Erst nach 36 Monaten wurden meine 2 Kater Freunde

Erst nach 36 Monaten wurden meine 2 Kater Freunde

Erst nach 36 Monaten wurden meine 2 Kater Freunde

 Am 21, Juli 2018 haben wir Rocky in Empfang genommen. Damals hieß er noch Orejon, das spanische Wort für Knickohr. Es sollte ein schwieriger Weg werden für die Kater Romeo und Rocky. Erst nach 36 Monaten wurden meine 2 Kater Freunde.  Hier liest du über die Vergesellschaftung von zwei Kater, die Schwierigkeiten und warum es sich lohnt, auch fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen. 

Ich gehe nicht ein auf die immer fortwährende Frage, ob Wohnungskatzen nun besser alleine sein sollten, oder doch mit einem Artgenossen ihr Dasein fristen. 

 

Um die zwei Kater geht es:

ROCKY

Maincoon

ca. 9 Jahre

 

ROMEO

EKH, Hauskatze

ca. 10 Jahre

Im Juli 2018 war es so weit. Wir konnten Rocky abholen.

Zunächst wollten wir beide Kater getrennt voneinander halten, um die Gewöhnung langsam vorzunehmen. Ich hatte meinen Romeo gut in Erinnerung anläßlich einer kurzen Pflegschaft einer anderen Katze. Da wurde aus meinem so liebevollen Charmeur ein wilder Tiger. Ist aber alles gut gegangen.

Diesmal sollte es schonender für Romeo von statten gehen. Rocky wurde im Wohnzimmer aus seinem Transportkorb frei gelassen. Ein bischen dünn und etwas zerrupft sah er aus. Ganz anders als Maincoon´s so aussehen. Neugierig ging er gleich los wie ein Rocker. Breiter Pfotenstand, könnte man sagen, irgendwie ungelenk. Futter nahm er sofort an, Wasser wurde ebenfalls sofort genommen. Er lief mutig überall entlang. Von verstecken keine Spur. Eine Namensänderung drängte sich angesichts seines Verhaltens auf: Rocky der Rocker. Das Bild rechts entstand ca. 10 Wochen später. Er hat sich ziemlich schnell erholt. Das der Rocker Rocky seinem Namen alle Ehre machte, konnten wir zu diesem Zeitpunkt nicht einmal erahnen.

 

Maincoon Rocky im September 2018

Der Sprung aus dem Fenster in die Wiese

wiese unter dem wohnzimmerfenster

Wiese unter dem Wohnzimmerfenster

Nun, es war heiß im Sommer 2018. Ihr könnt Euch erinnern? Superheiß. Unser Wohnzimmerfenster blieb geschlossen. Bis Besuch kam. Wir hatten zwar darüber berichtet, dass ein neuer Katzenmitbewohner im Wohnzimmer Einzug gehalten hat, aber trotzdem öffnete dieser Besucher das Fenster.  Er hatte schlicht nicht damit gerechnet, dass dieser doch fremde Kater gleich auf die Fensterbank springt.

Ich war kurz in der Küche. Zurück ins Wohnzimmer sah ich nur noch wie Rocky am Fenster sitzt und sich erschreckte. Mit einem Riesensatz sprang er aus dem Fenster in die Wiese. Wir wohnen Hochparterre.

 

Schock und große Sorgen

Ich kann euch mit Worten nicht beschreiben, was ich in diesem Moment empfand. Kalt und heiß fuhr es gleichzeitig in meine Glieder. Erstarrt vor Schreck. Ich weiß nicht mehr, wie ich zum Fenster gelaufen bin. Ich sah an meiner neuen rothaarige Katerschönheit gerade noch die Schwanzspitze. Ein Kater, der gerade mal ein paar Stunden in einer völlig neuen Umgebung garantiert keine Wurzeln geschlagen hatte. Wie sollte der Kater zurückfinden?

Wir sind sofort los und haben gesucht. Er wurde noch einmal kurz gesehen an den Garagen vorbei Richtung Feld. Keine Chance, ihn zu ergreifen. So klobig wie er zunächst aussah, so schnell war er nun unterwegs.

Ich habe sofort eine Anzeige Bei Tasso aufgegeben. Es dauerte auch nicht lange, dass „Tierisch Happy“ anrief. Tierisch Happy war die Vermittlungsstelle in Bad Camberg. Was ist passiert? Ausgebüxt? Sie hatte es gleich durch die Tasso Vermisstenmeldung mitbekommen. Die Vermittlerin von Tierisch Happy war klasse. Sie hat mir gleich Hilfe angeboten und sich sehr gekümmert.

 

Nächtliche Suchhilfe

Mitten in der Nacht bekamen wir weitere Unterstützung für das Suchen. Eine ehrenamtliche Mithelferin von Tierisch Happy kam samt Lebenspartner und bot Suchhilfe an. Mit Taschenlampen bewaffnet gingen wir los. Leider ohne Erfolg. Er kann doch nicht weit sein, oder? Die Fantasie spielt Streiche und alle Horrorszenarien nisteten sich in unserm Kopfkino ein. Das war eine schlimme Nacht.

 

Der Futternapf brachte ihn morgens um 4 Uhr zurück

Die junge Frau empfahl uns, einen Futternapf dorthin zu stellen, wo Rocky runtergesprungen ist. Das taten wir. Da wir Hochparterre wohnen, haben wir einen sehr guten Überblick auf das Wiesengelände vor unserem Wohnzimmerfenster. Dank der lauen Sommernacht blieb ich auf unserem Balkon die ganze Nacht wach. Was ich da alles zu sehen bekam. Ein Igel machte sich über mein Katzenfutter her. Okay, ich habe ihn fressen lassen. Als das Schmatzen nicht mehr zu hören war, füllte ich den Napf wieder auf. Das war auch gut so, denn morgens um 4.00 Uhr sehe ich ihn, den Rotschopf. Er lebte. Gott sei Dank. Insgesamt war Rocky nur 12 Stunden verschollen.

Ich habe ihn einfangen können, um die Geschichte an dieser Stelle zu kürzen. Nicht aufgeben und sich helfen lassen von erfahrenen Menschen. Sie helfen und trösten und habe wirksame Tipps auf Lager.

 

Tierpsychologin nach nächtlichen Attacken von Rocky

Ich habe lange überlegt, ob eine Tierpsychologin etwas übertrieben ist. Gott sei Dank investierte ich richtig an dieser Stelle. Meine anfängliche Skepsis wich schnell. Frau Asmuß kam und klärte mich auf. Einige Videos von den nächtlichen Attacken seitens Rocky, sendete ich ihr zuvor zu. So konnte sie sich einen Eindruck von dem Problem verschaffen.

Rocky machte seinem Namen alle Ehre. Er drosch auf meinen Romeo ein. Der arme Romeo. Der wehrte sich zwar, aber ich wollte diesem Treiben nicht ohne weiteres zuschauen. Ich beobachtete nämlich, wie Romeo sich veränderte. Er wurde zunehmend schreckhafter und  mir und meinem Mann gegenüber sehr zurückhaltend. Ich hatte ein schlechtes Gewissen. Dabei meinte ich es nur gut. Romeo war vorher auch mit einem Kater zusammen und nie alleine. Es konnte so nicht weitergehen. Ich brauchte mehr als gute Ratschläge aus den Internetforen und von Katzenfreundinnen.

 

Guter Rat ist teuer, aber er nützt auch etwas

Die Psychologin war professionell aufgestellt. Spieltherapie für einen hyperaktiven Kater stand an. Ja, richtig Arbeit war das und alles andere als ich ursprünglich geplant hatte.

Ich erfuhr, dass jede Attacke vom NEUZUGANG Rocky, gar nicht so böse gemeint ist. Die Begutachtung der Videos ließ diese Interpretation zu. Rocky ist einer der überaktiven Kater, die eine entsprechende Auslastung benötigen. Und ja, er wurde ruhiger, nicht nur durch eine Spieletherapie.

 

3 Jahre später ist Rocky angekommen und von Romeo akzeptiert

Drei Jahre später, läuft es auf ein Verhältnis des gegenseitigen Respektes hinaus. Es wird sich geprügelt zweimal am Tag (1 mal morgens und 1 mal abends). Aber auch Nachlaufen ist angesagt.  Die Kater gehen sich überwiegend aus dem Weg, nur beim Futtern entwickeln sie Gemeinsamkeiten, tauschen auch schon mal den Fressnapf. Der Gang auf die Katzentoiletten ist immer friedlich, selbst wenn beide gleichzeitig das KaKlo aufsuchen müssen.

Was mich besonders freut am Abend: Da wollen beide bei mir sitzen und manchmal kommen sich die Kater dabei richtig nahe. So wie auf der Fensterbank unseres Balkons.

 

Kurzbeschreibung: was machen die beiden heute?

Rocky ist nicht nur ein Name, sondern Programm. Dieser Kater ist ein Rocker. Er spielt wie ein Rocker, er läuft wie ein Rocker.

Wie ein Halbstarker. Das „Knickohr“ ist äußerlich zu sehen, aber innen ist Rocky alles andere als geknickt. Sehr selbstbewusst, das Knickohr. Rocky ist Besuch egal, er bleibt auf seinem Platz, blinzelt mal hoch und läßt sich auch anfassen. Auf keinen Fall läuft er fort oder versteckt sich.

Romeo ist auch selbstbewusst, aber insgesamt viel ruhiger. Außer in seiner Lautgebung. Romeo ist eine Sprechkatze. Nichts bleibt unkommentiert. An der Art des Miauens erkenne ich schon, ob es sich einfach mal meldet, oder ob er etwas einfordert. Er liegt ständig bei mir und läßt sich von mir immer anfassen. Romeo mag Besucher gar nicht. Er ist sehr, sehr wählerisch. Meistens mag er die Frauen mehr als die Männer. Er läuft fast immer fort, wenn jemand schellt.

Mut für mehr Geduld

Ich hatte immer Glück mit einem Mehrkatzenhaushalt. Das es auch anderes sein kann, habe ich versucht zu schildern. Ich hätte niemals gedacht, dass einige Dinge so viel Zeit brauchen. Zeit bedeutet manchmal mehrere Monate und wie bei uns fast 2 Jahre. Selbst heute noch gibt es Mini-Fortschritte und immer wieder mal Überraschungen. Gott sei Dank positive Überraschungen.

Wie ahnungslos ich war und wie gut, dass es so fähige Menschen gibt, die sich für unsere Haustiere engagieren.

Danke an dieser Stelle für alle mir zu Teil gewordenen Hilfen von Tierisch Happy (Bad Camberg) und Frau Asmuß (Darmstadt)

Tierische Grüße von Romeo und Rocky
und menschliche Grüße Othmar und Barbara

Sommersonnenwende auch Sommernachtsgleiche genannt

Sommersonnenwende auch Sommernachtsgleiche genannt

Sommersonnenwende auch Sommernachtsgleiche genannt

Die Sonne erreicht ihren höchsten Stand am Mittag.

Wenn der Winter langsam zum Frühling wird, denken die meisten Menschen an wärmeres Wetter, Blumen im Park und wahrscheinlich die Vögel und die Bienen. Das sind aus meiner Sicht alles erfreuliche Dinge.

Was mir aber im späten Frühjahr bis zur Sommersonnenwende am 21. Juni jeden Jahres und darüber hinaus besonders gut gefällt, sind die langen Lichtabende. Ein Spaziergang, wenn es offiziell Nacht ist – sagen wir um 21:30 Uhr, ist für mich etwas ganz Besonderes. Noch besser, wenn es ein warmer Abend ist.

Ein solcher Abend hat etwas sehr sanftes und friedliches. Ich finde diese Abende sehr beruhigend. Und es fühlt sich an wie ein Bonus, ein wenig „zusätzliche Zeit“, die normalerweise nicht verfügbar ist.

 

 

 

Winternächte

Gehen wir einen Schritt zurück. Das Gegenteil eines hellen Sommerabends ist die Winterperiode um die Wintersonnenwende (21. Dezember), wenn die Nächte lang sind und die Tage sehr kurz. Ganz genau ist der 21. Dezember der kürzeste Tag im Jahr.

Manche Leute lieben es, wenn die Winterabende „einziehen“. Ich mag auch diese Zeit. Ich fühle mich meistens wohlig und eingehüllt. Schummerlicht bei Kerzenschein. Ein guter Wein, am besten Rotwein im Winter, ein gutes Buch oder Musik hören. Ich kann dieser Winterzeit eine romantische Seite abringen. Diese Zeit dauert bis Mitte Februar. Dann werde ich unruhig und wünschte, dass die Dunkelheit ganz schnell vorbeigeht.

Es kann schon vor 4 Uhr nachmittags dunkel werden – und am Morgen, wenn ich aufwache, ist es stockfinster. Das bis 8 Uhr in der Frühe.

Oft ist es regnerisch, nebelig im November. Schnee sehe ich in unserer Region, dem Rhein-Main-Gebiet seltener. Was mich am meisten stört in dieser Zeit, ist die Anzieherei. So viele Kleidungsstücke. Und die Straßenverhältnisse, die mitunter ziemlich gefährlich sein können, flößen mir immer wieder Respekt ein.

 

 

Sommernächte

Aber kommen wir zurück zum Sommer und der Sommersonnenwende.

Die genaue Tageslänge zur Sommersonnenwende ist je nach Wohnort unterschiedlich. In meiner Wetter-App steht heute für den Sonnenaufgang 5:17 Uhr und für den Sonnenuntergang 21:39 Uhr.

Wow, was für eine Freude. Licht für fast 17 Stunden. Nach 21:39 Uhr ist es oft auch noch nicht ganz dunkel und nicht selten haben wir bei Sicht um 22:30 Uhr noch Draußen gesessen.

In New York geht zum Vergleich die Sonne fast eine Stunde später auf und fast eine Stunde früher unter. Dies beschert den New Yorkern auch einen langen Tag, aber nicht so lang.

Aber der eigentliche Punkt hier ist, dass es für uns alle schön ist. Wenn der Tag heiß war, kannst du in der sanften Luft des Abends spazieren gehen. Oder du sitzt mit Freunden im Garten. Oder im Park. Die einzige Jahreszeit, die mir eine gefühlte Zeit schenkt. Die Abende sind nicht wirklich Abende und entsprechende Beleuchtung mit Fackeln, Kerzen oder Lampignons machen jeden Abend magisch.

 

 

Der Sommermorgen

Diejenigen Leser, die genau hinschauen – oder die wie ich, die Nacht nicht gut durchschlafen wegen der Wärme – werden vielleicht bemerken, dass ein weiterer Effekt der Sommersonnenwende ein sehr viel frühes Licht bringt.

Heute früh war 4.30 Uhr, als ich mal raus mußte und tatsächlich, noch vor dem offiziellen Sonnenaufgang ist erkennbar Licht da draußen. Ich finde das herrlich, obwohl mir das nicht immer den guten Schlaf beschert. Egal, man kann auch mal eine Schlafmaske probieren. Das funktioniert für mich gut, aber ehrlich, manchmal bedauere ich dann, beim Sonnenaufgang nicht dabei gewesen zu sein. Wie immer- man kann nicht alles haben.

 

 

Sonnenstillstand

Das Wort Sonnenwende bedeutet im Lateinischen Sonnenstillstand und findet zweimal im Jahresverlauf statt. Wie oben bereits erwähnt, nicht nur im Sommer, mit dem längsten Tag und dem höchsten Sonnenstand am Mittag. Nein, auch im Winter bekommen wir am 21. Dezember den kürzesten Tag mit der geringsten Mittagshöhe.

In vielen Kulturen finden dazu Feste statt. Der Sonne hat essentielle Bedeutung für das irdische Überleben.

 

Frage

Wie verbringst du diese zusätzlichen Licht-Stunden? Bevorzugst du die langen Winternächte? Was machst du gerne an den langen Sommerabenden? Schreibe in die Kommentare!

Google Bewertungen sind überbewertet – dafür sind wir selbst verantwortlich

Google Bewertungen sind überbewertet – dafür sind wir selbst verantwortlich

Google Bewertungen sind überbewertet – dafür sind wir selbst verantwortlich

Eine Sendung im ZDF vom 29. Juli 2019 veranlasste mich damals, diesen Beitrag zu schreiben. Ich habe ihn bei Seite gelegt, bis jetzt. Wieder kam aktuell ein Fernsehbeitrag zum Thema Online-Bewertungen, denn seit Corona kaufen viel mehr Menschen im Internet ein. Ein Grund für mich, diesen alten aktuellen Beitrag hervorzuholen. Er hat an Aktualität nicht verloren. 

Titel des ZDF-Filmbeitrags:
Fakten, Fakes und Kundentäuschungen – Die Macht der Kundenbewertungen aus der Reihe ZDF Info

 

Knapp über 60 Prozent der Bundesbürger lesen Internetbewertungen,

knapp 32 Prozent geben zu, sich davon beeinflussen zu lassen.

Überraschung? Für mich, und wenn ich mich so umhöre bei Freunden, ist das keine Überraschung.

Außerdem glaube ich, dass mehr als knapp 32 Prozent sich beeinflussen lassen. Wer gibt schon gerne zu, sich überhaupt beeinflussen zu lassen. Wir sind doch ALLE freie und mündige Bürger, oder etwa nicht? Ich selbst schaue auf Bewertungen, vor allem in Reiseportalen. Ich weiß, dass einige Bewertungen nicht stimmen. Beim Lesen fällt mir sehr häufig auf, dass für mich bekannte Hotels ganz anderes bewertet werden, als ich das tun würde.

 

Einfach mal das Hirn wieder einschalten

Entweder über den Klee gelobt, oder so grottenschlecht, dass ich mich frage, ob die im gleichen Hotel waren, vielleicht nur einen schlechten Tag erwischt haben, oder ob sie dem Hotel schaden wollen, weil die Bewerter vielleicht sauer sind auf irgendeinen nicht gewährten Rabatt?

Für mich stimmen die Bewertungen in Reiseportalen oft nicht mit dem überein, was ich vor Ort erlebe und erlebt habe. Übrigens im Guten wie im Schlechten. Mittlerweile schenke ich Bewertungen keine Beachtung mehr, oder sehr viel weniger Aufmerksamkeit.

Wir sind selbst dafür verantwortlich, wenn wir alles und jedem Glauben schenken. 

 

1 Woche für 500 Euro Flug und Hotel – und sich dann beschweren

Ebenfalls stutzig werde ich, wenn für ein 3 Sterne-Haus Dienstleistungen und Service eines 5 Sterne-Hotel erwartet werden. Schlicht unsachlich. Überzogene Forderungen für kleines Geld. Da fliegen Menschen für 1 Woche in den Süden. Flug und Hotel für 500 Euro. Sie beschweren sich ernsthaft über zu kleine Zimmer. Sauberkeit sollte überall an der Tagesordnung sein, auch in Billighotels. Aber kleine Räume für diesen Preis? Derartige Bewertungen haben bei mir nur ein Kopfschütteln zur Folge.

 

Die Bewertungsportale im Bereich Medizin sollte man verbieten

Bewertungen für Ärzte und alle Dienstleister, die irgendeinen Eingriff am Körper vornehmen, sollten meiner Meinung nach verboten werden. Okay, ich kann über die blöde Helferin meckern, über die schlechte Parkplatzsituation.

Ich kann den größten Kurpfuscher über den grünen Klee loben und den besten Arzt niedermachen. Was auch häufiger passiert. Gerade Beurteilungen ärztlicher Behandlungen sind gespickt mit persönlichen und subjektiven Eindrücken. Wie will man sachlich, fachlich und kompetent eine Beurteilung schreiben? Und genau an dieser Stelle erwarte ich Beurteilungen, auf die ich mich zu 100 Prozent verlassen kann. Von Ärzten für Ärzte, Fachleute, die sich tagein und tagaus mit dieser Materie beschäftigen.

Wenn ein Fachjournalist vom Focus oder Spiegel eine Ärzteliste herausgibt über die 20 besten Ärzte in Deutschland für eine Krebsbehandlung, schenke ich diesen Berichten und Listen mehr Vertrauen, als der Beurteilung von Lieschen Müller. Weiß ich, ob Lieschen Müller zuvor 2 Jahre mit Kräutern laboriert hat, um sich nun zu beschweren, dass die Schulmedizin es auch nicht mehr richten wird?

 

Warum werden Bewertungen gekauft?

Google-Sterne bringen die Firmen und Anbieter in den Suchergebnissen nach Vorn. Man ist weniger unsichtbar und bekommt mehr Aufmerksamkeit. Natürlich trauen wir Bewertungen von normalen Menschen besonders gerne. Gekaufte Bewertungen sind preiswerter als man denkt und vor allem erreicht man sein Ziel von mehr als 300 Bewertungen rasant schnell

Gibt es Bewertungssysteme, bei denen nicht so leicht manipuliert werden kann?

Ja. Eindeutig ja. Die Kosten gutes Geld, aber es lohnt sich. Es sind ehrliche Bewertungen von echten Kunden. Ein derartiges Bewertungssystem für Firmen ist beinahe Pflicht. Ich kenne nur das System ProvenExpert.

 

Schalter im Hirn für den rosaroten Internetfilter

Es wird schlimmer werden mit Bewertungsmanipulationen. Zum einen, weil wir Verbraucher viel zu leicht zu manipulieren sind und offensichtlich nicht bereit sind, das Hirn eingeschaltet zu lassen. Vor allem, wenn wir uns im Internet bewegen. Als wenn wir einen Schalter umlegen, der einen dauerhaften rosaroten Filter für das Internet zaubert. Wird schon stimmen was da steht.

Zum anderen, weil zum Beispiel die Super-Duper Suchmaschine Google diejenigen bevorzugt, die auf den digitalen Marktplätzen Bewertungen vorweisen können. Natürlich reicht das allein nicht. Google wird sich wehren, wenn man so etwas behauptet. Es braucht für die Sichtbarkeit im WWW selbstverständlich eine Reihe von technischen Maßnahmen, um Google Anforderungen an eine inhaltsvolle Webseite gerecht zu werden.

Merke! Google will immer nur unser BESTES. Kann sich jeder aussuchen, was das sein könnte.

Das „Belohnungssystem der Google Sterne“ ist auf diesem Niveau schlicht falsch. Früher oder später vertraut niemand mehr darauf.

 

Bewertungssysteme in der Offlinewelt

Ich gehöre nun zu der älteren Generation, die von manchem jungen Menschen (vielleicht) belächelt werden. Ich bilde mir ein, die Onlinewelt und die Offlinewelt beurteilen zu können: Wie kauft der Verbraucher, ob jung oder alt, in der Offlinewelt? Welchem Bewertungssystemen vertrauen wir, wenn wir wahrhaftig durch die Stadt gehen, in Schaufenster blicken, in ein Kaufhaus gehen?

Versteht sich von selbst, dass wir die Waren einer optischen und haptischen Prüfung unterziehen. Das schafft vertrauen, weil wir selbst vorher prüfen können. Ja, wir selbst. Außerdem sehen wir eventuell den Verkäufer /die Verkäuferin, die uns freundlich bedient, oder auch nicht so freundlich ist.

Würden Sie kaufen, weil der Nachbar das für gut befindet? Würden Sie seinem Geschmack vertrauen, seiner sachlichen und kompetenten Urteilsfähigkeit vertrauen?

Ich vertraue anderer Leute Urteil nur, wenn es wirklich gute Freunde sind, denen ich obendrein eine gewisse Objektivität zutraue und einen guten Geschmack. Die meisten Kaufentscheidungen treffe ich nach einer eingehenden Prüfung, die ich selbst durchgeführt habe. Manchmal lasse ich mich auch verführen zu einem Kauf, aber das ist jetzt hier fehl am Platze…

Was davon ist in die Onlinewelt übertragbar?

Zugegeben, ich schaue auch auf Bewertungen, wenn ich etwas online bestelle. Woran könnte man sich sonst orientieren? Allerdings fließt die Gewichtung einer Bewertung, ob gute oder schlechte Bewertung, nicht mehr stark in meine Kaufentscheidung ein. Ich achte lieber darauf, dass die Webseite echt ist und ich keinem Fake-Shop aufsitze. Außerdem möchte ich umtauschen können bei Nichtgefallen. Problemlos. Schließlich kann ich nicht anfassen, riechen, die Farben wahrnehmen wie sie wirklich sind und viele andere Faktoren unterscheiden sich dramatisch von echten Kaufhäusern.

Bei Dienstleistern könnte ich anrufen. Mit dem Inhaber sprechen. Mal hören, wie der sich anhört, oder die Mitarbeiter auf meine Wünsche eingehen.

Kann ich erkennen, ob ich einer echten oder einer gekauften Bewertung vertraue?

Nein, wir Internet-Einkäufer können das nicht erkennen. Misstrauisch werde ich, wenn allzu detailverliebt geschildert wird. Aber auch diese Eigenheit wird mittlerweile von den Auftragsbewertern (die nennen sich so) berücksichtigt. Nur die Internetplattformen können Bewertungsbetrügern auf die Spur kommen und es gilt immer: Wo kein Kläger – da kein Richter.

Ich weiß, wie wichtig Bewertungen von ganz normalen Menschen sind. Andererseits frage ich mich, wer die ganz normalen Menschen sind. Die kenne ich gar nicht. Das sind nicht immer die netten Menschen, mit denen ich mich im wahren Leben abgebe. Da sind schon verschrobene Gestalten dabei mit Meinungen und Blicken auf die Welt, mit denen ich nichts zu tun haben möchte. Ausgerechnet die sind im Bewertungspool dabei. Okay, muss ich mit leben.

Es ist meine Entscheidung, ob ich mich von Google-Sternen leiten lasse.

Google Sterne und Internet-Bewertungen sind maßlos überbewertet. Vielleicht weil wir unsicher sind, vielleicht weil wir nur zu gerne glauben wollen, dass flächenweise intelligente Menschen mit objektiver Urteilsfähigkeit unterwegs sind. Längst haben wir zu einem Teil unsere Kaufkontrolle an den Nagel gehängt. Das wissen die Online-Händler und ziehen alle Register inklusive manipulierten und gekauften Bewertungen.

Das diese Sterne so wichtig geworden sind liegt daran, dass wir Käufer sie so wichtig nehmen. Auch ein „Daumen hoch“ ist auch eine Bewertung und die Sterne unter diesem Beitrag ebenfalls.

 

Ein Hoch auf die Routine

Ein Hoch auf die Routine

Fortsetzung von Teil 1 „Warum du für Arbeit nicht brennen musst, um erfolgreich zu sein.

 

Teil 2: Ein Hoch auf die Routine

Ich habe 25 Jahre als Angestellte gearbeitet. Die restlichen Jahre bin ich selbständig. In beiden Welten ist jede Arbeit irgendwann langweilig. Das ist nicht schlecht. Es ist Routine, gewollte Routine, die mir viele Arbeiten erleichtert. Routinen, die mir Sicherheit verleihen.

Ich war motiviert und engagiert. Ich habe in vielen Bereichen als Quereinsteigerin gearbeitet und kannte, oder kenne mich immer noch in Sachgebieten aus, wofür andere heute 6 Semester studieren. Alles ohne je dafür gebrannt zu haben.

Heute bin ich froh, dass Routine einkehrte. Die ersten Jahre in der Selbständigkeit waren anstrengend. Als endlich auch hier Routine einkehrte,  habe ich das als sehr angenehm empfunden. Dadurch war ich freier für neue Aufgaben und ich konnte weitere Jahre selbständig arbeiten, ohne auszubrennen.

 

Es gibt mehr dumme als schlaue Arbeitgeber

In jungen Jahren betrachtete ich Routine als langweilig. Ich habe immer dann schnell den Job gewechselt, wenn ich keine qualitative Herausforderung mehr verspürte. Ich habe ich mich daran probiert, die Arbeitsabläufe zu rationalisieren. Teilweise eine super Herausforderung. Ergebnis war nicht etwa Lob vom Arbeitgeber, sondern Maßnahmen, die mich für Zwei arbeiten ließen. Ich bekam quantitative Mehrbelastung aufgebürdet.

Fragen Sie mal, wie schnell ich fort war. Es gibt mehr blöde als kluge Arbeitgeber. Ich war früher in der Lage mich so sehr mit meinem Arbeitgeber zu identifizieren, dass ich fast glaubte, es sei mein eigenes Unternehmen. Das muss man sich mal vorstellen. Und was machen diese Idioten?

Heute weiß ich: man verlässt nicht die Firma, sondern fast immer die Vorgesetzten.

 

Jede Aufgabe wird irgendwann langweilig

Würden Sie gerne in einem Flieger sitzen, in dem Sie vom Piloten mit den Worten begrüßt werden: „Herzlich willkommen. Heute ist ein guter Tag für neue Herausforderungen. Ich brenne für die Fliegerei. Jeden Tag gibt´s was Neues…“

 

Wir sind auf Routine angewiesen

Nur keiner will sie machen. Kaum jemand spricht das aus.

Bin ich froh, im Notfall einem routinierten Arzt ausgeliefert zu sein. Ich weiß und höre einige aufschreien, dass wir alle mal angefangen haben. Gut. Darum geht es im Moment nicht.

Vielleicht war dieser Arzt anfangs beseelt und brannte für die Vorstellung Menschen zu helfen, Herzen zu operieren und Stoffwechselerkrankungen zu heilen. Dann sollte Routine einkehren, denn Brennen und Leidenschaft produziert im Übereifer auch Fehler.

In meinem ersten Leben war ich Zahnarzthelferin. Es gab einen Zahnarzt, der im Alter noch ernsthaft begeisterungsfähig war, Münder zu sanieren. Das war mein Ausbilder. Der große Rest, den ich nach meiner Ausbildung kennlernen durfte, hatte Anfang vierzig nur Dollarzeichen im Auge und den nächsten Porsche im Blick. Das ist eine Unterstellung, ich weiß, aber meine ganz persönliche Wahrnehmung.

Ob Akademiker oder ungelernte Aushilfskraft, alle überfällt früher oder später die Routine.

 

Was muss Arbeit bieten?

Womit verknüpfen wir unsere Arbeit? Was soll Arbeit für uns lösen? Wieviel Gewicht legen wir in unsere Charakterstärken und Bedürfnisse?

  • Selbstverwirklichung
  • Sinnhaftigkeit
  • Gestaltung
  • Freiheit
  • Vermögen aufbauen
  • Anerkennung finden
  • bedeutsam sein…???

 

Selbstverwirklichung und Freiheit

waren meine Haupttriebfedern für den Schritt in die Selbständigkeit. Das Engagement, das ich für meine Arbeitgeber an den Tag legte, war bei den meisten Arbeitgebern nicht in guten Händen. Ich hatte etwas Besseres verdient und meinen Arbeitseifer konnte ich am besten in einer Selbständigkeit ausleben. Heute weiß ich, dass das mit der Selbstverwirklichung nur funktioniert, wenn die gewählte Tätigkeit absolut mit Lebenszielen übereinstimmt. Sinnstiftend nicht nur für mich selbst als Sinn meines Lebens, sondern auch sinnstiftend für meine Umwelt, meine Leute um mich herum und alle meine Kunden.

 

Selbstverwirklichung ist kein EGO-Trip!

Lebensumstände und Lebensziele ändern sich häufiger, als ich mir das in jungen Jahren hätte vorstellen können. Leben ist Veränderung, ist Bewegung. Wie oft habe ich mich gefragt, ob es das wirklich noch ist, was ich will. Wohin soll die Reise gehen?

Heute bin ich gelassener und finde meinen Seelenfrieden in der Vielfalt meines Schaffens. Alles ist genehm. Die Routine, die Buchhaltung, das Finanzamt mit immer neuen Formularen (es soll nicht einfacher werden), aber auch immer neue Kundschaft. Lob von der Kundschaft tut gut und motiviert mich. Auf die Uhr schauen und entscheiden, jetzt Schluss zu machen und ein Glas Wein zu trinken. Keiner verbietet mir das. Am Morgen länger schlafen, was ganz selten vorkommt. Aber das Wissen darum, lange Schlafen zu können, ist ein Gefühl der Freiheit für mich. Vielleicht lässt mich genau das früh aufstehen? Allein deswegen lohnt sich für mich das Arbeiten in der Selbständigkeit und natürlich noch viele andere Gründe mehr.

 

Arbeit will verwaltet werden und dafür braucht es Routine

Wohl dem der verstanden hat, das Arbeit verwaltet werden will. Es gehört eben dazu, Formulare auszufüllen, Rechnungen und Angebote zu schreiben und an die Steuererklärung zu denken. Die „Verwaltungsaufgaben“ können gar nicht genug routiniert sein. Sie sind enorm wichtig für unser aller Leben im privaten wie im beruflichen Umfeld, damit wir nicht im Burnout abtauchen müssen.

Also was ist das Problem, wenn wir Routine erleben. Langeweile?  Routine ist keine Langeweile. Das Wort Langeweile entspringt nicht meinem Wortschatz.  Ich pflege die angeblich langweiligen Momente. Ich nutze sie zur inneren Einkehr, zur Muße. Vielleicht küsst mich dann die Muse. Schön wäre, wenn mich die Kunst-Muse öfter küssen würde.

 

Warum ich für Arbeit nicht brennen muss und Routine willkommen heiße

Ich habe etwas dagegen, wenn man mir einredet, meine Arbeit sei nichts wert, weil ich nicht mit ganzem Herzen dabei bin. Indirekt wird das häufig suggeriert. Oder ich werde nicht erfolgreich sein, weil ich nicht für mein Thema, oder mein Produkt, oder meine Dienstleistung brenne.

Das ist Bullshit. Ich sehe die Arbeit als das, was sie ist. ARBEIT.

Routine gibt mir Sicherheit und wirkt entlastend. Ich liebe Routine, weil sie Räume verleiht, um der Kreativität Platz zu lassen.

 

Meine Grundregeln für ausgewogenes Arbeiten ohne Brennen

  • Ich schenke mein Leben nicht an die Arbeit.
  • Für den Sinn meines Lebens bin ich selbst verantwortlich und nicht meine Arbeit.
  • Ich bin in der Arbeitswelt austauschbar, aber eine einzigartige Persönlichkeit im Leben, einfach unersetzbar.
  • Arbeit ist ein Tausch von Zeit gegen Geld. Ich bringe Produkte und Dienstleistungen hervor, die ich in meiner Lebenszeit entwickle. Sie erwirtschaften meinen Lebensunterhalt. Nicht mehr und nicht weniger.
  • Entscheidend ist die Qualität meiner Arbeit, wie gut ich arbeite, nicht wie leidenschaftlich.
  • Ich heiße Routine willkommen.
  • Wenn ich brennen muss, mache ich mir über meinen inneren Kompass Gedanken, damit ich wieder wahrhaft produktiv arbeiten kann bei großer Zufriedenheit und bester Gesundheit.

Was ist Arbeit für Euch?

Eine Frage an diejenigen, die noch arbeiten, oder vielleicht wieder in die Arbeit kommen möchten: “Was ist Arbeit für Euch?“

 

Warum man für Arbeit nicht brennen muss und Routine willkommen ist

Warum man für Arbeit nicht brennen muss und Routine willkommen ist

Diesen Beitrag habe ich in 2 Teile verfasst. Der erste Teil beschäftigt sich überwiegend mit dem Thema „warum man für seine Arbeit nicht brennen muss“ und der zweite Teil behandelt, warum die „Routine“ absolut willkommen ist.

Zum 2. Teil „Ein Hoch auf die Routine“

Das Brennen und die Leidenschaft zu einer Bedingung zu machen für ein glückliches und befriedigendes Arbeiten, ist in meinen Augen eine fatale Fehlentwicklung und macht viele Menschen unglücklich.

 

 

Teil 1: Warum man für Arbeit nicht brennen muss

Was läuft falsch bei mir, wenn ich bei meiner Arbeit kein Brennen und keine Leidenschaft verspüren kann?

War alles so falsch in meinem bisherigen Berufsleben? Ich habe meine Jobs immer mit Bravur gemeistert. Jetzt fehlen mir zwei wichtige Eigenschaften. Eigenschaften, auf die man angeblich nicht verzichten kann, wenn man erfolgreich sein möchte.

  1. Ich kann nicht brennen für ein Thema
  2. Ich empfinde keine Leidenschaft für meine Arbeit.

Bei der Recherche zu diesem Thema lese ich immer wieder von der Aussage, dass man für ein Thema brennen muss. Leidenschaft bringt den Erfolg. Für allem in Artikeln für das Thema Online-Marketing, wird das immer wieder so thematisiert.

 

Warum mich das beschäftigt und warum ich das nicht glaube

Leidenschaft und Arbeit bringe ich in meinem Kopf nicht zusammen. Leidenschaft steht für mich in einem völlig anderen Zusammenhang als Arbeit. Ich empfinde Leidenschaft (oder brenne) für meinen Partner, meine Musik, meinen Sport. Ich arbeite gerne, aber arbeiten an sich ist doof.

Da bin ich nicht die Einzige, die das so sieht. Nicht umsonst schießen diese Laptop-Liegestuhl-Business-Konzepte wie Pilze aus dem Boden. Jeder würde gerne hunderttausende von Euro kassieren mit nur 2 Stunden Arbeit am Tag. Bestimmt nicht, weil die alle das Arbeiten so prickelnd finden.

Normalerweise habe ich nur noch 3 Jahre, bis ich im Jahr 2024 in Rente gehe. Unvorstellbar für mich. Mir geht es gut, obwohl ich nicht ganz gesund bin. Dafür mache ich jeden Morgen, noch im Bett liegend, eine Dankbarkeitsübung, dass ich trotzdem noch alles schaffe, was ich mir vornehme. Ernsthaft. Ich werde so lange arbeiten, bis ich nicht mehr kann.

 

Meine Zeit ist mein höchstes Gut

 Trotzdem beschleichen mich Gedanken. Es geht um das letzte Drittel in meinem Leben. Na ja, vielleicht auch weniger. Ich möchte dieser Zeit besondere Achtsamkeit schenken. Spaß soll mir die Arbeit machen und ich möchte Werte schaffen, die auch anderen Menschen dienlich sind. Seelig in der Vorstellung, dass mich die Arbeit dabei auch noch leben lässt, gehe ich voller Zuversicht in mein letztes Berufsdrittel. Meine Zeit ist mir wichtiger denn je. Mein höchstes Gut.

 

Was trieb mich an und treibt mich heute noch?

Ich will so frei und unabhängig sein wie möglich. Das funktioniert nur in selbständiger Arbeit und nicht in einem Angestelltenverhältnis.

In einem Arbeitsverhältnis ist man aber nie frei und nie unabhängig. Ganz selten, dass meine Umlaufbahn einer dieser Menschen kreuzte, der all das in einem Angestellten-Job vereinen konnten. Ich glaube, so einen Angestellten habe ich nicht kennengelernt.

Es sind eher die Selbständigen, die von Freiheit und Unabhängigkeit sprachen und immer noch sprechen. Meistens unter großen Entbehrungen. Ein Zuckerschlecken war Selbständigkeit noch nie und schon gar nicht in diesem Deutschland. Die Brocken, die einem in den Garten geworfen werden, werden immer größer. 

Nach knapp 25 Jahren als Angestellte wagte ich dann den Sprung in die Selbständigkeit, was ich bis heute nie bereut habe.

 

Was würdest Du tun, wenn du wüßtest, dass du nicht scheiterst?

Genau diese Frage habe ich mir immer wieder gestellt. Ich habe einfach so getan, als wenn ich gar nicht scheitern kann. Allen gut gemeinten Ratschlägen zum Trotz. Meine Entscheidung gegen einen sicheren Job und für die unsichere Selbständigkeit, waren immer gezeichnet vom brennenden Wunsch nach Freiheit und meiner persönlichen Unabhängigkeit.

 

Und da ist das Wort BRENNEN gefallen

Man kann für eine Meinung brennen. Man kann für eine Person brennen. Man kann für ein Hobby brennen. Man kann für eine politische Sichtweise brennen und für Freiheit und Unabhängigkeit.

 

Kann man auch für Arbeit brennen?

Ich jedenfalls nicht. Für Arbeit habe ich nie gebrannt. Arbeit war Mittel zum Zweck, für Freiheit und Unabhängigkeit in meinem bescheidenen Rahmen. In so vielen Beiträgen lese ich, dass man für eine Arbeit/Job/Nische (Letzteres im Zusammenhang mit Online-Marketing) etc. brennen muss, um erfolgreich zu sein. Kann ich sogar nachvollziehen. Als ich 1998/99 meine Selbstständigkeit begann, begeisterte ich mich für das Thema „Computer reparieren“. Ich legte sehr viel Energie in dieses Thema und meinem Vorhaben. Dafür bekam ich drei Jahre später nennenswerte Erfolge als Lohn. Begeisterung für eine Sache, oder eine Aufgabe, muss man schon haben. Leidenschaft gehört woanders hin und brennen sollte die Muskulatur beim Sport.

 

Hat diese Sichtweise etwas mit dem Alter zu tun?

Ich denke NEIN. Ich war nie eine bequeme Mitarbeiterin, aber immer eine sehr gute Arbeitskraft. Ich wusste was ich wollte und vor allem wohin ich wollte. Ich hatte ein sicheres Gespür dafür, was mir auf dem beruflichen Wege dienlich war und was genau mich aufhielt. Das alles vor dem Hintergrund, dass Probleme nur dafür da sind, um gelöst zu werden. Das ist heute noch so. Ich arbeite immer noch sehr gerne. Ich bin älter geworden bin und auch erfahrener, aber diese Sichtweise auf Arbeit und arbeiten hatte ich immer schon.

 

Stellenbeschreibungen fangen mit großen Lügen an

Die Wirklichkeit meines Arbeitsalltages hat mich oft enttäuscht. Von Anfang wurden mir Lügen zum Thema Arbeiten aufgetischt. Schon die Stellenbeschreibungen fangen mit großen Lügen an.

Wir haben die Arbeit so bedeutungsschwanger gemacht, dass nur das Arbeiten einen Platz in dieser Gesellschaft findet. Nur mit Arbeit sind wir ein Teil dieser Gesellschaft. Durch den Arbeitsplatz sind wir etwas Wert. Je höher der Wert unserer beruflichen Tätigkeit angesetzt ist, desto vollwertiger unsere Gesellschaftsfähigkeit und Zugehörigkeit.

Die Höhe des Einkommens macht uns nur begrenzt unabhängig und der Preis dafür ist in keiner Währung der Welt zu beziffern.

 

Wie geht es Arbeitslosen?

Arbeitslose leiden in jeder Beziehung. Arbeitslose erkranken ernsthaft je länger die Arbeitslosigkeit andauert. Arbeit zu verlieren ist für die meisten Menschen fast schon ein traumatisches Erlebnis. Ohne Arbeit wird es oft sehr einsam um uns, Freunde wenden sich ab. Ich könnte die Liste fortsetzen, sprengt aber den Rahmen dieses Beitrages.

 

Wie sieht unser Arbeitsleben heute aus?

Studien sind für mich immer eine willkommene Literatur. Die Ergebnisse der bekanntesten Studie zur Mitarbeiterbindung liefert Gallup. Der Engagement Index Deutschland liefert Zahlen zur Arbeitszufriedenheit.

http://www.gallup.de/183104/engagement-index-deutschland.aspx

Seit Jahren sind über 30 Millionen Arbeitnehmer frustriert. Nur 15 Prozent aller Beschäftigten brennen für ihren Job und identifizieren sich mit ihrem Arbeitgeber. Seit Jahren geht das so.

Aus meiner Vergangenheit kann ich berichten, dass ich in Unternehmen tätig war, von denen ich einfach weiß, dass eine Handvoll Mitarbeiter den Laden am Laufen hielten. Diese Handvoll Mitarbeiter waren so hoch motiviert, dass sie das Unternehmen gerockt haben. Die restlichen Mitarbeiter schwammen so mit. Dass ist eine geringschätzende Aussage der „restlichen Mitarbeiter“ gegenüber. Der Dienst nach Vorschrift ist in Deutschland so negativ besetzt, dass wir damit die meisten Menschen der arbeitenden Bevölkerung abqualifizieren.

 

Dienst nach Vorschrift wird abqualifiziert

Damit stoße ich 85 Prozent der arbeitenden Bevölkerung vor den Kopf und ich entschuldige mich auch gleich dafür. Natürlich meine ich das ganz anders. Nicht die Menschen mit ihrer angeblich fehlenden Einstellung zur Arbeit ist das Übel. Sie sind auch der Motor unseres Wirtschaftslebens. Nicht nur die Arbeitgeber des viel zitierten Mittelstandes.  

 

Stelle dir vor 85 Prozent bleiben zuhause

Die kommen nicht zur Arbeit. Die bleiben mal fort. Das erinnert mich an den Ausspruch „stelle dir vor es ist Krieg und keiner geht hin“.

Ob die 15% der hochmotivierten, brennenden und mit Leidenschaft erfüllten Mitarbeiter jetzt allein das Geschäft führen?

Für mich heißt das im Umkehrschluss, dass ein Brennen und die Leidenschaft im Job nicht ausschlaggebend sein können. Das Brennen und die Leidenschaft zu einer Bedingung zu machen für ein glückliches und befriedigendes Arbeiten, ist in meinen Augen eine fatale Fehlentwicklung und macht viele Menschen unglücklich.

Dann frage dich einmal, was bei diesen Menschen falsch laufen soll? Sie brennen nicht bei der Arbeit? Sie erfüllen Ihre Arbeit nicht mit Leidenschaft? Was ist denn los bei denen?

Genauso sehe ich das für alle die Menschen, die eine Selbständigkeit anstreben. Obwohl das Persönlichkeitsprofil schon etwas anders aussieht. Du brauchst ein

  • Alleinstellungsmerkmal, Okay
  • du brauchst Expertenwissen, Okay
  • du musst brennen für ein Thema?
  • die Leidenschaft muss dich packen?

Für den Weg in die Selbständigkeit musst du fleißiger sein als irgendein Angestellter. Du brauchst Durchhaltevermögen. Expertenwissen und Alleinstellungsmerkmale sind wünschenswert und hilfreich, aber notwendig sind sie nicht, genauso wenig wie „Brennen“ und Leidenschaft.

Insgesamt wird es zum großen Thema der Selbständigkeit im Alter noch einige EXTRA-Beiträge geben.

 

 

Muss das so sein? Es wird nicht hinterfragt

Ich muss nicht brennen und leidenschaftlich sein, um einen guten Job zu machen. Obendrauf musst du dich ständig neuen Herausforderungen stellen. Wärst du nicht froh, wenn sich eine Routine einstellen würde? Gewohnheiten und Routinen sind alles andere als langweilig.

Im zweiten Teil geht es genau darum:  Ein Hoch auf die Routine