spreche so, als wenn es bereits so ist! Das Unterbewusstsein kennt keine Grenzen. Das Unterbewusstsein versteht nur Gegenwart. Sprichst du in der Zukunftsform, kannst du lange auf die Erfüllung deiner Wünsche warten.

 

 

Das Beste. Es ist nie zu spät damit anzufangen.

 

Mir hat das geholfen. Fange an und mache es mir nach. Tue es einfach. Es braucht seine Zeit, aber irgendwann spürst du das ist eine wunderbare Wandlung in deinem Leben eingesetzt hat.

Außerdem lächle doch mal

Hast du mal versucht, 3 bis 4 Minuten zu lächeln? Es ist unmöglich sich danach noch schlecht zu fühlen. Ich garantiere dir, deine Stimmung wird besser und deine Ängste kleiner. Probiere es!

Vertraue auf dich mit Gelassenheit und Weisheit

 

Wie alt ich werde, entscheiden andere Dinge. Ich vertraue auf das Leben. Ich entscheide wie mein Tag heute aussieht. Ob als Angestellte oder als Selbständige. Ich vertraue darauf, dass ich das für mich richtig mache. Ich übernehme Selbstverantwortung. Meine mentalen Fähigkeiten sind jetzt im Alter viel stärker als meine körperlichen Fähigkeiten. Ich freue mich auf meinen letzten Lebensabschnitt. In unserer Gesellschaft ist das in aller Regel der Renteneintritt. Ein Tor, durch das ich mit Freude gehen werde. Endlich habe ich Zeit für die wichtigen Dinge in meinem Leben.

Noch einmal: Das ist eine wunderbare Wandlung in meinem Leben. 

 

wissen und erfahrung an kinder und enkelkinder weitergeben

Wissen, Erfahrungen und Weisheit weitergeben

 

TEILE, TEILE, TEILE.

Am besten, du gibst im Alter weiter was du kannst, was du weißt, was du an Erfahrungen gesammelt hast. Gib es weiter an andere Menschen, die deine Weisheit suchen und deinen Rat wollen. Da gibt es zahlreiche Suchende und ängstliche Mitmenschen, die voller Verunsicherung durch´s Leben gehen. Am wichtigsten: Zeigt Euren Kindern und Enkelkindern, mit welcher geistigen Einstellung das Alter großartig sein kann.

Für mich ist der bevorstehende Lebensabschnitt eine neue Herausforderung, die ich gerne mit der Welt teile. Ich möchte weitergeben, was ich gelernt habe. Ich werde teilen, wer mir dabei geholfen hat. Ich tue etwas, was ich noch nicht so gut kann. Schreiben. Das ist aber egal. Ich werde wachsen mit den neuen Herausforderungen und freue mich darauf. Endlich schaue ich positiv in meine Zukunft.

Deshalb habe ich diesen Blog „Biss mit 60“ ins Leben gerufen.

Helfe mit und teile deine Erfahrungen. Gleich hier in den Kommentaren. Vielleicht kann ich dich bewegen, ebenfalls einen Beitrag zu veröffentlichen? Das wäre schön. Schreibe mir einfach. Wir profitieren alle davon. Die unsinnige negative Massenhypnose über das Alt sein muss endlich aufhören.

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Ein Hoch auf die Routine

Ein Hoch auf die Routine

Fortsetzung von Teil 1 „Warum du für Arbeit nicht brennen musst, um erfolgreich zu sein.

 

Teil 2: Ein Hoch auf die Routine

Ich habe 25 Jahre als Angestellte gearbeitet. Die restlichen Jahre bin ich selbständig. In beiden Welten ist jede Arbeit irgendwann langweilig. Das ist nicht schlecht. Es ist Routine, gewollte Routine, die mir viele Arbeiten erleichtert. Routinen, die mir Sicherheit verleihen.

Ich war motiviert und engagiert. Ich habe in vielen Bereichen als Quereinsteigerin gearbeitet und kannte, oder kenne mich immer noch in Sachgebieten aus, wofür andere heute 6 Semester studieren. Alles ohne je dafür gebrannt zu haben.

Heute bin ich froh, dass Routine einkehrte. Die ersten Jahre in der Selbständigkeit waren anstrengend. Als endlich auch hier Routine einkehrte,  habe ich das als sehr angenehm empfunden. Dadurch war ich freier für neue Aufgaben und ich konnte weitere Jahre selbständig arbeiten, ohne auszubrennen.

 

Es gibt mehr dumme als schlaue Arbeitgeber

In jungen Jahren betrachtete ich Routine als langweilig. Ich habe immer dann schnell den Job gewechselt, wenn ich keine qualitative Herausforderung mehr verspürte. Ich habe ich mich daran probiert, die Arbeitsabläufe zu rationalisieren. Teilweise eine super Herausforderung. Ergebnis war nicht etwa Lob vom Arbeitgeber, sondern Maßnahmen, die mich für Zwei arbeiten ließen. Ich bekam quantitative Mehrbelastung aufgebürdet.

Fragen Sie mal, wie schnell ich fort war. Es gibt mehr blöde als kluge Arbeitgeber. Ich war früher in der Lage mich so sehr mit meinem Arbeitgeber zu identifizieren, dass ich fast glaubte, es sei mein eigenes Unternehmen. Das muss man sich mal vorstellen. Und was machen diese Idioten?

Heute weiß ich: man verlässt nicht die Firma, sondern fast immer die Vorgesetzten.

 

Jede Aufgabe wird irgendwann langweilig

Würden Sie gerne in einem Flieger sitzen, in dem Sie vom Piloten mit den Worten begrüßt werden: „Herzlich willkommen. Heute ist ein guter Tag für neue Herausforderungen. Ich brenne für die Fliegerei. Jeden Tag gibt´s was Neues…“

 

Wir sind auf Routine angewiesen

Nur keiner will sie machen. Kaum jemand spricht das aus.

Bin ich froh, im Notfall einem routinierten Arzt ausgeliefert zu sein. Ich weiß und höre einige aufschreien, dass wir alle mal angefangen haben. Gut. Darum geht es im Moment nicht.

Vielleicht war dieser Arzt anfangs beseelt und brannte für die Vorstellung Menschen zu helfen, Herzen zu operieren und Stoffwechselerkrankungen zu heilen. Dann sollte Routine einkehren, denn Brennen und Leidenschaft produziert im Übereifer auch Fehler.

In meinem ersten Leben war ich Zahnarzthelferin. Es gab einen Zahnarzt, der im Alter noch ernsthaft begeisterungsfähig war, Münder zu sanieren. Das war mein Ausbilder. Der große Rest, den ich nach meiner Ausbildung kennlernen durfte, hatte Anfang vierzig nur Dollarzeichen im Auge und den nächsten Porsche im Blick. Das ist eine Unterstellung, ich weiß, aber meine ganz persönliche Wahrnehmung.

Ob Akademiker oder ungelernte Aushilfskraft, alle überfällt früher oder später die Routine.

 

Was muss Arbeit bieten?

Womit verknüpfen wir unsere Arbeit? Was soll Arbeit für uns lösen? Wieviel Gewicht legen wir in unsere Charakterstärken und Bedürfnisse?

  • Selbstverwirklichung
  • Sinnhaftigkeit
  • Gestaltung
  • Freiheit
  • Vermögen aufbauen
  • Anerkennung finden
  • bedeutsam sein…???

 

Selbstverwirklichung und Freiheit

waren meine Haupttriebfedern für den Schritt in die Selbständigkeit. Das Engagement, das ich für meine Arbeitgeber an den Tag legte, war bei den meisten Arbeitgebern nicht in guten Händen. Ich hatte etwas Besseres verdient und meinen Arbeitseifer konnte ich am besten in einer Selbständigkeit ausleben. Heute weiß ich, dass das mit der Selbstverwirklichung nur funktioniert, wenn die gewählte Tätigkeit absolut mit Lebenszielen übereinstimmt. Sinnstiftend nicht nur für mich selbst als Sinn meines Lebens, sondern auch sinnstiftend für meine Umwelt, meine Leute um mich herum und alle meine Kunden.

 

Selbstverwirklichung ist kein EGO-Trip!

Lebensumstände und Lebensziele ändern sich häufiger, als ich mir das in jungen Jahren hätte vorstellen können. Leben ist Veränderung, ist Bewegung. Wie oft habe ich mich gefragt, ob es das wirklich noch ist, was ich will. Wohin soll die Reise gehen?

Heute bin ich gelassener und finde meinen Seelenfrieden in der Vielfalt meines Schaffens. Alles ist genehm. Die Routine, die Buchhaltung, das Finanzamt mit immer neuen Formularen (es soll nicht einfacher werden), aber auch immer neue Kundschaft. Lob von der Kundschaft tut gut und motiviert mich. Auf die Uhr schauen und entscheiden, jetzt Schluss zu machen und ein Glas Wein zu trinken. Keiner verbietet mir das. Am Morgen länger schlafen, was ganz selten vorkommt. Aber das Wissen darum, lange Schlafen zu können, ist ein Gefühl der Freiheit für mich. Vielleicht lässt mich genau das früh aufstehen? Allein deswegen lohnt sich für mich das Arbeiten in der Selbständigkeit und natürlich noch viele andere Gründe mehr.

 

Arbeit will verwaltet werden und dafür braucht es Routine

Wohl dem der verstanden hat, das Arbeit verwaltet werden will. Es gehört eben dazu, Formulare auszufüllen, Rechnungen und Angebote zu schreiben und an die Steuererklärung zu denken. Die „Verwaltungsaufgaben“ können gar nicht genug routiniert sein. Sie sind enorm wichtig für unser aller Leben im privaten wie im beruflichen Umfeld, damit wir nicht im Burnout abtauchen müssen.

Also was ist das Problem, wenn wir Routine erleben. Langeweile?  Routine ist keine Langeweile. Das Wort Langeweile entspringt nicht meinem Wortschatz.  Ich pflege die angeblich langweiligen Momente. Ich nutze sie zur inneren Einkehr, zur Muße. Vielleicht küsst mich dann die Muse. Schön wäre, wenn mich die Kunst-Muse öfter küssen würde.

 

Warum ich für Arbeit nicht brennen muss und Routine willkommen heiße

Ich habe etwas dagegen, wenn man mir einredet, meine Arbeit sei nichts wert, weil ich nicht mit ganzem Herzen dabei bin. Indirekt wird das häufig suggeriert. Oder ich werde nicht erfolgreich sein, weil ich nicht für mein Thema, oder mein Produkt, oder meine Dienstleistung brenne.

Das ist Bullshit. Ich sehe die Arbeit als das, was sie ist. ARBEIT.

Routine gibt mir Sicherheit und wirkt entlastend. Ich liebe Routine, weil sie Räume verleiht, um der Kreativität Platz zu lassen.

 

Meine Grundregeln für ausgewogenes Arbeiten ohne Brennen

  • Ich schenke mein Leben nicht an die Arbeit.
  • Für den Sinn meines Lebens bin ich selbst verantwortlich und nicht meine Arbeit.
  • Ich bin in der Arbeitswelt austauschbar, aber eine einzigartige Persönlichkeit im Leben, einfach unersetzbar.
  • Arbeit ist ein Tausch von Zeit gegen Geld. Ich bringe Produkte und Dienstleistungen hervor, die ich in meiner Lebenszeit entwickle. Sie erwirtschaften meinen Lebensunterhalt. Nicht mehr und nicht weniger.
  • Entscheidend ist die Qualität meiner Arbeit, wie gut ich arbeite, nicht wie leidenschaftlich.
  • Ich heiße Routine willkommen.
  • Wenn ich brennen muss, mache ich mir über meinen inneren Kompass Gedanken, damit ich wieder wahrhaft produktiv arbeiten kann bei großer Zufriedenheit und bester Gesundheit.

Was ist Arbeit für Euch?

Eine Frage an diejenigen, die noch arbeiten, oder vielleicht wieder in die Arbeit kommen möchten: “Was ist Arbeit für Euch?“

 

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Warum man für Arbeit nicht brennen muss und Routine willkommen ist

Warum man für Arbeit nicht brennen muss und Routine willkommen ist

Diesen Beitrag habe ich in 2 Teile verfasst. Der erste Teil beschäftigt sich überwiegend mit dem Thema „warum man für seine Arbeit nicht brennen muss“ und der zweite Teil behandelt, warum die „Routine“ absolut willkommen ist.

Zum 2. Teil „Ein Hoch auf die Routine“

Das Brennen und die Leidenschaft zu einer Bedingung zu machen für ein glückliches und befriedigendes Arbeiten, ist in meinen Augen eine fatale Fehlentwicklung und macht viele Menschen unglücklich.

 

 

Teil 1: Warum man für Arbeit nicht brennen muss

Was läuft falsch bei mir, wenn ich bei meiner Arbeit kein Brennen und keine Leidenschaft verspüren kann?

War alles so falsch in meinem bisherigen Berufsleben? Ich habe meine Jobs immer mit Bravur gemeistert. Jetzt fehlen mir zwei wichtige Eigenschaften. Eigenschaften, auf die man angeblich nicht verzichten kann, wenn man erfolgreich sein möchte.

  1. Ich kann nicht brennen für ein Thema
  2. Ich empfinde keine Leidenschaft für meine Arbeit.

Bei der Recherche zu diesem Thema lese ich immer wieder von der Aussage, dass man für ein Thema brennen muss. Leidenschaft bringt den Erfolg. Für allem in Artikeln für das Thema Online-Marketing, wird das immer wieder so thematisiert.

 

Warum mich das beschäftigt und warum ich das nicht glaube

Leidenschaft und Arbeit bringe ich in meinem Kopf nicht zusammen. Leidenschaft steht für mich in einem völlig anderen Zusammenhang als Arbeit. Ich empfinde Leidenschaft (oder brenne) für meinen Partner, meine Musik, meinen Sport. Ich arbeite gerne, aber arbeiten an sich ist doof.

Da bin ich nicht die Einzige, die das so sieht. Nicht umsonst schießen diese Laptop-Liegestuhl-Business-Konzepte wie Pilze aus dem Boden. Jeder würde gerne hunderttausende von Euro kassieren mit nur 2 Stunden Arbeit am Tag. Bestimmt nicht, weil die alle das Arbeiten so prickelnd finden.

Normalerweise habe ich nur noch 3 Jahre, bis ich im Jahr 2024 in Rente gehe. Unvorstellbar für mich. Mir geht es gut, obwohl ich nicht ganz gesund bin. Dafür mache ich jeden Morgen, noch im Bett liegend, eine Dankbarkeitsübung, dass ich trotzdem noch alles schaffe, was ich mir vornehme. Ernsthaft. Ich werde so lange arbeiten, bis ich nicht mehr kann.

 

Meine Zeit ist mein höchstes Gut

 Trotzdem beschleichen mich Gedanken. Es geht um das letzte Drittel in meinem Leben. Na ja, vielleicht auch weniger. Ich möchte dieser Zeit besondere Achtsamkeit schenken. Spaß soll mir die Arbeit machen und ich möchte Werte schaffen, die auch anderen Menschen dienlich sind. Seelig in der Vorstellung, dass mich die Arbeit dabei auch noch leben lässt, gehe ich voller Zuversicht in mein letztes Berufsdrittel. Meine Zeit ist mir wichtiger denn je. Mein höchstes Gut.

 

Was trieb mich an und treibt mich heute noch?

Ich will so frei und unabhängig sein wie möglich. Das funktioniert nur in selbständiger Arbeit und nicht in einem Angestelltenverhältnis.

In einem Arbeitsverhältnis ist man aber nie frei und nie unabhängig. Ganz selten, dass meine Umlaufbahn einer dieser Menschen kreuzte, der all das in einem Angestellten-Job vereinen konnten. Ich glaube, so einen Angestellten habe ich nicht kennengelernt.

Es sind eher die Selbständigen, die von Freiheit und Unabhängigkeit sprachen und immer noch sprechen. Meistens unter großen Entbehrungen. Ein Zuckerschlecken war Selbständigkeit noch nie und schon gar nicht in diesem Deutschland. Die Brocken, die einem in den Garten geworfen werden, werden immer größer. 

Nach knapp 25 Jahren als Angestellte wagte ich dann den Sprung in die Selbständigkeit, was ich bis heute nie bereut habe.

 

Was würdest Du tun, wenn du wüßtest, dass du nicht scheiterst?

Genau diese Frage habe ich mir immer wieder gestellt. Ich habe einfach so getan, als wenn ich gar nicht scheitern kann. Allen gut gemeinten Ratschlägen zum Trotz. Meine Entscheidung gegen einen sicheren Job und für die unsichere Selbständigkeit, waren immer gezeichnet vom brennenden Wunsch nach Freiheit und meiner persönlichen Unabhängigkeit.

 

Und da ist das Wort BRENNEN gefallen

Man kann für eine Meinung brennen. Man kann für eine Person brennen. Man kann für ein Hobby brennen. Man kann für eine politische Sichtweise brennen und für Freiheit und Unabhängigkeit.

 

Kann man auch für Arbeit brennen?

Ich jedenfalls nicht. Für Arbeit habe ich nie gebrannt. Arbeit war Mittel zum Zweck, für Freiheit und Unabhängigkeit in meinem bescheidenen Rahmen. In so vielen Beiträgen lese ich, dass man für eine Arbeit/Job/Nische (Letzteres im Zusammenhang mit Online-Marketing) etc. brennen muss, um erfolgreich zu sein. Kann ich sogar nachvollziehen. Als ich 1998/99 meine Selbstständigkeit begann, begeisterte ich mich für das Thema „Computer reparieren“. Ich legte sehr viel Energie in dieses Thema und meinem Vorhaben. Dafür bekam ich drei Jahre später nennenswerte Erfolge als Lohn. Begeisterung für eine Sache, oder eine Aufgabe, muss man schon haben. Leidenschaft gehört woanders hin und brennen sollte die Muskulatur beim Sport.

 

Hat diese Sichtweise etwas mit dem Alter zu tun?

Ich denke NEIN. Ich war nie eine bequeme Mitarbeiterin, aber immer eine sehr gute Arbeitskraft. Ich wusste was ich wollte und vor allem wohin ich wollte. Ich hatte ein sicheres Gespür dafür, was mir auf dem beruflichen Wege dienlich war und was genau mich aufhielt. Das alles vor dem Hintergrund, dass Probleme nur dafür da sind, um gelöst zu werden. Das ist heute noch so. Ich arbeite immer noch sehr gerne. Ich bin älter geworden bin und auch erfahrener, aber diese Sichtweise auf Arbeit und arbeiten hatte ich immer schon.

 

Stellenbeschreibungen fangen mit großen Lügen an

Die Wirklichkeit meines Arbeitsalltages hat mich oft enttäuscht. Von Anfang wurden mir Lügen zum Thema Arbeiten aufgetischt. Schon die Stellenbeschreibungen fangen mit großen Lügen an.

Wir haben die Arbeit so bedeutungsschwanger gemacht, dass nur das Arbeiten einen Platz in dieser Gesellschaft findet. Nur mit Arbeit sind wir ein Teil dieser Gesellschaft. Durch den Arbeitsplatz sind wir etwas Wert. Je höher der Wert unserer beruflichen Tätigkeit angesetzt ist, desto vollwertiger unsere Gesellschaftsfähigkeit und Zugehörigkeit.

Die Höhe des Einkommens macht uns nur begrenzt unabhängig und der Preis dafür ist in keiner Währung der Welt zu beziffern.

 

Wie geht es Arbeitslosen?

Arbeitslose leiden in jeder Beziehung. Arbeitslose erkranken ernsthaft je länger die Arbeitslosigkeit andauert. Arbeit zu verlieren ist für die meisten Menschen fast schon ein traumatisches Erlebnis. Ohne Arbeit wird es oft sehr einsam um uns, Freunde wenden sich ab. Ich könnte die Liste fortsetzen, sprengt aber den Rahmen dieses Beitrages.

 

Wie sieht unser Arbeitsleben heute aus?

Studien sind für mich immer eine willkommene Literatur. Die Ergebnisse der bekanntesten Studie zur Mitarbeiterbindung liefert Gallup. Der Engagement Index Deutschland liefert Zahlen zur Arbeitszufriedenheit.

http://www.gallup.de/183104/engagement-index-deutschland.aspx

Seit Jahren sind über 30 Millionen Arbeitnehmer frustriert. Nur 15 Prozent aller Beschäftigten brennen für ihren Job und identifizieren sich mit ihrem Arbeitgeber. Seit Jahren geht das so.

Aus meiner Vergangenheit kann ich berichten, dass ich in Unternehmen tätig war, von denen ich einfach weiß, dass eine Handvoll Mitarbeiter den Laden am Laufen hielten. Diese Handvoll Mitarbeiter waren so hoch motiviert, dass sie das Unternehmen gerockt haben. Die restlichen Mitarbeiter schwammen so mit. Dass ist eine geringschätzende Aussage der „restlichen Mitarbeiter“ gegenüber. Der Dienst nach Vorschrift ist in Deutschland so negativ besetzt, dass wir damit die meisten Menschen der arbeitenden Bevölkerung abqualifizieren.

 

Dienst nach Vorschrift wird abqualifiziert

Damit stoße ich 85 Prozent der arbeitenden Bevölkerung vor den Kopf und ich entschuldige mich auch gleich dafür. Natürlich meine ich das ganz anders. Nicht die Menschen mit ihrer angeblich fehlenden Einstellung zur Arbeit ist das Übel. Sie sind auch der Motor unseres Wirtschaftslebens. Nicht nur die Arbeitgeber des viel zitierten Mittelstandes.  

 

Stelle dir vor 85 Prozent bleiben zuhause

Die kommen nicht zur Arbeit. Die bleiben mal fort. Das erinnert mich an den Ausspruch „stelle dir vor es ist Krieg und keiner geht hin“.

Ob die 15% der hochmotivierten, brennenden und mit Leidenschaft erfüllten Mitarbeiter jetzt allein das Geschäft führen?

Für mich heißt das im Umkehrschluss, dass ein Brennen und die Leidenschaft im Job nicht ausschlaggebend sein können. Das Brennen und die Leidenschaft zu einer Bedingung zu machen für ein glückliches und befriedigendes Arbeiten, ist in meinen Augen eine fatale Fehlentwicklung und macht viele Menschen unglücklich.

Dann frage dich einmal, was bei diesen Menschen falsch laufen soll? Sie brennen nicht bei der Arbeit? Sie erfüllen Ihre Arbeit nicht mit Leidenschaft? Was ist denn los bei denen?

Genauso sehe ich das für alle die Menschen, die eine Selbständigkeit anstreben. Obwohl das Persönlichkeitsprofil schon etwas anders aussieht. Du brauchst ein

  • Alleinstellungsmerkmal, Okay
  • du brauchst Expertenwissen, Okay
  • du musst brennen für ein Thema?
  • die Leidenschaft muss dich packen?

Für den Weg in die Selbständigkeit musst du fleißiger sein als irgendein Angestellter. Du brauchst Durchhaltevermögen. Expertenwissen und Alleinstellungsmerkmale sind wünschenswert und hilfreich, aber notwendig sind sie nicht, genauso wenig wie „Brennen“ und Leidenschaft.

Insgesamt wird es zum großen Thema der Selbständigkeit im Alter noch einige EXTRA-Beiträge geben.

 

 

Muss das so sein? Es wird nicht hinterfragt

Ich muss nicht brennen und leidenschaftlich sein, um einen guten Job zu machen. Obendrauf musst du dich ständig neuen Herausforderungen stellen. Wärst du nicht froh, wenn sich eine Routine einstellen würde? Gewohnheiten und Routinen sind alles andere als langweilig.

Im zweiten Teil geht es genau darum:  Ein Hoch auf die Routine

 

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