6 Dinge, die ich über das Beenden einer langjährigen Freundschaft gelernt habe

6 Dinge, die ich über das Beenden einer langjährigen Freundschaft gelernt habe

6 Dinge, die ich über das Beenden einer langjährigen Freundschaft gelernt habe

Eine langjährige Freundschaft geht zu Ende. Vier Jahrzehnte Liebe, Gelächter und Witze. Vorbei. Ich hatte das Gefühl, als hätte jemand einen Teil meines Herzens entfernt. Diese Erfahrung hat mich jedoch sowohl wichtige Lektionen fürs Leben gelehrt, als auch viele neue Türen geöffnet.

 

2. Eine Weggabelung

Freunde und Freundinnen können in vielen Dingen anderer Meinung sein und trotzdem große Zuneigung füreinander hegen. Ich habe einen engen Freund, dessen Familie sich völlig von meiner unterscheidet; jedoch lerne ich von ihnen und von ihm jedes Mal, wenn ich sie besuche.

Dies bringt Wert und Perspektive in mein Leben und ich kann alternative Sichtweisen schätzen. Wichtig ist gegenseitiger Respekt. Wenn du das Gefühl hast, dass deine Gedanken, Ansichten, Ideen und Meinungen nicht mehr respektiert werden, auch wenn du nicht einverstanden bist, kann dies zu Kummer und Streit führen.

weggabelung

Wir entwickeln uns. Manchmal gibt es Abzweigungen. Du fährst ans Meer, deine Freundin, oder Freund, muss den Berg besteigen. Wenn ein langjähriger Freund einen anderen Weg gehen muss, kann dies sehr verstörend sein. Du verlierst ein Familienmitglied und das tut richtig weh.

 

3. Dinge persönlich zu beenden ist wahnsinnig schwer

Manchmal sehen wir Verhaltensweisen, die eine unausgesprochene Absicht verkünden. Zum Beispiel ist jemand ständig nicht erreichbar. Zuerst denken wir, dass er/sie beschäftigt sind. Später fühlt es sich dann an wie Ablehnung.freundschaften persönlich zu beenden ist schwer

Ein Gespräch, das eine Freundschaft beendet, ist sehr hart, und viele von uns vermeiden diese Art von Konfrontation. Viele von uns drücken ihre Absichten aus, ohne es wirklich zu wissen, weil wir niemandem Schmerzen zufügen möchten. Wenn ein langjähriger Freund „keine Zeit mehr für dich hat“, sagt das vielleicht, dass sich die Dinge geändert haben.

Lange Freundschaften beinhalten jahrelange Investitionen. Wenn wir sehen, dass das wegrutscht, kann es erschreckend sein. Wir verlieren einen Teil dessen, was in uns selbst ist. Natürlich wollen wir festhalten und Ablehnung fühlt sich an wie verlassen werden. Es bringt starke Emotionen hervor und die Leute sind dieser emotionalen Diskussion vielleicht einfach nicht gewachsen, egal wie nah sie sich sind oder waren.

 

4. Geh einfach weg, liebevoll

Wenn eine Freundschaft aus irgendeinem Grund einen Bruchpunkt erreicht, kannst du manchmal nur weggehen. So hart das auch klingen mag, wenn die Freude vorbei ist und Aspekte deiner Verbindung stressig, oder giftig geworden sind, dann ist das Freundlichste, was sie beide tun können, das einfach zu akzeptieren und fort zu gehen.

geh einfach weg
Wir werden vielleicht nie erfahren, was passiert ist. Es kann sein, dass es keine Antworten gibt. Manchmal wissen wir nicht, warum sich die Dinge geändert haben. Das kann frustrierend sein und nicht jeder hat auf die Frage: „Aber was habe ich falsch gemacht?“ eine Antwort.

Viele von uns wollen ihre Handlungen oder Entscheidungen nicht rechtfertigen müssen. Zur Reife gehört es, anderen zu erlauben, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen.

 

5. Raum für neue Bekanntschaften schaffen

Es ist wichtig, den Verlust eines geliebten Freundes zu betrauern, aber genauso wichtig ist es, Raum für neue Bekanntschaften zu schaffen. Sie teilen vielleicht nicht unsere Geschichte, aber die Freude an neuen Ideen und lebhaften Diskussionen überwiegt bei weitem das Gefühl der Einsamkeit.

Heilung steht bevor – für Euch beide – solange ihr das, was euch lange verband ehrt und eurem Freund in allen Dingen das Beste wünschen könnt.

 

6. Halte die vergangene Freundschaft in deinem Herzen

Wir können nicht alle eine liebenswürdige Diskussion führen, wenn eine Freundschaft endet. Manchmal ist es einfach nicht möglich. Im besten Fall können Sie es aussprechen, Ihre Liebe ausdrücken und sich ohne Vorwürfe verabschieden.
Oder führen Sie ein liebevolles Gespräch mit dieser Person, mit der Sie so viel Zeit und Leben geteilt haben. Sei vor allem dankbar für das, was ihr hattet, für die Erinnerungen und die Geschenke in eurem Leben.

halte die vergangene freundschaft im herzen

Stumme Zeugen einer Freundschaft

Nachdem unsere Freundschaft endete, fand ich in meiner Wohnung Überbleibsel. Stumme Zeugen dieser Freundschaft. Anfangs hat es mich traurig gemacht. Ich habe dann weggeschaut. Wenn ich heute auf die stummen Zeugen schaue, erinnere ich mich an den Schatz, den diese Freundschaft in mein Leben gebracht hat. Sie bereichern mein Leben und das ist Geschenk genug.

 

7 Dinge, die ich nach der Corona-Pandemie nicht mehr in mein Leben lasse

7 Dinge, die ich nach der Corona-Pandemie nicht mehr in mein Leben lasse

7 Dinge, die ich nach der Corona-Pandemie nicht mehr in mein Leben lasse

Was haben wir nicht alle geschimpft auf die Einschränkungen, die wir erfahren haben. Ich kenne niemanden, weder Mann noch Frau, die nicht irgendwann verzweifelt waren. Aus unterschiedlichen Gründen versteht sich.
Nun dauerte dieser Zustand bis einschließlich Juni 2021 gefühlte 2 Jahre. Insgesamt natürlich kürzer, vor allem wenn man den Sommer 2020 hinausrechnet. Das Verhalten im Sommer 2020 bescherte und einen gruseligen Herbst, auch einen unwirklichen Winter bis in den Mai 2021 hinein. Eine Zeit der Entbehrungen und Ohnmachtsgefühlen. Ob wir nun alle auf hohem Niveau klagen oder nicht, soll hier nicht thematisiert werden.

 

Wir treten in eine Phase nach der Pandemie ein.

Im letzten Jahr und in den Monaten Januar bis Mai 2021 stellte ich und viele meine Freundinnen und Freunde fest, dass uns nur wenige Dinge wirklich fehlen. Es stellt sich nicht nur für mich die Frage, auf was ich zukünftig verzichten kann.

Was will ich in meinem Post-Corona-Leben nicht mehr haben?

Für die Zukunft möchte ich an den positiven und einfachen Erfahrungen festhalten. Eines steht fest. Die Zeit für eine Neuausrichtung kann besser nicht sein.

 

Hier sind sieben 7 Dinge, die ich nach Corona beibehalten werde.

 

1. Shopping-Touren und Spontankäufe spare ich mir

Ich bin seltener in den Laden gegangen und habe mich ehrlich gesagt um nichts beraubt gefühlt. Ich habe online bestellt und Kleidung liefern lassen. Das kam insgesamt selten vor, denn ich kaufte insgesamt viel weniger ein, als wenn ich durch die Läden schleiche.
Vor kurzem ging ich in einen Laden, und es fühlte sich komisch an… und ich habe nichts gekauft, weil ich gerade meinen Schrank durchsucht hatte. Kleidung, die eigentlich noch gut war, aber seit 2 Jahren ungetragen im Schrank hing, wurde aussortiert. Das hat richtig Spaß gemacht. Alles verschenkte ich an das Sozialkaufhaus. Ich sah keine Notwenigkeit, wieder Kleidung zu kaufen.

Insgesamt denke ich mehr über meine Ausgaben für Kleidung nach. Frage mich viel öfter, ob das Kleid oder die Bluse jetzt gekauft werden müssen. Spontankäufe werden zukünftig erheblich weniger stattfinden. Viel weniger Spontankäufe schonen meine Geldbörse.

 

2. In den Supermarkt nur, wenn sich das richtig lohnt

Wenn mir im letzten Jahr die Zwiebeln oder Bananen oder Garam Marsala oder Milch ausgegangen sind, habe ich es auf eine Liste gesetzt und gewartet, bis noch mehr Notwendiges zusammenkam.

War da nicht noch etwas, was eigentlich gegessen werden muss? Muss ich wirklich wieder einkaufen gehen? Es war immer voll in den Supermärkten.  Also überlegte ich mir, was ich mit etwas mehr Kreativität kochen könnte und siehe da, die meisten Gerichte waren richtig lecker.

Für mich bedeutet das zukünftig, erst wieder mit dem Auto zum Einkaufen zu fahren, wenn sich das lohnt. Niemals wieder für wenige Lebensmittel Benzin, Zeit und Geld zu verschwenden. Außerdem weiß ich nun, dass ich in der Küche kreativer bin als ich mir das je vorgestellt hatte.

 

3. Gesellschaftliche Veranstaltungen, die ich sowieso nicht so genossen habe

Wie wir alle leidvoll erfahren haben, gab es keine gesellschaftlichen Veranstaltungen. Leider? Bestimmt gibt es Veranstaltungen, die ich noch mehr als sonst genießen kann. Kunst und Kultur können zukünftig gar nicht genug in mein Leben treten. Ich hoffe sehr, daß in dieser Sparte bald alles wieder normal stattfinden kann.

Ich habe mich an weniger soziales Leben gewöhnt. Ich muss nicht jeden Tag in der Woche irgendwo sein. Dafür habe ich mehr Zeit mit ausgedehnten Spaziergängen verbracht. Ich war viel mehr in der Natur, um die Jahreszeiten zu genießen, Vögel an ihren Futterstellen zu beobachten und andere Naturschauspiele verinnerlicht.

Gesellschaftliche Ereignisse, die nun weniger stattfinden, fehlen mir nicht, denn ich kann meine Gedanken besser sortieren, wenn ich alleine an meinem Schreibtisch sitze und schreiben kann, ohne darüber nachzudenekn, wen ich jetzt besuchen muss oder sollte.

 

4. Unbequeme Kleidung

Beim Wäschewaschen ist mir neulich wieder aufgefallen, wie viele verschiedene Arten von schwarzen Sport-Hosen ich habe. Dünner Stoff, mit Fleece gefüttert, lange Hosen, Capri-Länge und natürlich verschiedene Schwarztöne. Ich bin nicht die Einzige, die in den letzten Monaten in weite Hosen gelebt hat. Vom verstorbenen Karl Lagerfeld stammt der Spruch, wer in Jogginghosen geht, hat sein Leben aufgegeben. Nun, ich habe mein Leben nicht aufgegeben.

Mein übliches „Kleider-Wegwerf-Kriterium“ ist, alles zu entsorgen, wenn ich es zwei Jahre nicht getragen habe, oder die Frage verneint werden muss, ob das noch passt. 

In Zeiten der Pandemie gab es einige schöne Kleider, Hosen und Jacken, die ich seit März 2020 nicht mehr getragen habe. Habe ich etwas vermisst? Nein, bestimmt nicht.

Ich habe ein paar Sachen aufbewahrt, die mich in verschiedenen Umgebungen gut kleiden werden, aber ich habe nichts aufbewahrt, was nicht bequem ist.

 

5. Mich mit anderen vergleichen

Wer vergleicht sich nicht mit anderen Menschen. Insbesondere Frauen schauen doch immer, was trägt die, wie hat sie die Haare frisiert, wie sieht das Make-up aus. Wenn man allerdings alle Gesichter hinter einer Maske sieht, sieht man eigentlich nichts. Außerdem ist die Versuchung, sich ständig mit anderen zu vergleichen weniger ein Thema, wenn man kaum zusammenkommen kann.

Ich wollte schon lange diese Angewohnheit des Vergleichens aufgeben. Es passte schon lange nicht mehr zu mir. Ich lasse mich voll und ganz auf mich selbst ein. Ich bin wie ich bin und feiere ein neue Energie in mir. Ich bin freier als jemals zuvor.

 

6. Meinungen haben

Nun, ich habe immer noch Meinungen darüber, was ich zu Mittag essen möchte, oder wie früh ich morgens aufstehen möchte, oder welches Buch ich lesen möchte. Aber ich habe aufgehört zu denken, dass ich zu jedem sozialen oder politischen Thema, das auftaucht, eine Meinung haben muss.

meinungen haben

Geimpft? Tun Sie es oder nicht… Ich bin geimpft und glücklich darüber, aber ich habe keine Meinung dazu, ob du dich impfen lassen solltest oder nicht. Vegan/vegetarisch/keto? Esse doch was dir Spaß macht.

Meinungen zu haben scheint hauptsächlich den Blutdruck zu erhöhen und Familien zu spalten. Anstatt eine Meinung zu haben, versuche ich, einen Weg zu finden, wie ich besser zuhören kann, Fragen zu stellen, Akzeptanz auszudrücken, zu lieben.

Das Positive daran, Meinungen nicht mehr zu haben: ich bin viel offener für die Erfahrungen und Perspektiven anderer. Ich mag es, wenn sich meine Welt allmählich erweitert, wenn ich höre und lese und verstehe.

 

7. Ich finde mich damit ab, die Probleme der Welt nicht ändern zu können

Ich sehe, das Leben ist kompliziert. Gesellschaftliche Probleme sind kompliziert. Es gibt ein gewisses Maß an Korruption und Selbsterhöhung in den Befugnissen. Das sollte nicht ignoriert werden. Aber es gibt keine einfachen Lösungen. Ich bin in der Realität angekommen. Ich ändere gar nichts. Die Welt, die Nation, den Staat oder die Stadt werde ich nicht ändern.

ABER ich kann jeden Tag einen Unterschied machen, wie ich mit Menschen umgehe, was ich ihnen sage, wie ich auf Nachrichten reagiere und ob ich etwas Positives tue, oder mich einfach beschwere. Nun kann ich in meinem kleinen Winkel der Welt tatsächlich einen großen Unterschied machen.

Ich kann recyceln und Müll trennen. Ich kann Bio-Gemüse kaufen und heimische Bauern unterstützen, indem ich ihre Produkte direkt ab Hof kaufe. Ich kann lächeln und mich nicht beschweren, wenn eine Freundin einen Fehler macht. Ich kann meine Familie umarmen und ohne Urteil meiner Schwägerin zuhören, die sich über ihren Mann/meinen Bruder beschwert.

Ich kann nach Gelegenheiten suchen, ehrliches Lob zu verteilen. Ich kann bereit sein, ein Bedürfnis zu befriedigen, das mir offensichtlich wird.

 

Fazit: 7 Dinge, die ich in der Post-Corona-Zeit nicht mehr brauche

Ich habe viel mehr Zeit zu Hause verbracht und war gezwungen, mich anzupassen. Einige Gewohnheiten und Praktiken in meinem Leben habe ich verloren und ich werde sie nicht suchen. Ich will sie nicht mehr haben.

Was hast du durch die Pandemie aus deinem Leben gelöscht? Wirst du nun zurechtkommen mit weniger, oder geht alles weiter wie gehabt? Bitte teile deine Gedanken!

Humor ist billiger als Scheidung nach 60

Humor ist billiger als Scheidung nach 60

Humor in der Beziehung ist billiger als Scheidung nach 60

Als junge verheiratete Frau befand ich mich manchmal in Gesellschaft eines älteren Ehepaares, das schon sehr lange zusammen war. Es war nicht zu übersehen, dass sie häufig über die unwichtigsten Themen uneinig waren. Es kam unweigerlich zu einem Streit.

Ich habe mich gefragt, ob sie in den letzten 40 Jahren immer so kommuniziert haben. Welche Spuren hinterlässt so eine ewige Streiterei? Ich konnte jedenfalls erst einmal keine Narben erkennen, aber das konnte doch nicht gutgehen.

Als mein Mann und ich ein weiteres Ehejahr feierten, rückte das Bild des streitenden älteren Paares in den Mittelpunkt meiner Gedanken. Und ich befürchtete, dass wir diesen kritischen Zeitpunkt erreicht haben könnten. Vielleicht habe ich mir das nur eingebildet, aber ich hatte Sorge, dass wir auch zu diesen Streithähnen werden.

 

Die kleinen Realitäten haben es in sich

Es wird gesagt, dass man jemanden wirklich nicht kennt, bis man mit ihm zusammenlebt. Und manchmal können sogar Klischees wahr sein. Zu Beginn einer Beziehung besteht das Ziel darin, den geliebten Menschen zu beeindrucken.

Daher achten wir darauf, nur die Teile von uns zu offenbaren, die wir dem Partner mitteilen möchten. Wir bemühen uns, den Rest weitestgehend zu verschweigen. Aber diese Phase in einer Partnerschaft kann nicht ewig dauern, und früher oder später treten Verliebtheit in den Hintergrund, um sich den kleinen Realitäten des Lebens zu stellen.

Zum Beispiel dreht einer nie den Verschluss der Zahnpastatube zu – der Klassiker also, oder vergisst ständig, die Vorratskammertür zu schließen. Oder es wird kritisch, wie der Partner den Grill bedient, die Torte anschneidet oder den Braten aufschneidet.

Humor in der Beziehung ist billiger als Scheidung nach 60

Lästige Macken und Kleinkram

Nach einigen Jahrzehnten Ehe mit demselben Mann wurde mir klar, wie einfach es war, lästige Macken und Kleinigkeiten den Tag bestimmen zu lassen. Und längst weiß ich auch, dass die falsch gequetschte Zahnpastatube nur der Nebenkriegsschauplatz ist. Aber nicht immer steckt ein riesengroßes Problem hinter der Tube. Glücklicherweise besitze ich die Fähigkeit, die ganze Situation mit Humor zu betrachten. Das war nicht immer so.

 

Das „Vergehen“ mit leichterem Herzen betrachten.

Ein Beispiel aus meinem Leben.

Schauplatz Küche – Geschirrspüler! Dieses so wunderbare Gerät besitzt tatsächlich die Fähigkeit, schmutziges Geschirr schrankfertig zu reinigen. Ich liebe diese Technik.

Ich stehe auf von meinem Essplatz, oder sonst irgendeinem Platz in der Wohnung, bringe meine Tasse, mein Glas, mein Teller in die Küche, öffne den Geschirrspüler und stelle das gebrauchte Geschirr in die Maschine. Das war´s.  Aus den Augen aus dem Sinn. Die Küche sieht aufgeräumt aus. Ist doch gar nicht schwer, oder doch?

Irgendwie schafft es mein Mann nicht, sein Geschirr, wenn er es denn in die Küche bringt, direkt in den Geschirrspüler zu stellen. Er stellt es oben auf die Maschine ab. Da bleibt es. In stoischer Ruhe übersieht er geflissentlich das abgestellte Geschirr. Wie oft habe ich schon gefragt: „Schatz, du bist doch ein intelligenter Mann. Warum stellst du das Geschirr nicht gleich in den Geschirrspüler? Warum muss ich es noch einmal anfassen?

An seine Intelligenz zu appellieren, war dann auch nicht so das Richtige. Danach funktionierte das Prozedere zwei- oder dreimal. Das war es dann auch.

Mit der Zeit begann ich mich richtig aufzuregen. Ewig streiten um das gleiche Thema nervte. Ich versuchte eine innere Distanz herzustellen, um mal Lachen zu können. In jeder Situation steckt „Situationskomik“, die ich hier aber nicht sah. Also was sollte ich jetzt tun?

In meiner schlechten Stimmung fiel mir ein dummer Witz ein. In meinem Groll rief ich dann:

 „In jedem Mann steckt etwas Gutes. Und wenn es nur das Küchenmesser ist.“

TaDa! Mir ging es besser.

aufregung in der küche

Erlösung

Dieser Witz wurde nicht überhört und mein Mann quittierte mit lautem Gelächter. „Was ist los, mein Schatz. Habe ich dich verärgert? Ja, Ja, ich weiß schon. Das Geschirr wegstellen.“

Ah, er wusste ganz genau was los ist. Er hätte auch anders antworten können. Tat er aber nicht.

Ich musste selbst erst einmal lachen, ob meiner Wut und diesem blöden Witz, der in keinem Verhältnis zum „Vergehen“ stand. Aber unser Gelächter löste die Situation und die Stimmung in Millisekunden. Erzählt dauert das immer ewig. 

Von nun an war der Weg zum Geschirrspüler mit einem Witz verknüpft. Mein Mann bekommt öfter mit auf den Weg, wenn er Geschirr in die Küche bringt: „Denke an´s Küchenmesser…!“ Wir lachen dann immer und er stellt das Geschirr gleich in die Maschine.

 

Die Bedeutung des Lachens in der Partnerschaft

Ich kenne ein Zitat. Von wem, weiß ich leider nicht: „Eine Ehe ohne Humor ist wie ein Wagen ohne Federn. Sie wird von jedem Steinchen auf der Straße erschüttert.“

Darüber hinaus haben Studien gezeigt, dass der Humor, den ein Paar gemeinsam erschaffen kann, stark mit der Beziehungszufriedenheit zusammenhängt.

Ich empfehle folgenden Beitrag zu lesen: Geheimnis ewiger Liebe: 9 Tipps für mehr Humor in der Beziehung

 

Humor und Lachen haben neben der Entschärfung unangenehmer Situationen folgende Eigenschaften:

  • Lachen verbindet Menschen
  • Lachen wurde als „Vitamin für Ihre Ehe“ bezeichnet. (Natürlich auch ohne Ehe)
  • Lachen kann helfen, eine Beziehung lebendig zu halten
  • Lachen setzt Oxytocin frei, ein Hormon, das mit Empathie und erhöhter körperlicher Nähe in Verbindung gebracht wird.

 

Selbst angespannte Situationen können eine lustige Seite haben

wenn wir wissen, wie man nach dem lustigen Aspekt sucht. Bemühe dich, das für dich herauszufinden. Es lohnt sich sehr. Denn einen Scheidung nach 60 kann sehr viel Geld kosten und noch viel wichtiger: Du verlierst einen Lebenspartner wegen Nichtigkeiten. Mein Mann und ich sind nun „ein älteres Paar“ geworden. Ich glaube, dass unser gemeinsamer Sinn für Humor uns davon abgehalten hat, „dieses streitende Paar“ zu sein. 

Ich suche eine Schreiberin oder einen Schreiber, der zum Thema Wertschätzung in der Partnerschaft schreiben möchte.

 

Frage

Wie geht ihr mit dem Ehepartner/Partner in schwierigen Situationen um? Gibt es Umstände, in denen Humor gegriffen hat und ein Argument zerstreute? Bitte teilt die Geschichten unten in den Kommentaren!

Hast du Angst, dass dein Körper im Alter nicht mehr so mitmacht?

Hast du Angst, dass dein Körper im Alter nicht mehr so mitmacht?

Hast du Angst, dass dein Körper im Alter nicht mehr so mitmacht?

 

WARUM hast du Angst?

Es geht um das Thema Älter werden und egal wie jung du bist, oder lebenserfahren, es schadet nicht, dich früh mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Am besten begegnest du deiner Angst auf zwei Ebenen: auf mentaler Ebene und auf der körperlichen Ebene. In diesem Beitrag gehe ich zunächst auf die mentale Ebene ein.

 

Wir alle möchten fit und leistungsfähig bleiben

 

Vielen Menschen ist ein fitter und gesunder Zustand im Alter verwehrt. Wenn ich sehe, wie ein älterer Mensch ziemlich fit an mir vorbei radelt, wundere ich mich und frage insgeheim, was dieser Mensch so anderes macht.  Warum ist das so? Was kann ich tun, damit das bei mir auch so ist, wenn ich mal richtig alt bin?

Weißt du, dass deine Lebenserwartung nur zu 30 Prozent genetisch bedingt ist?

Ich kenne auch nicht „die Wahrheit“ von der es bekanntlich immer viele gibt. Ich weiß aber, dass du im Leben viel mit einer Geisteseinstellung beeinflussen kannst. Die körperliche Ebene kann man trainieren mit Laufen, Krafttraining im Fitstudio, Radfahren und so weiter. Aber wie trainiert man den Geist, wie erlangt man eine andere Geisteseinstellung und welche Einstellung muss es denn sein?

 

Den Geist trainieren? Wie geht das?

 

Vorweg: Mit Kreuzworträtseln kommst du nicht wirklich weiter.

Es geht schon damit los, dass ältere Menschen jetzt abwinken. Ich lerne doch nicht mehr. In meinen alten Kopf will das nicht mehr hinein.

Ich kenne noch den Spruch „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“.

So ein Glaubenssatz verleitet uns dazu, das Lernen im Alter aufzugeben. Dabei kommt jetzt die beste Zeit. Ab 60 ist deine beste Zeit für das Planen, Träumen, LERNEN, Neugierig sein.  Ich kann alles das aufzählen, was schon vor 30 Jahren Gültigkeit hatte. Das gilt jetzt erst recht.

 

Wie denkst du über das Altern?

 

Wenn du denkst, dass du im Alter nicht mehr Bergwandern wirst und auch kein Tennis mehr spielen kannst, dann wird es so kommen. Wie wir mit dem Altern umgehen, hat sehr viel mit der Art des Denkens über unser Altern zu tun. Es gibt Glaubensätze, die haben sich so eingeprägt in deine Gehirnwindungen, dass du dir nicht mehr vorstellen kannst, dass alles ganz anders kommen könnte. Du bekommst genau das, was du glaubst bekommen zu müssen. Ich spreche aus eigener Erfahrung.

Wenn es deine Weltanschauung ist, dass das Altern ganz schlimm sein wird, dann wird es so sein. Wenn du glaubst das mit 60 Jahren die Krankheiten kommen werden (Mutter hat das immer gesagt), dann passiert das genauso. Heute habe ich Asthma und ein Hautleiden. Leider habe ich auch diese Erfahrung gemacht. Ich wurde fast zum 60. Geburtstag krank. Eine Punktlandung. Als wenn jemand den Schalter umgelegt hätte. Ich musste einiges neu erlernen seit diesem Geburtstag. Und immer noch lerne ich weiter.

Programmierungen und Glaubenssätze

 

Dann fange ich mal an aufzuzählen. Es sind nicht alles meine Glaubenssätze, aber zwei auf jeden Fall:

  • Im Alter werde ich auf´s Abstellgleis gestellt.
  • Keiner interessiert sich mehr für mich.
  • Die Knochen werden immer steifer
  • Ich fange doch jetzt nicht mit Sport an, das nützt nichts mehr
  • Osteoporose bekomme ich bestimmt
  • Bestimmt werde ich auch so krank wie … (Name hier gedanklich eintragen)
  • Ich werde fett werden (ist mir passiert, purer Unsinn)
  • Wenn das in meinem Alter noch so einfach wäre…
  • Mich nimmt doch keiner mehr…
  • Am schlimmsten „dafür bin ich zu alt“

Führe weitere Glaubenssätze an dieser Stelle fort. Was fällt dir noch ein?

 

Bitte übernehme nie den Ausspruch „dafür bin ich zu alt“

 

und übernehme nie die Massenhypnose á la „warte ab, wenn du alt bist, dann wirst du auch stöhnen und krank werden…“, oder „komme du erst einmal in mein Alter!“ Na, wiedererkannt?

Glaube mir, es ist nicht einfach dieser Programmierung im Laufe eines Lebens zu entkommen, selbst wenn du es besser weißt, oder noch so jung bist, dass dich das alles gar nicht interessiert. „Komme du erst in mein Alter“ habe ich schon mit Mitte zwanzig gehört.

Meistens übernehmen wir diese Denkweisen von unseren Eltern. Unser Unterbewusstsein ist allzeit bereit auch den größten Unsinn aufzunehmen. Unsere Eltern wussten es nicht besser. Dein Umfeld ist häufig ebenfalls nicht positiver aufgestellt.

Deine mentale Einstellung bestimmt dein Alter.

 

Wenn du hörst, dass in deiner Nachbarschaft Herr Müller mit knapp 59 Jahren gestorben ist, dann wirst du wie fast alle Menschen, das als zu früh empfinden. Aber was wäre der Tod mit 68, wenn Nachbar zuvor kein Durchschnittsleben gehabt hätte, sondern ein super-duper, aufregendes und erfülltes Leben.

Nicht die Anzahl der Jahre entscheidet über ein gutes Leben, sondern wie du es verstehst, deine Zeit zu nutzen.

 

Die wirkliche Angst ist nicht die Angst vor Krankheit und Tod

 

Überlege einmal. Ist die Angst nicht viel größer davor, nie wirklich gelebt zu haben? Irgendwann spüren wir, dass wir an

wie eine marionette fuehlen

Marionettenfäden hängen. Wir werden gelebt und manipuliert bzw. lassen das zu, dass es so ist. Selbstbestimmung ist ein häufiger Wunsch, der sich meistens nicht erfüllt.

Ich will mein Ding machen. Ich möchte endlich leben hört man sehr häufig von Männern und Frauen, die in den Fünfzigern angekommen sind. Die psychische Krise in der Lebensmitte meldet sich. Meistens passiert wenig.  Außer den typischen Scheidungen, um wenige Jahre später in der gleichen Beziehungskiste mit einem anderen Partner zu sitzen.

Wenn wir zurückblicken, werden einige von uns feststellen, dass wir in Wirklichkeit nie unser eigenes Ding gemacht haben. Die wenigsten von uns hatten den Mut etwas Neues zu beginnen, oder gegen den Strom zu schwimmen. Selbst wenn wir uns trauten, haben viele bei Gegenwind aufgegeben.

 

Die Jungen können schneller rennen, aber die Alten kennen die Abkürzungen

 

Wenn du lebenserfahrener bist, kannst du vielleicht nicht mehr so schnell laufen wie deine Kinder. Deine körperlichen Reaktionen können langsamer werden und deine Kräfte lassen nach. Davor haben viele Angst. Musst du aber nicht haben, denn überlege doch einmal: Warum solltest du so viel Energie wie ein Dreißigjähriger benötigen?

Mein Mann, 70 Jahre, hat seit langem schon einen guten Spruch parat. Wenn´s passt, dann sagt er: „Die Jungen kennen schneller rennen, aber die Alten kennen die Abkürzungen“. Dabei lächelt er wie ein Schelm. Ein gelber PostIt Zettel mit diesem Spruch klebt an seinem PC-Monitor.

In einem Satz wird so deutlich, wie du mit Hilfe deiner Lebenserfahrung und deiner Weisheit, die Aufgaben schneller und effizienter umsetzten kannst. Wozu brauchst du so viel Energie, wenn Weisheit und Lebenserfahrungen die Abkürzungen kennen. Deine Erfahrungen altern nicht. Auch nicht dein Charakter und dein Glaube. Die werden nicht älter. Also was ist schlimm daran, nicht mehr stundenlang Radausflüge machen zu können, oder Tennis zu spielen? Dann gehst du den Berg eben langsamer hoch – aber gehe ihn hoch.

 

Die Jahre eines Menschen beginnen wir erst zu zählen, wenn in seinem Leben sonst nichts mehr zählt. (Zitat Emersen)

Dein Körper ist wichtig, aber kümmere dich um deinen Geist zuerst

 

Ich habe jedes Altersziel aufgegeben. Mir ist es egal, wie alt ich werde. Ich lebe jetzt, hier und heute. Mache ich heute alles richtig nach bestem Wissen, dann ist die Zukunft automatisch gut für mich. So denke ich. Solange ich lebe, werde ich jeden Tag morgens vor dem Spiegel stehen und sagen: „Ich bin leistungsfähig, ich bin fit, ich bin sportlich. Körperlich und geistig geht es mir gut. Ich habe ein schönes Alter. (So habe ich nicht immer gedacht).

 

Affirmationen helfen ich mir

 

Affirmationen, die ich öfter am Tag im Geiste zu mir sage. Alles was ich hinter „ICH BIN“ setze, erlebe ich auch, also: 

  • Ich bin kraftvoll
  • Ich bin fit
  • Ich bin konsequent
  • … großartig
  • … wunderbar
  • … schön
  • … klug
  • u.v.m

Affirmationen helfen ich mir

Je nachdem welche Defizite ich verspüre, wähle ich meine Glaubenssätze. Immer in der Gegenwart, nie in der Vergangenheit und auch nicht die Zukunftsform sprechen. Ich spreche so, als wenn es bereits so ist! Das Unterbewusstsein kennt keine Grenzen. Das Unterbewusstsein versteht nur Gegenwart. Sprichst du in der Zukunftsform, kannst du lange auf die Erfüllung deiner Wünsche warten.

 

 

Das Beste. Es ist nie zu spät damit anzufangen.

 

Mir hat das geholfen. Fange an und mache es mir nach. Tue es einfach. Es braucht seine Zeit, aber irgendwann spürst du das ist eine wunderbare Wandlung in deinem Leben eingesetzt hat.

Außerdem lächle doch mal

Hast du mal versucht, 3 bis 4 Minuten zu lächeln? Es ist unmöglich sich danach noch schlecht zu fühlen. Ich garantiere dir, deine Stimmung wird besser und deine Ängste kleiner. Probiere es!

Vertraue auf dich mit Gelassenheit und Weisheit

 

Wie alt ich werde, entscheiden andere Dinge. Ich vertraue auf das Leben. Ich entscheide wie mein Tag heute aussieht. Ob als Angestellte oder als Selbständige. Ich vertraue darauf, dass ich das für mich richtig mache. Ich übernehme Selbstverantwortung. Meine mentalen Fähigkeiten sind jetzt im Alter viel stärker als meine körperlichen Fähigkeiten. Ich freue mich auf meinen letzten Lebensabschnitt. In unserer Gesellschaft ist das in aller Regel der Renteneintritt. Ein Tor, durch das ich mit Freude gehen werde. Endlich habe ich Zeit für die wichtigen Dinge in meinem Leben.

Noch einmal: Das ist eine wunderbare Wandlung in meinem Leben. 

 

wissen und erfahrung an kinder und enkelkinder weitergeben

Wissen, Erfahrungen und Weisheit weitergeben

 

TEILE, TEILE, TEILE.

Am besten, du gibst im Alter weiter was du kannst, was du weißt, was du an Erfahrungen gesammelt hast. Gib es weiter an andere Menschen, die deine Weisheit suchen und deinen Rat wollen. Da gibt es zahlreiche Suchende und ängstliche Mitmenschen, die voller Verunsicherung durch´s Leben gehen. Am wichtigsten: Zeigt Euren Kindern und Enkelkindern, mit welcher geistigen Einstellung das Alter großartig sein kann.

Für mich ist der bevorstehende Lebensabschnitt eine neue Herausforderung, die ich gerne mit der Welt teile. Ich möchte weitergeben, was ich gelernt habe. Ich werde teilen, wer mir dabei geholfen hat. Ich tue etwas, was ich noch nicht so gut kann. Schreiben. Das ist aber egal. Ich werde wachsen mit den neuen Herausforderungen und freue mich darauf. Endlich schaue ich positiv in meine Zukunft.

Deshalb habe ich diesen Blog „Biss mit 60“ ins Leben gerufen.

Helfe mit und teile deine Erfahrungen. Gleich hier in den Kommentaren. Vielleicht kann ich dich bewegen, ebenfalls einen Beitrag zu veröffentlichen? Das wäre schön. Schreibe mir einfach. Wir profitieren alle davon. Die unsinnige negative Massenhypnose über das Alt sein muss endlich aufhören.

Graue Haare nicht mehr verstecken – Schluss mit Färben

Graue Haare nicht mehr verstecken – Schluss mit Färben

Graue Haare nicht mehr verstecken – Schluss mit Färben

 

Mutter Natur hat sich etwas ausgedacht, unser Gesicht im Alter weicher aussehen zu lassen. Wir bekommen graue Haare. Leider unterliegen Haare auch dem Verlust von Feuchtigkeit und Kollagen. Im Alter können wir auch mehr Haare als üblich verlieren. In diesem Beitrag erfahrt ihr, wie man sich fühlen kann, wenn die grauen Haare nicht mehr gefärbt werden, sondern einfach wachsen dürfen, so wie es natürlich ist. Grau au naturel.

 

Die graue Bewegung ist da

Ich bin heute stolz auf meine Entscheidung. Ich akzeptiere meine grauen Haare und mein Alter. Ich bin auch stolz darauf, dem Jugendkult die Stirn zu bieten und mich entspannen zu können. Das ist wahre Schönheit, wenn man zu sich selbst steht und dem was man im Spiegel sieht. Schönheit kommt in allen Farben, Größen und Formen vor.

 

Ein Plädoyer auf graues Haar

Das bedeutet nicht, dass wir allen modernen kosmetischen Errungenschaften den Rücken kehren sollten. Aber hier und da schadet eine Korrektur in der Denkweise des ständigen Selbstoptimierens auch nicht. Betrachte dein Gesicht, oder ein anderes Gesicht, das von grauen Haaren umrahmt wird, zur Abwechslung mit wohlwollenden Augen. Manchmal sieht es so aus, als wenn ein Heiligenschein das Gesicht umspielt. Silbrig glänzend verleiht diese Haarfarbe eine besondere Helligkeit und eine bestimmte Würde.

Eine dunklere, vollere Mähne dagegen kann viel zu hart sein, um von den Zeichen des Alterns wie Falten, schlaffe Haut und Altersflecken abzulenken. Ein Grund, warum die Farbe SCHWARZ tatsächlich alt macht. Andere Haarfarben sind meistens auch nicht das Gelbe vom Ei und lassen dich zusätzlich altern. Ich habe meine Haare immer in der natürlichen Haarfarbe getönt, bis irgendwann das Tönen nicht mehr ausreichte. Dann kam Corona.

 

 

Seit der Corona-Pandemie wachsen meine Haare.

Ich möchte nicht selbst tönen und nahm diese erzwungene Auszeit zum Anlass, meine echte Haarfarbe auswachsen zu lassen. Ich wollte schon lange einmal wissen, wie ich ohne diese Färberei aussehe. Und siehe da. Lange nicht so viele Komplimente gehört. Hoffentlich hast du Freunde und Familie um dich herum, die dir die Wahrheit sagen. Die Wahrheit ist, dass sie dich bewundern und denken, dass du eine selbstbewusste und schöne Frau bist.

Ich selbst gefalle mir auch. Eigentlich fehlt mir nur ein guter Haarschnitt. Nächste Woche ist es so weit. Eine neue Frisur und eine extra Portion Haarpflege vom Friseur meines Vertrauens erwarten mich.

 

Die Vorteile des Grauwerdens

Die Entscheidung, die Haare nicht mehr zu färben, ist nichts für schwache Nerven. Es ist für Frauen, die es leid sind, Zeit und Geld damit zu verbringen, ihren grauen Wurzeln drei Schritte voraus zu sein. Mit der Häufigkeit der Salonbesuche steigen auch die Kosten. Es gibt ein Gefühl der Befreiung, wenn man aus diesem endlosen Kreislauf ausbricht; ganz zu schweigen von mehr Geld in Ihrem Portemonnaie.

 

Du bist nicht allein beim Grauwerden

Als ich beschloss, meine grauen Haare zu zeigen, war das sowohl beängstigend als auch befreiend. Zwiegespalten habe ich während dieser ganzen Zeit das Internet durchsucht. Wie denken andere darüber? Es gibt viele Blogger und Facebook-Gruppen, die sich dafür einsetzen, Frauen dabei zu helfen, ihre Haarfarbe und den mühsamen Prozess des Ergrauens zu akzeptieren. Sie bieten Tipps zu grauen Frisuren, Fotos von verschiedenen Auswuchsstadien und viel Ermutigung und Unterstützung.

Faszinierend finde ich, dass Millennials meine grauen Strähnen sehr mögen. Einige von ihnen dachten, ich hätte mir Strähnchen machen lassen.

Junge Frauen lassen sich die Haare grau färben. Sie lieben den Granny-Style. Verrückte Welt. Silberhaare sind in, seit Fashionstar Sarah Harris 2015 ihr eigenes Grau wachsen ließ. Berühmte Frauen wie Lady Gaga, Kylie Jenner und Rita Ora färbten ihre Haare fortan silbergrau oder setzten schimmernde Grau-Effekte. Ein neuer Trend war geboren und ist immer noch ganz aktuell.  Jetzt ist also ein guter Zeitpunkt, um den „grauen Weg“ zu gehen.

 

Wann sonst, wenn nicht jetzt?

Was erwartet dich? Zunächst einmal sind die Anfangsstadien des Auswachsens für mich gar nicht so einfach gewesen. Immer wieder stand ich vor meinem Spiegel: Nicht vielleicht doch den Ansatz … Ich das richtig so? Macht mich das alt? Und dann kommt auch noch die gute Bekannte zu Besuch (als das erlaubt war) mit ihren pechschwarzen Locken. „Renate, hast du schon mal daran gedacht, deine Haare so rauswachsen zu lassen, wie sie sind?“ fragte ich. Mit entsetztem Blick fragte sie zurück: „Hast du was getrunken?“

War schon etwas schwieriger mit den inneren Unsicherheiten. Graue Haare sind doch in unserer Generation ein Synonym für Alter. Irgendwann habe ich zu mir gesagt: „Sch…drauf. Ich mache was ich will und wem´s nicht passt, der muss wegschauen“.

 

 

Das Grau macht was mit dir – INNEN und AUSSEN

Jetzt, da meine Haare zwar nicht in Gänze Grau sind, aber doch wahrnehmbar grau, jetzt bin ich im Frieden mit mir. Was das „Innen“ betrifft, erlebe ich auf jeden Fall eine positive Beeinflussung meines Selbstwertgefühls. Geschafft. Ich fühle mich überraschend gut. Gar nicht alt. Und so frei.

Das „Außen“ betreffend gibt es etwas Neues. Ich musste mein Make-up verändern. Die warmen, gelblichen Untertöne passen nicht mehr so gut. Als Frühlingstyp sehe ich tatsächlich fahl aus.  Genauso verhält es sich mit Kleidung. Du wirst feststellen, dass die warmen Farbtöne in der Garderobe jetzt nicht mehr ganz so gut aussehen. Wenn es jemals einen guten Grund gab, deine Garderobe zu aktualisieren, dann ist dies der beste Zeitpunkt dafür. Einige Kleidungsstücke habe ich verbannt, aber längst nicht alle. Es ist immer noch dieselbe Haut und hier hat sich der Hautton nicht verändert. Ich bin und werde vom Typ immer ein Frühling sein. Nur die Nuancen haben sich mit den grauen Haaren verändert. Ich habe für mich herausgefunden, dass das richtige Make-up das Bindeglied zur Garderobe ist.

Bevor du alles änderst, versuche erst das Make-up anzupassen. Das hilft enorm gegen den manchmal fahlen Eindruck. Meine Farben heute: Am Abend durchaus ein kräftiges Rot für die Lippen, Apricot für die Wangen, Mauve, Rosa oder etwas Pink bei schwarzen Lidstrich. Es darf etwas kräftiger sein. Das Make-up muss farblich passen. Das ist von Typ zu Typ schon mal unterschiedlich.  Ich habe die Farben zunächst im Drogeriemarkt gekauft und ausprobiert. Wenn man sich mal verkauf hat, tut es dem Konto nicht gleich so weh.

 

Das Geld zum Färben kann man jetzt sparen

Friseurbesuche werden jetzt höchstens wegen einem Haarschnitt fällig oder vielleicht mal wegen einer besonderen Pflege. Es ist befreiend und hilft mir, das Älterwerden besser zu akzeptieren.

 

Frage

Hast du darüber nachgedacht, deinem Grau eine Chance zu geben? Siehst du Frauen mit grauen Haaren und bewunderst ihr Selbstbewusstsein? Bist du es auch leid, Zeit und Geld zu verschwenden, um graue Haare zu färben?